04.11.2009 Deutsch English

Gaunereien im Kreditkartenwesen

Zack! die Kreditkartenfalle schnappt zu!
Zack! die Kreditkartenfalle schnappt zu!

Michael Neulich ging Obama gehörig mit der Kreditkartenindustrie ins Gericht. Die teilweise nur ausgebildeten Rechtsanwälten verständlichen, in beinahe unlesbar kleinen Lettern geschriebenen Monsterkartenverträge, die beinahe jeder Amerikaner ungelesen akzeptiert, müssen die Kartenfirmen von nun an in klarem Englisch formulieren. Außerdem verpflichteten sich die Firmen, einige der dreisteren Methoden einzustellen, mit denen sie Leuten das Geld mittels schwer durchschaubarer Klauseln aus der Tasche ziehen.

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Palm Springs

Die Promenade von Palm Springs
Die Promenade von Palm Springs

Michael Im August fiel uns ein, nach Palm Springs, etwa 100km östlich von Los Angeles zu fahren, denn Angelika hatte darüber in einem ihrer abonnierten Reisemagazine gelesen. Mitten in der Wüste gelegen, bietet es ausgebrannten Filmbossen aus den Studios rund um Los Angeles Gelegenheit, am Pool abzuhängen, ausschweifende Parties zu feiern und mit ihren Straßenkreuzern in der Gegend herumzukurven. Mit unserem gemieteten Kia Rio kamen wir uns jedenfalls vor wie von einem anderen Planeten.

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Datteln - wo wachsen die?

Die Königin unter den Datteln: Medjool.
Die Königin unter den Datteln: Medjool.

Michael Wer wie ich gerne mal zwischendurch an einem Snack nascht, ein paar Erdnüsslein hier, ein Äpfele da, erfreut sich sicher auch an getrockneten Früchten. Nun gibt es Datteln eigentlich eher zur Weihnachtszeit, aber da sie in Kalifornien angebaut werden, bietet sie der Costco-Supermarkt hier das ganze Jahr über zum Verkauf an.

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Amerikanisch für Profis: Durka Durka

Der Film, der den Begriff "Durka Durka" ins Leben rief.
Der Film, der den Begriff "Durka Durka" ins Leben rief.

Michael In unserer Serie "Amerikanisch für Profis" heute ein Wort, mit dem der Amerikaner ausländische Währungen elegant unter einen Hut bringt: "Durka Durka". Auf Deutsch bedeutet es soviel wie "Kamelmoos", und damit bezeichnet der Amerikaner etwas geringschätzig Währungen, die gegenüber dem amerikanischen Dollar relativ wertlos sind.

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Pfusch an der Bay Bridge

Während der Sperrung: Nur Reparaturfahrzeuge sind auf der sonst dicht befahrenen Bay Bridge.
Während der Sperrung: Nur Reparaturfahrzeuge sind auf der sonst dicht befahrenen Bay Bridge.

Angelika Rund um die Halbinsel San Francisco liegt ja bekanntlich Wasser und Brücken sorgen dafür, dass Autofahrer ohne allzu große Umsände in verschiedene Himmelsrichtungen gelangen. Jeder kennt die Golden Gate Bridge nach Norden, aber mittlerweile ist auch die Bay Bridge, die nach Osten in Richtung Oakland führt, immer wieder in aller Munde. Ein Teil dieser Brücke krachte im Erdbeben von 1989, also vor 20 Jahren, ein. Genauer gesagt, ein Stück des oberen Decks fiel auf das untere. Die Brücke wurde damals zwar geflickt, aber jedem war klar, dass sie ein zweites großes Erdbeben nicht übersteht. Da täglich 280.000 Autos über die Brücke brausen, um in die sogenannte East-Bay-Gegend zu gelangen, drängten die Sachverständigen darauf, die Brücke erdbebensicher zu machen. Nach jahrelangen Streitereien um die Bezahlung und das Design für dieses Großprojekt, das übrigens in der satirisch anmutenden Dokumentation "The Bridge So Far - A Suspense Story" im Detail erörtert wird, versucht man jetzt schon seit über fünf Jahren, das Projekt zu verwirklichen.

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Toppprodukt: Barbecue-Chips

Barbecue-Kartoffelchips von Lays
Barbecue-Kartoffelchips von Lays

Angelika Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich neben Bahlsen-Erdnussflips ein absoluter Fan von Kartoffelchips bin. Ich bemerke hier nur am Rande, dass ich zu meinem 30ten Geburtstag eine Girlande aus 30 Kartoffelchipstüten gespannt bekam. Das sagt doch alles, oder? Allerdings bin ich auch dafür bekannt, etwas pingelig bei der Qualität zu sein, und so mag ich nur bestimmte Sorten, denn Kartoffelchips sind nicht gleich Kartoffelchips. In Deutschland kamen nur die von Funny Frisch auf den Tisch. Ich habe übrigens schon manchen Blindtest bestanden.

