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Rundbrief
  Rundbrief Nummer 136  
San Francisco, den 20.12.2020
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Rundbrief


Abbildung [1]: Angelikas Schutzausrüstung für den Alltag in der Schule.

Angelika Während sich in San Francisco und Umgebung die meisten Schüler an öffentlichen Schulen seit März mit dem Distanzunterricht herumquälen, haben private Schulen hier wieder ihre Tore geöffnet. Schulpolitik spielt sich in den USA auf lokaler Ebene ab, sodass es durchaus sein kann, dass zwar der Bundestaat Kalifornien trotz Pandemie Schulöffnungen erlaubt, aber die einzelnen Landkreise sich trotzdem sperren.

Trotz niedriger Infektionszahlen im September und Oktober bewegte sich in San Francisco nichts bei den öffentlichen Schulen. Die Schule, an der ich arbeite, liegt aber nicht in San Francisco sondern im benachbarten San Mateo. Aber auch in San Mateo sind bis jetzt nur private Schulen zum Präsenzunterricht zurückgekehrt. Warum können nun private Schulen wieder Schüler auf den Schulgelände begrüßen, aber bei den öffentlichen klappt es nicht?

Abbildung [2]: Die öffentlichen Schulen in San Francisco haben auch acht Monate nach Beginn der Pandemie nicht wieder aufgemacht.

Private Schulen verfügen in der Regel über mehr Geld und eine bessere Ausstattung, denn sie finanzieren sich ja aus Schulgeldern und nicht aus staatlichen Geldern. Sie operieren oft flexibler, denn es handelt sich meist um eine einzelne Schule und nicht um ganze Schulverbände, die die lokale Schulbehörde verwalten und unter einen Hut bringen muss. Die Angestellten sind nicht gewerkschaftlich organisiert, sodass Arbeitsverträge nicht mit den Lehrerverbänden verhandelt werden müssen. Die Lehrergewerkschaft ist in den USA erstaunlichlicher Weise sehr einflussreich, obwohl Gewerkschaften in den USA außer in einigen Schlüsselindustrien keine so große Rolle spielen. Bei den Schulöffnungen wollen die Gewerkschaften natürlich mitmischen, um ihre Mitglieder, die Lehrer, zu vertreten. Es gibt viele Streitpunkte: Was ist sicher? Wer stellt die Schutzmasken zur Verfügung? Welche Alterstufen kehren zuerst wieder zurück in die Schule? Was passiert mit den Lehrern, die einer Risikogruppe angehören?

Abbildung [3]: Die Puppe motiviert die Kinder dazu, ihre Maske zu tragen.

In privaten Schulen geht es da oft unbürokratischer zu. Wir erhielten zum Beispiel 50 Dollar pro Mitarbeiter, damit wir uns Schutzmasken kaufen konnten. Die Kinder bringen ihre eigenen Masken mit. Es gibt Notvorräte von Masken, die die Schule bezahlt. Auch die anderen Schutzmaßnahmen wurden aus dem Etat der Schule gezahlt, was aber nicht erst durch irgendwelche Gremien laufen musste.

Ihr merkt schon, meine Schule (Rundbrief 12/2018) hat seit September wieder auf. Wir beantragten eine Sondergehmigung beim Staat Kalifornien, was unser Gouverneur Newsom im Sommer in erster Linie für den Grundschulbereich erlaubte. Wir mussten ein Sicherheitskonzept ausarbeiten, das die Pandemieauflagen der lokalen und amerikanischen Gesundheitsbehörden (Center for Disease Control, CDC) abdeckte. Dieses Konzept reichte unsere Leitung dann zunächst bei der lokalen Gesundheitsbehörde in San Mateo ein, die es nach Durchsicht an die kalifornische Behörde (California Department of Public Health) weiterleitete. Ende August erhielten wir die Zusage zur Wiederöffnung.

Allerdings kamen uns dann noch die verheerenden Waldbrände dazwischen. Die schlechte Luft zwang die Schule nochmal in die Knie und wir mussten die Öffnung ein weiteres Mal verschieben. Aber Mitte September war es dann endlich soweit. Nach unendlich zermürbenden Monaten des Distanzlernens sahen wir unsere Schüler jetzt nicht mehr auf einem Bildschirm, sondern wieder im Klassenzimmer sitzend. Da wir ja eine sehr kleine Schule mit ganz wenigen Schülern in den Klassen sind, konnten wir die Auflagen gut umsetzen. Jeder Schüler hat sein eigenes Pult, das mit Plexiglas umrundet ist. Auch mein Schreibtisch, an dem ich, wenn die Kinder da sind, sowieso kaum sitze, und der Schreibtisch meiner Kollegin sind mit Plexiglas abgeschirmt. Ich komme mir dann immer vor wie bei der Geldausgabe der Bank.

Abbildung [4]: Brauchen die Schüler eine Maskenpause, dürfen sie sie in diesem Bereich abnehmen.

