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Angelika/Mike Schilli |
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Massenflucht aus SF
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Wegen Corona: Nationale Kleingeldkrise
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Illegale Autorennen
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Michael Neulich wachte ich mitten in der Nacht auf, weil in unserem eher noblen und ruhigen Wohnviertel auf einmal ein Getöse infernalen Ausmaßes ausbrach. Ich hörte das typisch blecherne Motorenscheppern überdrehter amerikanischer Muscle-Cars und Reifengummi, der sich quietschend über Asphalt abrieb. Kein Zweifel: Die unausgelasteten Jugendlichen, die sonst auf Supermarktparkplätzen in Oakland ihre Kärren sogenannte "Donuts" drehend im Kreis fahren, hatten nun auch unser idyllisches Wohnviertel für ihre illegalen Aktivitäten entdeckt.
Und während sonst untertags jede Fußballmutti, die ihren Minivan am Stoppschild nicht ordnungsgemäß zum kompletten Stillstand bringt, gnadenlos rausgezogen und mit einem $400-Dollar-Strafmandat belegt wird, schritt die Polizei bei den aufgedrehten Jugendlichen aus Angst nicht ein. Von Anwohnern alarmierte Polizisten blockten lediglich den sonstigen Verkehr an den betroffenen Kreuzungen und ließ die Donut-Fahrer gewähren. Als diese genug hatten, fuhren sie ungestraft wieder heim, unbelangt auch, als sie dabei Dutzende roter Ampeln und Stoppschilder mit Vollgas überfuhren.
Das zeigt euch, dass mittlerweile in San Francisco eine Zwei-Klassengesellschaft herrscht: Gesetze gelten für die Reichen, die Mittellosen dürfen sich straffrei austoben. "Victimless Crime" nennt dies der neuerdings von ahnungslosen Deppen ins Amt gewählte Staatsanwalt Chesa Boudin. Auf dem Papier sind Straßenrennen freilich illegal, wird ein Fahrer erwischt, drohen nicht nur der Entzug der Fahrerlaubnis sondern auch Geld- oder Gefängnisstrafen. Allerdings ist die Polizei in San Francisco neuerdings dazu übergegangen, die Chaoten nicht mehr rauszuziehen, sondern lässt sie einfach machen und sieht tatenlos zu, um Konfrontationen zu vermeiden. Den restlichen Anwohnerverkehr leiten sie weiträumig um, damit's nicht zu Unfällen kommt. Eine bizarre Welt.
Mancherorts steht sogar das bloße Zuschauen bei Side-Shows unter Strafe! So kam letztes Jahr in San Jose ein Gesetz durch, das Anwesende bei Side-Shows mit einer Geldstrafe von $1000 oder 6 Monaten Gefängnis abwatscht. Wohlhabende Bürger suchen besser gleich das Weite, wenn die Reifen zu quietschen beginnen!
Liebe Grüße aus der närrischsten Stadt der Welt:
Angelika und Michael
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