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Angelika/Mike Schilli |
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Angelika Während ihr euch in Deutschland schon über Lockerungen freuen könnt, geht bei uns noch nichts so recht vorwärts. Es werden immer noch viel zu wenig Menschen in den USA, und selbst in Kalifornien auf Corona getestet. Kein Mensch weiß hier so recht, wieviele Menschen wirklich infiziert sind. Ein Blick auf die Statistik offenbart, dass sich in San Francisco offiziell 2131 Menschen (Stand 18. Mai 2020) mit dem Coronavirus infiziert haben. Das macht bei 881549 Einwohnern weit unter 1 Prozent! Die Dunkelziffer könnte aber enorm hoch sein.
Deshalb ist hier auch weiterhin fast alles herunter gefahren. Was ist nun zu der Liste der geöffneten Betriebe wie Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Arztpraxen, Krankenhäuser, Apotheken, Drogerien, Banken, der Post, Waschsalons, Tankstellen, Autowerkstätten sowie Heimwerkerläden, die wir in unserem letzten Rundbrief erwähnt haben, hinzu gekommen? Ehrlich gesagt, fast nichts. Nur Golf- und Tennisplätze sowie Gartencenter durften unter Auflagen am 5. Mai in San Francisco wieder öffnen. Und auf Baustellen darf wieder der Hammer geschwungen werden. Mein Zahnarzt hat zwar auf, behandelt aber zur Zeit nur Notpatienten. Andere Arztpraxen fangen erst ganz langsam wieder an, Routinebesuche zuzulassen. Bis dato lief das entweder über Videokonferenz oder der Termin wurde immer wieder verschoben.
Restaurantbesitzer in San Francisco versuchen auch weiterhin, sich mit Take-Out-Service über Wasser zu halten. Wann sie wieder Gäste an Tischen bedienen dürfen, steht noch in den Sternen. Ab heute (18. Mai) hat allerdings die Phase 2 der Geschäftsöffnungen in San Francisco begonnen. Es ist dabei etwas undurchsichtig, wie dies genau ablaufen soll. Kunden ist es immer noch nicht erlaubt, die Geschäfte zu betreten, sondern die Waren müssen am Straßenrand abgeholt werden. Von der Logik her braucht der Laden dann eine vernünftige Webseite, auf der der Kunde die Ware aussucht. Viele kleine Läden haben aber nicht ihr ganzes Sortiment online oder sind auf Online-Bestellungen überhaupt nicht eingerichtet. Bestellungen über das Telefon oder E-Mail wären theoretisch möglich, wenn der Kunde weiß, was er will. Ich bin gespannt, wie das laufen wird, denn kleinere Läden besucht der Kunde ja gerade, weil er sich etwas vor Ort aussuchen möchte. Wir werden im nächsten Rundbrief berichten, wie sich das Ganze eingespielt hat. Übrigens sind die Bestimmungen hier teilweise genauso unübersichtlich wie in Deutschland, denn unser Gouverneur Newsom gibt zwar vor, welche Lockerungen für ganz Kalifornien gelten, aber die einzelnen Landkreise und Städte können ihre eigenen strengeren Auflagen anordnen.
Schulen sind aber bis nach den Sommerferien in ganz Kalifornien geschlossen. Als dies bekanntgegeben wurde, schluckten wir Pädagogen an meiner Schule schon ein wenig, denn dieses Lernen auf Distanz lässt sowohl bei uns, den Eltern und den Kinder die Nerven manchmal etwas blank liegen. Ich kann deswegen auch nur lachen, wenn Politiker rumtönen, die Schulen müssten sich mehr auf digitales Lernen einrichten. Die meisten meiner Schüler lieben alles, was mit Computern zu tun hat, aber wollen nichts mehr, als wieder im Klassenzimmer mit ihren Schulkameraden zu sitzen. Schule vermittelt eben mehr als Lerninhalte und ist immens wichtig für die soziale Entwicklung. Wer schon mal versucht hat, Acht- oder Neunjährige dazu zu bringen, selbstständig zu arbeiten, was das digitale Lernen voraussetzt, weiß wovon ich rede. Viele Studenten haben noch Schwierigkeiten damit. Naiverweise hatte ich auch gedacht, dass ich arbeitstechnisch auch Dinge adminstrativer Art erledigen könnte. Weit gefehlt. Ich sitze eigentlich den ganzen Tag in Videokonferenzen mit Schülern und Eltern oder bin im E-Mail-Kontakt, um zu helfen, zu beruhigen und zu motivieren. Ehrlich gesagt habe ich mehr zu tun als sonst. Auch unterrichte ich fast jeden Tag live über Zoom meine Schulstunde zum Sozial-Emotionalen Lernen. Mittlerweile bin ich ziemlich geübt darin, Spiele zu entwerfen, die wir über Videokonferenz spielen können.
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