Die Pulte der Kinder sind alle mindestens 2 Meter voneinander entfernt. Die Luft wird gefiltert von einem extra angeschafften Superfilter. Jeder Schüler hat soweit möglich seine eigenen Materialien. Ansonsten desinfizieren wir. Alle Schüler (und natürlich auch Mitarbeiter), egal wie alt, tragen Masken und zwar immer und überall, im Klassenzimmer, auf dem Spielplatz, auf der Toilette. Die Kinder dürfen ihre Masken in der Regel nur zum Essen oder Trinken abnehmen, und das auch nur draußen, an dafür vorgesehenen Tischen, an denen die Abstandsregeln eingehalten werden können. Die Plätze sind mit grünen und roten Kreisen markiert, so dass die Schüler wissen, wo sie zum Essen sitzen können.

Draußen ist vor jedem Klassenzimmer auch ein Bereich abgetrennt, in dem Schüler eine Maskenpause machen können. Sie dürfen dort, auf einem Stuhl sitzend, die Maske abnehmen. Der Schulbeginn und das -ende sind für jede Klasse gestaffelt, desgleichen die Pausen, sodass unsere Schüler nicht mit anderen Schülern aus anderen Klassen zusammentreffen. Fieber wird jeden Morgen gemessen, sowie ein Fragenkatelog mit Covid-Symptomen abgefragt, bevor die Kinder das Schulgelände betreten. Auch haben wir alle schon ganz raue Hände vom vielem Händewaschen. Wann immer die Kinder das Klassenzimmer betreten oder verlassen, wie zum Beispiel vor und nach der Pause, heißt es Händewaschen. Gott sei Dank haben wir gleich am Eingang ein großes Waschbecken. Sobald ein Kind ein Covid-Symptom wie eine laufende Nase zeigt, darf es nicht mehr in die Schule kommen, bevor ein negativer Covid-Test vorliegt. Alle Mitarbeiter müssen mindestens alle vier Wochen zum Covid-Test, wenn keine Symptome vorliegen. Bei Symptomen gilt es, Zuhause zu bleiben und sofort einen zu Test machen.

Abbildung [5]: Gestaffelte Ankunftszeiten für Schülergruppen bei einer privaten Schule in San Francisco.

Das Ganze hört sich jetzt sicher schrecklich reglementiert an. Ich gestehe, dass ich große Bedenken hatte, ob meine Schüler das packen mit all den Regeln, denn ich arbeite ja mit Kindern, die nicht so ganz einfach sind. Aber die Kinder haben mich eines Besseren belehrt. Keiner beschwert sich über das Maskentragen oder das dauernde Händewaschen. Die Kinder waren alle so froh, dass sie wieder in die Schule durften, dass sie alle Reglementierungen in Kauf nahmen. Nichts ist schlimmer für sie, als isoliert vor dem Computer zu sitzen, und das bei einer Generation, die Videospiele liebt. Irgendwie tröstet mich das auch, dass der persönliche Kontakt so hoch im Kurs steht bei ihnen. Die Auswirkungen der Isolierung von Kindern unter Covid wird meines Erachtes völlig heruntergespielt. Bis jetzt sind wir trotz enorm steigender Zahlen im ganzen Land an der Schule ganz gut durch die Krise gekommen. Nach den Winterferien machen wir wieder mindestens eine Woche Distanzlernen, weil wir ja nicht richtig kontrollieren können, was die einzelnen Schüler und Mitarbeiter in den Ferien so treiben. Halten sie sich an die Auflagen oder Kontaktbeschränkungen? Während der ersten Woche des Distanzlernens muss jeder zum Test, und ohne negativen Test darf keiner zurück in die Schule. Trotz erneutem Lockdown in San Francisco und Umgebung dürfen Schulen, die bereits auf sind, auch weiterhin aufbleiben.

Ausverkaufte Weihnachtsbäume

Abbildung [6]: Der 119 Dollar teure Weihnachtsbaum auf dem Balkon.

Michael Wenn sie denn überhaupt einen kaufen, machen sich Amerikaner meist schon an Thanksgiving Ende November auf, einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Sie stellen ihn auch gleich auf und schmücken ihn, denn schließlich hat man so mehr von der Investition.

Angelika will auch jedes Jahr einen Weihnachtsbaum haben, ihn aber erst kurz vor dem 24sten kaufen und erst am 24sten aufstellen. Eine Woche vor dem Fest bieten die Verkaufsstellen normalerweise noch akzeptable Bäume feil, doch bei unserer normalen Anlaufstelle gab es dieses Jahr nur noch drei Meter hohe Riesenbäume und einen Meter kleine Mini-Bäume, das Mittelsegment war komplett ausverkauft. Schließlich fanden wir noch einen, der maß 2 Meter 10, aber als wir fragten, wie viel er denn kosten solle, sagte der Mann trocken: 176 Dollar, worauf wir es uns nochmal überlegen wollten.

