Michael Als Rundbriefleser wisst ihr, dass San Francisco in letzter Zeit Probleme damit hat, die explosionsartig hochgeschnellte Kriminalitätsrate in den Griff zu bekommen. Niemand, der einigermaßen bei Verstand ist, bezweifelt, dass der astronomische Zuwachs an Auto- und Hauseinbrüchen in San Francisco der Tatsache geschuldet ist, dass Täter wissen, dass sie straffrei ausgehen. Staatsanwalt Boudin, der sich, einer ganz und gar kaputten politischen Ideologie folgend, selbst bei Fällen mit klarer Sachlage weigert, Anklage zu erheben, schiebt die Schuld auf die Polizei, die angeblich nicht genug Diebe verhaftet. Allerdings schiebt die Polizei die Schuld auf Boudin, der verhaftete Verbrecher sofort wieder laufen lässt. Zu allem Überfluss behauptet Boudin auch noch dreist in Pressekonferenzen, die Anzahl der Einbrüche sei rückläufig, was natürlich daran liegt, dass kein Bürger mehr seine Zeit damit verschwendet, auf der Polizeiwache herumzusitzen und einen Einbruch zu Protokoll zu geben. Als aber neulich der Nobelladen Louis Vuitton direkt in der Stadtmitte am hellichten Tag von einem organisierten Mob ausgeplündert wurde und Videos davon um die Welt flickerten, ging Boudin der Arsch auf Grundeis. Er versprach im Fernsehen, die Plünderer anzuklagen, was in neun Fällen dann tatsächlich erfolgte, aber seit vier Wochen ist Totenstille in der Presse darüber, was daraus geworden ist. Es steht zu vermuten, dass alle Verdächtigen bereits wieder auf freiem Fuß sind.
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