01.11.2021 Deutsch English

Abzocke am Flughafen: 8 Dollar für einen Gepäckwagen

Abbildung [1]: Der Flughafen von San Francisco nimmt allen Ernstes acht Dollar für einen Gepäckwagen.

Michael Immer wenn wir aus Deutschland kommend nach San Francisco zurückfliegen, reisen wir mit schwerem Gepäck. Oft sind das vier große Taschen, vollgepfropft und sorgfältig austariert, bis das Maximalgewicht erreicht ist. Nach der Landung und dem anschließenden Aufnehmen des Gepäcks vom Fließband stellt sich allerdings dann das Problem, die Koffer circa 500 Meter weit (und im Aufzug hoch) zur Taxihaltestelle zu bugsieren. Jeder Flughafen dieser Welt hält für seine Fluggäste hierfür Gepäckkarren vor, an beliebten Umsteigepunkten auch gern gegen ein geringes Entgelt, in Frankfurt zum Beispiel kostet das Ausleihen des Karrens einen Euro.

Abbildung [2]: Für jeden dieser Wagen hat ein Fluggast für zehn Minuten Benutzung acht Dollar hingeblättert.

Dies war bis vor kurzem auch am SFO, dem internationalen Flughafen von San Francisco so, nur dachte sich die Karrenbetreiberfirma "Smarte Carte" dort offenbar: "Warum nicht mal kräftig abkassieren und den Preis in die Höhe schrauben, was wollen die Fluggäste denn sonst machen, vielleicht ihr Gepäck tragen?!" und in meiner Fantasie brechen die verhärmten Gestalten der Vorstandsetage im Sitzungsaal daraufhin in schallendes böses Gelächter aus, ähnlich wie die Schergen von Dr. Evil im Film "Austin Powers".

Gut, man könnte natürlich weniger Gepäck mitführen, und pro Person einfach einen Rollkoffer rollen, aber wer wie wir gern einkauft, hat diese Option leider nicht. Ganz so wie ein offensichtlich aus Großbritannien stammender Herr, der, mühevoll drei Koffer ohne Gepäckwagen im Aufzug nach oben zum Taxistand balancierend, mir zuraunte: "I can't believe they're taking 8 Dollars for a cart!" und ich musste ihm mit "Yep, it's ridiculous!" zustimmen. Denn von den 8 Dollars bekommt der Fluggast exakt Null Dollar zurück, wenn er den Karren wieder abgibt. Ein Laufjunge der Firma sammelt die Wagen wieder ein, bringt sie zurück zum Automaten und pro Karren gehen 8 Dollar an die Betreiberfirma von Dr. Evil. Aber offensichtlich steht der Bürgermeisterin von San Francisco, London Breed, nicht der Sinn danach, dafür zu sorgen, dass sich ankommende Touristen nicht schon am Flughafen über die unhaltbaren Zustände an ihrem Urlaubsziel ärgern. Dazu bietet ihnen die alptraumhaft heruntergekommene Innenstadt später schließlich Gründe genug!


 
 
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Letzte Änderung: 08-Nov-2021