Nach einer Stunde Autofahrt quer durch die Stadt, auf der wir verschiedenste Safeway-Parkplätze abklapperten, auf denen laut Internet angeblich Bäume verkauft wurden, aber in Wirklichkeit nur bereits eingemottete Verkaufsbaracken standen, wurden wir schließlich in einem Gartencenter am Ozean fündig. Aus fünf verbliebenen Bäumen wählten wir den besten aus, und der Angestellte erzählte uns, während er den Baum auf unserem Autodach festband, dass es dieses Jahr besonders verrückt zugegangen sei. Viel mehr Leute als sonst blieben über die Feiertage in der Stadt, und während der Laden sonst pro Saison 600 Weihnachstbäume verkauft, hätten sie dieses Jahr in weiser Voraussicht 1000 geordert, die aber nun praktisch alle weg waren, und Nachschub war auf die Schnelle nicht zu bekommen.

Nun steht also ein 119 Dollar teures Stück auf unserem Balkon und wartet dort auf den 24. Dezember, dann darf er rein ins Wohnzimmer und wird dort von Angelika persönlich in einer aufwändigen Prozedur geschmückt. Ich schreibe derweil Artikel für Computerzeitschriften oder geh Surfen.

Wählen in der Garage

Abbildung [7]: Wähler in San Francisco können ihre Stimme in einer Garage abgeben.

Michael Nun ist die Präsidentenwahl ja gelaufen, aber die Rundbriefleser fragen sich sicher, wie wählen die Leute in Amerika überhaupt? Während in Deutschland oft in der nächstgelegenen Grundschule ein Wahllokal aufmacht, geht es hier in San Francisco auch manchmal etwas rustikaler zu. So betreiben in unserem Viertel einige Anwohner offizielle Wahllokale in ihren hauseigenen Garagen. Das ist kein Witz, sondern wie ihr an den Fotos sehen könnt, bekommen diese Freiwilligen offizielle Wahlurnen und -zettel und sind fürs ordnungsgemäße Abliefern der abgegebenen Stimmen an die offiziellen Stellen verantwortlich.

Wegen des in Amerika "Electoral College" genannten Wahlverfahrens bestimmt ja jeder Bundesstaat einzeln den Präsidenten. Teilweise gibt es in einigen Staaten aber historische Vorlieben, und da ein Kandidat pro Bundesstaat nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip gewählt wird, bräuchte in Kalifornien ein Anhänger der republikanischen Partei eigentlich erst gar nicht zur Wahl zu gehen, denn seit 40 Jahren hat Kalifornien immer für den demokratischen Kandidaten gestimmt. Gerüchtehalber hätte in Kalifornien selbst ein demokratischer Pappkamerad immer noch mehr Chancen als der moderateste konservative Politiker.

Abbildung [8]: Wegen Corona warten die Wähler vor dem Wahllokal, bis sie an der Reihe sind.

Aber wie immer wurde die Präsi-Wahl auch dieses Mal in einen Topf geworfen mit den in Kalifornien so üppig praktizierten Volksbegehren, den sogenannten "Ballot Measures". Über alles und jedes darf der Bürger hier direkt abstimmen, so zum Beispiel in der "Proposition 18", ob das Wahlalter auf 17 Jahre gesenkt werden soll (abgelehnt mit 56%). Oder "Proposition 16", die es dem Bundesstaat im Widerspruch zur Verfassung erlaubt hätte, ethnische Minderheiten bevorzugt zu behandeln (abgelehnt mit 57.2%). Oder "Proposition 22", die es den Taxiunternehmen Uber und Lyft erlaubt, Fahrer als freie Mitarbeiter (und nicht als Angestellte) zu beschäftigen (bestätigt mit 58.6%).

Geht also ein Kalifornier in so ein Garagen-Wahllokal, bekommt er einen Riesenwahlzettel und muss nicht nur "Trump" oder "Biden" ankreuzen, sondern mehrere Dutzend Kästchen mit numerierten Propositions. Die Ballot Measures werden je nach Gutdünken der Antragssteller benannt, und ist es oft gar nicht so einfach, herauszufinden was man mit der Wahl von "Ja" oder "Nein" erreicht. Die Wahl zur Proposition 16 zum Beispiel war folgendermaßen formuliert: "Repeal Prop 209 Affirmative Action Amendment". Es ging also um den Widerruf einer alten Proposition aus dem Jahr 1996, die es dem Staat untersagte, Bürger ungleich zu behandeln, nur um zurückliegenden Minderheiten Vorteile zu verschaffen.

Abbildung [9]: Proposition 16 bei der Wahl in Kalifornien im Jahr 2020.

Das war damals ein Stopp der sogenannten "Affirmative Action", einem Staatsprogramm, das versuchte, die Lebensumstände von Minderheiten wie Schwarzen oder Latinos mit staatlichen Eingriffen zu verbessern, indem es sie zum Beispiel bevorzugt bei der Vergabe von Studienplätzen berücksichtigte, natürlich zum Ärger anderer Gruppen wie Weißen oder Asiaten, die trotz besserer Noten den Kürzeren zogen. Also bestimmte Prop 206 im Jahre 1996, dass dies nicht rechtens sei. Prop 16 im Jahre 2020 rollte dieses alte Thema nun wieder auf und wollte diese Ungleichbehandlung wieder legalisieren. Wer also auf seinem Stimmzettel mit "Ja" stimmte, sprach sich für die Rücknahme der alten Proposition aus, also für die Legalisierung der Ungleichbehandlung.