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Fragezeichen und andere Kuriositäten

Oben: Links europäisches, rechts amerikanisches Fragezeichen. Unten: Links Angelikas großes Druckschrift-I, rechts das amerikanische.
Oben: Links europäisches, rechts amerikanisches Fragezeichen. Unten: Links Angelikas großes Druckschrift-I, rechts das amerikanische.

Angelika Trotzdem wir hier nun schon fast 13 Jahre leben, kommt es immer noch vor, dass uns auf einmal Sachen auffallen, die einfach anders sind. Zu meinem Aufgabenbereich gehört zum Beispiel, Materialen für die autistischen Kinder zu erstellen, mit denen ich arbeite. Nun spielen wir seit geraumer Zeit das sogenannte Ratespiel und da wir für alles Symbolkarten anfertigen, machte ich eine mit einem Fragezeichen drauf. Als ich das Kärtchen allerdings meiner Kollegin zeigte, fragte diese ganz unschuldig, ob ich immer derart lustige Fragezeichen malen würde?

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Storage: Wohin mit dem Zeug?

In diesen Gebäuden kann man kleine Kabuffe mieten, um seinen Krempel aufzubewahren.
In diesen Gebäuden kann man kleine Kabuffe mieten, um seinen Krempel aufzubewahren.

Angelika Im Laufe der Jahre sammelt sich im Haushalt schleichend und stetig immer mehr Zeug an. Zum Einlagern des Krempels bietet sich in Deutschland der Dachboden oder der Keller an, sofern man denn ein Haus besitzt. In Amerika baut man Häuser aber in der Regel weder mit Keller noch mit Dachboden, und in der Doppelgarage stehen meist zwei Autos. Also, wohin mit dem Krempel?

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Stromzähler, die der Kunde abliest

Der Stromkunde stellt seinen abgelesenen Stromverbrauch mit den Pappzeigern ein.
Der Stromkunde stellt seinen abgelesenen Stromverbrauch mit den Pappzeigern ein.

Michael Die monatliche Stromrechnung wird in Amerika üblicherweise nicht als Pauschale abgerechnet, sondern tatsächlich vom Zähler abgelesen und per Kilowatt in Rechnung gestellt. Da unsere Heizung idiotischerweise elektrisch (!) funktioniert, ist der zu zahlende Betrag im Winter etwa doppelt so hoch wie im Sommer.

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Flexible Spending Account

Wenn man beim Arzt schon Geld latzen muss, dann wenigstens steuerfrei.
Wenn man beim Arzt schon Geld latzen muss, dann wenigstens steuerfrei.

Michael In den USA ist es durchaus üblich, dass selbst Leute mit guter Krankenkassenversicherung bestimmte Leistungen selbst bezahlen. Ich rede hier nicht nur von der Praxisgebühr im 10-Dollar-Bereich, sondern von Beträgen, die der Patient oft als Selbstbeteiligung im Rahmen seines Vertrages zahlt oder Leistungen, die die Krankenkasse von vorneherein ausschließt oder nur zu einem geringen Anteil trägt, wie Kronen beim Zahnarzt. Da läppern sich übers Jahr leicht mal hunderte oder sogar tausende von Dollars zusammen, und mit einem Trick zahlt man darauf keine Steuern. Und das sind in Kalifornien, wenn jemand spitzenmäßig verdient, schnell mal 30 oder gar 40%, wie wir euch in Rundbrief 11/1999 schon einmal vorgerechnet haben.

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Ka-boom! und andere Geräusche

Der Maler Roy Lichtenstein verwendet in seinen Bildern manchmal Geräuschwörter.
Der Maler Roy Lichtenstein verwendet in seinen Bildern manchmal Geräuschwörter.

Michael Nicht nur Tierlaute sind im Englischen, wie schon einmal in ( Rundbrief 07/2006 ) beschrieben, grundlegend anders als im Deutschen, sondern auch die lautmalerischen Umschreibungen für allerlei Geräusche. Wenn sich zum Beispiel jemand räuspert, schreibt man das als "Harumph!" (gesprochen "härampf!") nieder. Saust in einem Comicstrip ein Hammer auf etwas herunter, um es zu plätten, steht in großen Lettern "Thud!" daneben. Die quietschenden Reifen eines beschleunigenden Autos machen "Wheee", ein Laut, der ebenfalls von begeisterten Kindern, die eine Rutschbahn hinabgleiten oder wahlweise auch nur zynisch Begeisterung heuchelnden Erwachsenen benutzt wird: "Whee, I got a watch for 10 years of service!" ("Suuuper, für 10 Jahre im Dienste der Firma habe ich eine Uhr bekommen!").

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Letzte Änderung: 26-Nov-2012