11.09.2020   Deutsch English

  Rundbrief Nummer 135  
San Francisco, den 11.09.2020


Abbildung [1]: Der Durchgangsverkehr durch diese verkehrsberuhigte Straße ist gesperrt und Anwohner nutzen sie zum Flanieren und Abhängen.

Michael Wegen eingeschränkter Entfaltungsmöglichkeiten gehen viele Anwohner in unserem Viertel genau wie wir täglich durch Stadtstraßen spazieren. Auf schmalen Gehwegen lassen sich die Abstandsregeln bei vielen Fußgängern aber nicht immer einhalten, und so kam die Stadt auf die Idee, bestimmte Straßen als verkehrsberuhigt zu deklarieren und den Spaziergängern zu erlauben, statt des Gehwegs auch die Straße zu nutzen.

Abbildung [2]: Mittlerweile hat sich das Slow-Streets-Programm über sämtliche Stadtteile ausgebreitet.

Flugs riefen Angestellte der Verkehrsabteilung der Stadt, SFMTA, das Slow Streets Program ins Leben. An den Querstraßen stellten sie große Schilder auf, die mit der Aufschrift "Road Closed To Through Traffic" darauf hinwiesen, dass die verkehrsberuhigte Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt ist.

Abbildung [3]: Der Durchgangsverkehr durch diese verkehrsberuhigte Straße ist gesperrt und Fußgänger dürfen die Straße benutzen.

Allerdings war dieses Konzept den meisten Amerikanern unbekannt, und Anwohner wandten sich verwirrt an das Stadtviertelportal "Nextdoor", um dort anzufragen, ob es überhaupt noch erlaubt sei, mit ihrem Privatauto vor ihr Haus zu fahren. Auch zeigten sich einige sportwagenfahrende Nicht-Anlieger stur, und fuhren demonstrativ durch die mit Fußgängern gefüllten verkehrsberuhigten Straßen. Im Stadtteil Mission verschwanden über Nacht mysteriös einige der Schilder, andere fanden sich zur Seite gestupst am Straßenrand wieder.

Abbildung [4]: In den reichen Stadtvierteln wird das Programm gut angenommen, nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer nutzen die ganze Straßenbreite.

Mittlerweile hat sich die neue Regelung gut eingespielt, einige Anwohner beschweren sich zwar noch, dass sie hin und wieder von Fußgängern angemault werden, wenn sie mit ihrem Auto aus ihrer eigenen Garage ausfahren, aber besonders in den reichen Stadtvierteln wird das Programm gut angenommen. Man sieht Familien mit kleinen Kindern, die endlich auf ihren Minifahrrädern gefahrlos durch Stadtstraßen fahren können, und auch Jogger, Fahrradfahrer und Skateboarder verteilen sich über die ganze Straßenbreite. In den ärmeren oder weniger dicht bevölkerten Stadtvierteln wird das Programm teilweise ignoriert, und als Fußgänger muss man aufpassen, dass man nicht von durchfahrenden Autos erfasst wird.

Abbildung [5]: Ein Anwohner hat offenbar ein geklautes Schild einfach durch ein handgeschriebenes ersetzt.
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