Mit "Nein" stimmte man gegen das Zurücknehmen, also für die Beibehaltung der bisherigen Praxis der Gleichbehandlung. Damit das auch Leute ohne Abitur nicht überfordert, erklären Internetseiten wie ballotpedia.org was bei jeder Frage "Ja" und was "Nein" bewirkt, und die Wähler betreten die Wahllokale oft mit selbstgeschriebenen Tabellen, die bestimmen, bei welcher Nummer sie welches Kasterl ankreuzen, damit sie auch das politisch erreichen, was sie sich zuhause überlegt haben. Manche nehmen auch ein Aktivistenspickzetterl mit, auf denen andere Leute, denen die Wähler vertrauen, die empfohlenen Kreuze zum Abschreiben auflisten. Das Ergebnis: Wie oben schon erwähnt, wurde Prop 16 mit 57.2% von den kalifornischen Wählern abgelehnt, es bleibt also weiterhin illegal, dass der Staat Minderheiten Vorteile gewährt. Der Grundsatz der Gleichbehandlungs bleibt bestehen.

Grippeimpfung im Drogeriemarkt

Abbildung [10]: Walgreens, die führende Drogerie-Kette mit Apothekenfunktion.

Angelika Ich hatte bis jetzt nicht oft richtige Grippe in meinem Leben, aber einmal erwischte es mich doch ziemlich. Da lebten wir noch in München und ich meinte damals, dass ich bei der Arbeit unentbehrlich sei und ging mit Fieber arbeiten, was sich postwendend rächte, mich ins Fieberdelirium verfrachtete und für eine gute Zeit lahm legte. Seit geraumer Zeit denke ich mir jedes Jahr, aber dieses Jahr lässt du dich gegen Grippe impfen und dann mache ich es doch nicht, obwohl es wegen meiner Arbeit mit den Kindern empfohlen wird.

Aber durch Corona und die Tatsache bedingt, dass ich bei jedem auftretenden Symptom, das auf der offiziellen Covidliste ist, zuhause bleiben und getestet werden muss, dachte ich mir, 2020 ist mein Jahr der Grippeimpfung. Denn Grippe- und Coronasymptome sind nur schwer voneinander zu unterscheiden. Nun wollte ich natürlich nicht mit allen Hustenden und Prustenden im Wartezimmer meines Hausarztes sitzen, nur für eine Impfung. Aber das muss man dem Amerikaner lassen, manchmal ist er sehr pragmatisch veranlagt. Jeder kann sich hier nämlich im Drogeriemarkt impfen lassen.

Abbildung [11]: In dem weißen Kabuff rechts impft der Apotheker die Kunden gegen Grippe.

Wie hier schon öfter berichtet, gibt es in den USA nicht die Apotheke im klassischen Sinn, wie ihr sie aus Deutschland kennt. Apotheken (hier "Pharmacy" genannt) befinden sich entweder im Drogeriemarkt wie dem "Walgreens" und "CVS" oder auch in Supermärkten wie der Kette "Safeway". Als deutscher Tourist kommt es einem dann auch immer etwas befremdlich vor, dass es im Supermarkt nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie Aspirin im ganz normalen Regal gibt. Für die verschreibungspflichtigen Arzneimittel braucht man allerdings auch hier ein Rezept und bekommt das Medikament nur hinter dem Tresen ausgehändigt, der sich meist im gleichen Bereich wie die anderen, nicht verschreibungspflichtigen Medikamente befindet.

Auch in den USA gibt es den Beruf des Pharmakologen und jeder Drogerie- oder Supermarkt, der verschreibungspflichtige Medikamente im Sortiment hat, beschäftigt einen. In allen amerikanischen Bundesstaaten ist es diesen Pharmokologen erlaubt, Impfungen an Erwachsenen durchzuführen (bei Kindern ziehen nicht alle Bundesstaaten mit). In der Regel kann der Impfwillige einfach im Laden auftauchen, um sich die Impfung verpassen zu lassen oder der Kunde kann online einen Termin machen.

Hat man eine Krankenversicherung, bezahlt diese die Impfung, und der Drogeriemarkt rechnet gleich direkt mit ihr ab. Ich musste dazu nur meine Krankenkassenkarte vorlegen. Meine Krankenkasse bezahlte die Grippeimpfung voll. Ich machte online einen Termin beim Walgreens bei uns um die Ecke, und bekam einen am selben Tag. Dann brauchte ich nur mein Geburtsdatum, meine Adressse und meinen Namen anzugeben, und ein paar Fragen gab es für mich zu beantworten wie zum Beispiel, ob ich mich krank fühle oder schon einmal allergisch auf Impfungen reagiert hätte.

Abbildung [12]: Angelika wurde im Drogeriemarkt gegen Grippe geimpft.

Zum ausgemachten Zeitpunkt trabte ich dann zum Drogeriemarkt "Walgreens", meldete mich im Pharmaziebereich, und nach einigen Minuten kam die diensthabende Pharmokologin. Sie führte mich in eine kastenähnliche, wie ein kleiner Container aussehende Box, die sich als ein klitzekleines Zimmer mit einem Stuhl herausstellte. Sie fragte noch einmal meine Daten ab und gab mir dann die Impfung in den Arm. Ich hatte mich schon immer gewundert, wenn ich im Walgreens einkaufen war, was es mit dieser riesigen mannshohen Kiste am Ende des Ganges auf sich hat. Jetzt weiß ich es! Übrigens gibt es nicht nur Grippeimpfungen in Drogeriemärkten, sondern man kann sich auch gegen alle möglichen andere Dinge impfen lassen (Gürtelrose, Keuchhusten, Hepatitis). In den deutschen Medien las ich, dass es dieses Jahr in Deutschland die ersten Modellprojekte gibt, die das Grippeimpfen in ausgewählten Apotheken erproben.

Wanderer, Jäger und Sammler

Abbildung [13]: Auf dem Wanderweg rauf nach Twin Peaks bieten sich tolle Ausblicke.

Michael Wie schon einmal ausgeführt (Rundbrief 05/2020), gehen wir (fast) jeden Abend auf einen Rundgang durch unser Viertel, um uns selbst in Pandemiezeiten einigermaßen fit zu halten. Mittlerweile haben wir schon so viele Meilen abgelatscht, dass Angelikas Wanderschuhe den Geist aufgegeben haben, aber wir bestellten einfach das gleiche Modell nochmal über den Outdoor-Ausstatter REI, diesmal Online und nicht im Laden. Die nächsten 10.000 Meilen können kommen.

Abbildung [14]: Wer gerade frisch eingezogen ist, kann vielleicht diese Tassen oder die Haustierfüttermaschine gebrauchen.

Dabei geht es uns gar nicht um das Ziel der Wanderung, sondern um den Weg, mal halten wir ein Schwätzchen mit dem Postboten, der am Abend noch die letzten Briefe austrägt, oder lachen über eine Familie auf der 23sten Straße, die jeden Abend auf den Stufen zu ihrem Haus sitzt und mit ihren Nachbarn, die wegen Social Distancing ein paar Stufen weiter unten kauern, Happy Hour mit Wein machen.

Abbildung [15]: Dieser Stuhl wird wohl Schwierigkeiten haben, Abnehmer zu finden.

Auch staunen wir darüber, was die Leute hier im Viertel alles so auf die Straße stellen und ein "Free"-Schild dranmachen, damit's jemand mitnimmt. Ob das eine LP-Sammlung mit 100 Scheiben ist, oder ein paar nicht mehr benötigte Krücken, ein alter Grill, oder ein durchgewetzter Arbeitsstuhl, jedes Teil erzählt so seine Geschichte. Manchmal steht auch ein antiker Schrank zum Mitnehmen da, aber da muss ich Angelika immer bremsen, denn wir haben leider keinen Platz zuhause.

Abbildung [16]: So stand das Regal auf der Straße zum mitnehmen.

Abbildung [17]: Nun steht es in unserer Garage und bietet Stauraum für unseren Krempel!

Einmal hatte jemand ein sehr solides, zwei Meter hohes Kellerregal aus Plastik vor die Tür gestellt, und wir wussten sofort, dass wir das gut für unseren Tiefgaragenplatz gebrauchen konnten, um alten Krempel, der bisland verstreut auf dem Boden lag, aufzuräumen. Also drehten wir um, liefen im Eilschritt nach Hause, und holten das Auto, und zum Glück war das Regal noch da. Ich baute es auseinander, wir luden es ein, fuhren es heim, und setzten dann unsere unterbrochene Wanderung fort. Später bauten wir es auf und toll wie aufgeräumt es jetzt in der Garage aussieht!

Abbildung [18]: Blinde sehen, Lahme gehen, und lassen die Krücken für den Nächsten zurück.

Ganz unumstritten ist diese Praxis, alten Krempel zum Mitnehmen auf die Straße zu stellen hier im Viertel übrigens nicht. Manchmal regen sich Nachbarn auf dem Internetportal Nextdoor auf, wenn Zeugs, das eigentlich in die Mülltonne gestampft oder von der Sperrmüllabfuhr entsorgt gehört, tagelang auf der Straße rumsteht. Wenn ich irgendwas rausstelle, meist alte aber noch funktionsfähige Computerteile, Kabel oder Werkzeug, das ich nicht mehr brauche, kontrolliere ich bei Einbruch der Dunkelheit nochmal, ob's schon jemand mitgenommen hat, nehme es über Nacht rein und stelle es vielleicht am nächsten Tag nochmal raus. Wenn sich dann immer noch keiner erbarmt, kommt's in die Tonne. Schließlich bin ich ein vorbildlicher Nachbar!

Topp-Produkt: Kindle Oasis mit Ledertasche

Abbildung [19]: Ein warmes Frontlicht ermüdet die Augen weniger

Michael Bücher lesen wir seit geraumer Zeit fast ausschließlich auf elektronischen Geräten. Für großformatige Prachtbände nutze ich meinen großen iPad Pro, für Textbücher kommen diverse Kindle-Kästen zum Einsatz. Letztere bietet Amazon in mehreren Preisklassen an, die Grundversion ist schon recht gut, für etwa 50% Aufpreis gibt's die nur unwesentlich bessere "Paperwhite"-Version, und für den absurden Mondpreis von 250 Dollar die Millionärsausgabe "Kindle Oasis". Nachdem es zu Corona-Zeiten nicht ganz einfach ist, sein verdientes Geld an den Mann zu bringen, schlug ich sofort zu, als Amazon den Preis am Black Friday kurzfristig auf 175 Dollar senkte.

Abbildung [20]: An dem Seitenwulst hält sich das Gerät mühelos.

Nun habe ich auf dem Gerät schon 25% des ellenlangen neuen Obama-Buches gelesen, und ich muss sagen, dass ich nicht nur das einstellbar wärmere Frontlicht schätze, sondern auch den merkwürdigen Seitenwulst, an dem sich das Gerät mühelos mit einer Hand halten lässt, gerne auch von jemandem, der todmüde im Bett kurz vor dem Wegratzen noch drei Absätze lesen möchte.

Abbildung [21]: Der Kindle in der Ledertasche von Drink+Hide für den Cowboy-Look.

Wo rein mit dem Teil nach dem Lesen, damit es nicht einstaubt? Klassische Kindlemappen waren mir immer ein Greuel, weil sie das Gewicht des Geräts teilweise verdoppeln und dann strengt mich das Hochhalten zu sehr an. Deshalb stecken meine andere Kindles in einfachen Schubern, und ich halte sie beim Lesen ohne jegliche Hülle in der Hand. Beim Oasis suchte ich nach einer exklusiveren Variante und fand den Lederschuber der Marke "Drink & Hide" auf Amazon für 37 Dollar. Das Teil ist der Hammer! Extrem weiches und wohlriechendes Leder, hochgradig handschmeichelnd und absolut perfekt genäht, kommt angeblich aus Guatemala und wird in den USA nur Online vertrieben. Topp-Produkt!

Brezen selber backen

Abbildung [22]: Die fertig gebackenen Brezeln lehren dem Brezen Bauer das Fürchten.

Michael Frische Brezen sind in San Francisco leider Mangelware, man kann zwar einen Tag alte Brezen von "Esther's Bakery" in Mountain View beim Ökosupermarkt "Rainbow Grocery" erwerben, aber wer mag schon altbackene Brezen! Wie schonmal in Rundbrief 06/2016 berichtet, entdeckte ich vor einigen Jahren ein vorgefertigtes Brezenbackmix, buk damit alle paar Wochen mal ein Backblech voller Brezen und war soweit zufrieden damit.

Wegen Corona verbrachte ich viel Zeit daheim, und stolperte über ein Youtube-Video mit einem Rezept für astreine Brezen aus den Zutaten Mehl, Hefe, Wasser und Abflussreiniger. Ihr habt richtig gelesen, denn es ist Natronlauge, mit der die Brezen ihre typische dunkelbraune Farbe bekommen und den charakteristischen Geschmack, der sie von der gemeinen Semmel unterscheidet.

Abbildung [23]: Konzentrierte Natronlauge bäckt die Brezen braun.

Konzentrierte Natronlauge in Pulverform kann man über's Internet bestellen, allerdings ist das ein Höllenzeug, das nicht nur verstopfte Abflüsse freiätzt, sondern auch hitzig reagiert, wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Die vorgeformten Brezenrohlinge taucht man deshalb nur kurz in eine 5-Prozent-Lösung der Lauge, bevor man sie aufs Backblech legt. Zum Verdünnen schüttet man mit Schutzbrille und Handschuhen 5g von dem Teufelspulver pro 100g Wasser in einer Plastikschüssel. Ja nicht umgekehrt, niemals Wasser aufs Pulver schütten oder eine Aluminiumschüssel verwenden, sonst kracht's und der Brezenbäcker muss in die Notaufnahme!

Abbildung [24]: Die Küchenmaschine mit Teighaken knetet den Brezelteig.

Hefe verkaufen Supermärkte in Amerika nicht wie in Deutschland als Naßhefe in kleinen Packerln aus Backpapier, sondern als pulverisierte Trockenhefe. Das heißt, in normalen Zeiten verkaufen sie's. Gegenwärtig scheint ein Hausbackboom ausgebrochen zu sein, denn überall ist die Hefe aus, nur hin und wieder findet man in einem Ökoladen noch ein Döslein mit italienischer Trockenhefe ("Secca") vor sich hinstauben. Der amerikanische Hefegigant "Fleischmann" bietet aber auf Amazon ein Pfund von dem Zeug für etwa 10 Dollar an, und das reicht dann ein Jahr lang, wenn man jede Woche Brezen macht.

Abbildung [25]: Der fertige Brezelteig kurz vor dem Portionieren.

Zum Rezept aus dem oben gelinkten Video: 13g von der Trockenhefe in 365g lauwarmem Wasser verquirlen, 10 Minuten stehen lassen, dann 632g Brotmehl mit 12g Salz vermengen und in eine Küchenmaschine mit Teighaken geben, und das Hefewasser langsam zugießen. Nach 5-10 Minuten kneten liegt der fertige Teig in der Maschine. Anschließend den Teig 30 Minuten zugedeckt ruhen lassen, in etwa 100g große Stücke teilen, diese in etwa 20cm lange Zylinder formen und nochmal 20 Minuten ruhen lassen. Dann die Zylinder laaang ausrollen, und daraus Brezen formen, kurz rein in die verdünnte Natronbrühe (mit Einweghandschuhen) und aufs Backblech. Grobes Salz auf die Brezen und in den auf 420 Grad Fahrenheit (215 Grad Celsius) vorgeheizten Backofen rein. Nach 20 Minuten rausnehmen und auf einem Gitter abkühlen lassen. Fertig!

Abbildung [26]: Kunstvoll gedrexelte Brezenrohlinge.

Das Ganze erfordert etwas Übung, damit die Brezen auch schön groß werden und eine glatte Oberfläche bekommen, und damit der Bäcker nicht gleich ausflippt, wenn der Teig noch etwas klebt, sondern einfach etwas Mehl auf die Finger macht. Die fertigen Brezen werden außen knusprig, innen weich und schmecken großartig, am Besten natürlich frisch verzehrt, aufheben bei Backwaren ist meist nicht der Bringer. Und, ich habe natürlich auch mein eigenes Brezenbackvideo für Youtube gedreht, schaut's rein, liked's und subscribed's, wie die Profis dort sagen.

Ab zum Covid-Test

Abbildung [27]: Einfahrt zum Covid-Test.

Angelika Wie ich eingangs schon erwähnt habe, ist eine der Auflagen an unserer Schule, dass Mitarbeiter regelmäßig zum Corona-Test müssen, auch wenn gar keine Symptome vorliegen. Anfang September war es allerdings noch gar nicht so leicht, bei fehlenden Symptomen einen Test zu ergattern. In San Francisco gab es zwar Testcenter, die Tests für Leute anboten, die arbeitsbedingt einen brauchten, aber nur, falls die Arbeitsstelle sich in San Francisco befand. Das ließ mich etwas mit den Zähnen knirschen, denn auch wenn meine Arbeitsstelle nicht in San Francisco liegt, gelte ich immer noch als Einwohner dieser Stadt und lasse meine Steuergelder hier. Aber egal.

Bei anderen Teststellen bekam man nur einen Test nach vorheriger Videokonferenz, was auch etwas umständlich war. Dann machte uns unsere Leitung auf das sogenannte "Project Baseline" aufmerksam. Die haben Testcenter überall in der Bay Area, arbeiten mit den lokalen und staatlichen Behörden zusammen und der Test steht auch Leuten ohne Symptomen zur Verfügung und ist kostenlos. Allerdings verbirgt sich hinter dem Project Baseline die Firma Verily, was eine Tochterfirma von Alphabet ist, der Google-Firma. Verily stampfte das Project Baseline nicht etwa wegen Corona aus der Erde, sondern ist allgemein daran interessiert, wie Daten und Forschungsergebnissse für den Einzelnen genutzt werden können, um seine Gesundheit zu verbessern. Die Covid-Testerei läuft über die Google-Plattform, denn um einen Termin auszumachen, muss man eigentlich über einen Google-E-Mail-Account verfügen oder einen neuen einrichten. Das nun besorgte Datenschützer zu Recht, denn Google ist ja wegen Datennutzung und -speicherung schon oft in die Kritik geraten. Angeblich werden die Daten bezüglich des Covid-Tests separat gespeichert und nicht mit der Google-E-Mail verlinkt. Wegen der kritischen Stimmen erlaubt Google aber jetzt auch Nicht-Google-E-Mails.

Wie läuft das Ganze nun ab? Ich ging auf die Project-Baseline-Covid-Webseite, drückte auf den "Get Started" Knopf und musste mich dann mit meiner E-Mail anmelden. Dann gilt es, einige Formulare elektronisch zu unterschreiben, in denen man versichert, dass man 18 Jahre alt ist und sich bereit erklärt, dass es zum Beispiel okay ist, dass die Covidprobe an ein Labor geschickt und die Daten zu diesem Zweck mit diesem Labor ausgetauscht werden. Dann füllte ich online einen Fragebogen bezüglich Corona aus, also zum Beispiel mein Alter, Symptome, Vorerkrankungen, erhöhtes Risiko durch den Beruf, und so weiter, und dann geht es endlich an die Terminvergabe.

Mir wurden freie Termine bei Teststellen in der näheren Umgebung vorgeschlagen. Ich suchte mir einen Termin bei einem Testzentrum in San Mateo aus, das sich praktisch fast gegenüber unserer Schule auf einem Messegelände befindet. Ich musste auch meine Krankenkassennummern zur Terminvergabe angeben, diese wird in Kalifornien nämlich zur Kasse gebeten. Hat man keine, kostet der Test aber nichts. Ich habe den Test ja jetzt schon einige Male gemacht und manchmal sind alle Termine weg. Aber in der Regel werden jeden Tag neue zur Verfügung gestellt. Ich bekam dann die Bestätigung per E-Mail, mit einer Identifizierungsnummer, die jeder zum Termin mitbringen muss.

Dann fuhr ich mit dem Auto zum Testcenter in San Mateo. Zunächst reihte ich mich in die Autoschlange ein. Jeder trug Maske und die Autofenster blieben fest verschlossen. Ein Einweiser hielt ein Schild hoch, auf dem die Frage stand, ob ich einen Termin mit Project Baseline hatte (ohne Termin geht nichts). Die Frage beantwortete ich mit Daumen hoch für ja. Der Einweiser wies mir meine Spur zu, denn es gibt auch noch Testmöglichkeiten anderer Anbieter auf dem Gelände. Im Schneckentempo ging es weiter. Dann kam eine weitere Person, die durch das geschlossene Fenster meine Identifizierungsnummer von der E-Mail prüfte und meinen Führerschein, um sicherzustellen, dass ich auch die richtige Person war.

Nach Prüfung der Personalien brachte wurde ein Plastikbeutel mit den Teströhrchen hinter meinen Scheibenwischer geklemmt. Der eigentliche Test fand in einer Messehalle statt, in die ich mit dem Auto einfuhr. Dort kam der Tester an und fragte noch mal nach meinem Namen und meinem Geburtstdatum, wieder bei noch verschlossenen Scheiben. Dann musste ich mein Autofenster einen kleinen Spalt öffnen. Der Tester reichte mir ein langes Wattestäbchen. Ich schloss mein Fenster, zog die Maske von der Nase, sodass der Mund noch bedeckt war. Dann führte ich selbst das Wattestäbchen tief in das Naseloch ein und drehte das Wattestäbchen zehnmal im ersten Nasenloch und erneute zehnmal im zweiten. Dann schob ich meine Maske über die Nase zurück, öffnete das Fenster wieder einen kleinen Spalt und steckte das lange Wattestäbchen in das mir hingehaltene Teströhrchen zurück. Dann fuhr ich davon. Nach 1-2 Tagen bekam ich das Ergebnis per E-Mail zugeschickt.

Abbildung [28]: Poster mit den Covid-Teststellen in San Francisco.

Wenn man einmal im System ist bei Project Baseline, braucht man bei Folgetests nur seine Krankenkassennummer anzugeben, um einen Termin zu erhalten, den Fragekatalog kann man sich schenken. Mittlerweile ist es allgemein etwas leichter, einen Test zu bekommen auch wenn man keine Symptome hat, selbst für Kinder, allerdings erst ab 13 Jahren bei Project Baseline, die Konkurrenzfirma Curative macht's ab 5 Jahren. Ich hätte gerne ein paar Fotos beim Testen gemacht. Das war allerdings strengstens verboten.

Biden gewinnt

Abbildung [29]: Biden-Anhänger feiern den Wahlsieg im Dolores-Park.

Angelika Am Samstag, dem 7. November lagen wir noch gemütlich im Bett und lasen, als plötzlich Jubeln und Topfschlagen los ging, das immer lauter wurde. Biden hatte nach zermürbenden Tagen des Wartens und Auszählens die Präsidentschaftswahl gewonnen, weil der Bundesstaat Pennsylvania an ihn gegangen war. Im Jubel drückte sich die Erleichterung aus, die viele in der demokratischen Hochburg San Francisco empfanden. Ehrlich gesagt hatten wir das noch nie nach einer Wahl erlebt.

Nun wäre es naiv, zu glauben, dass Biden alles richten wird. Das Land ist zutiefst gespalten, Millionen haben für Trump gestimmt und sind davon überzeugt, dass die Demokraten die Wahl gestohlen haben, und bei den Demokraten selbst gibt es politische Grabenkämpfe zwischen den mehr moderaten und progressiveren Kräften. Aber an diesem besagten Samstag kam nach einem unendlich anstrengenden Jahr endlich wieder so etwas wie Hoffnung auf, dass noch nicht alles verloren ist. Von mir aus können die nächsten vier Jahre total langweilig werden, wenn nur endlich Ruhe einkehrt mit Biden und Harris. Schon jetzt ist angenehm, dass wir nicht jeden Morgen mit der Sorge aufwachen, was der werte Herr Trump jetzt schon wieder mit einem Tweet losgelöst hat. Ja, er zweifelt immer noch an seiner Wahlniederlage, und wir fragen uns schon, wie es sein kann, dass soviele republikanische Politiker in Washington ihm noch die Treue halten. Aber dennoch bereiten sich viele seiner Parteifreunde auf eine neue Ära vor.

Wieviel Biden bewirken kann, liegt auch daran, ob im Senat die Republikaner weiterhin die Mehrheit haben werden. Dies entscheidet sich am 5. Januar in Georgia, denn dort geht es in die Stichwahl für die zwei Senatorensitze. Falls der Senat aber in republikanischer Hand bleibt, wird es schwer für Biden, denn dann bleibt Mitch McConnell Mehrheitsführer im Senat und wird Biden viele Steine in den Weg legen. McConnell ist meiner Meinung nach einer der mächtigsten Politiker im Land. Ich werde bald einmal ausführlicher über ihn im Rundbrief schreiben.

Liebe Grüße aus der Stadt im Coronaschlaf:

Angelika und Michael

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Letzte Änderung: 10-Jun-2022