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Angelika/Mike Schilli |
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Alltag in Zeiten des Coronavirus
Shelter in Place
Döner in der Döner-Diaspora
Mann, Frau, und Unbestimmt
Hunde im Lebensmittelladen
Scottsdale
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Michael Eigentlich legt Kalifornien im Kapitel 8 des "Health und Safety Code" eisern fest, dass in Etablissements, die Essen verkaufen, also Restaurants oder Lebensmittelgeschäfte, keine Hunde rein dürfen. Allerdings sind Kalifornier geradezu vernarrt in ihre Hunde und nehmen es mit Gesetzen nicht so genau. In letzter Zeit fällt mir immer öfter auf, dass sich Hundebesitzer nicht an die Vorschrift des Gesundheitsamtes halten, und das anwesende Geschäftspersonal nicht den Mut hat, die Übertreter zurechtzuweisen. Anscheinend drohen den Läden auch keine Konsequenzen, sonst wären sie so streng wie beim Ausschank von Alkohol oder dem Verkauf von Zigaretten, wo sie sich geradezu mit absurder Kratzfüßigkeit überschlagen, um alle Regelungen einzuhalten, die verhindern, dass Jugendliche Bier oder Rauchwaren einkaufen. Gerade in Lebensmittelgeschäften mit Hipster-Boy und Yoga-Girl-Klientel trifft man zumindest in Kalifornien oft Menschen mit Riesenhunden an, die ungeniert an den im Kühlregal ausliegenden Wurstwaren schlecken. Die Strafen vom Ordnungsamt scheinen lächerlich zu sein, sonst würde das Management den Angestellten, denen das natürlich zehn Meter am Arsch vorbeigeht, gehörig den Marsch blasen.
Eine Ausnahme besteht in Restaurants mit Tischen an der frischen Luft: In diesen Außenbereichen dürfen Hunde bei ihren Besitzern unterm Tisch sitzen. Wir haben allerdings auch schon gesehen, dass Hundenarren ihnen dann ihre Teller zum Abschlecken gereicht haben. Guten Appetit, liebe Gäste!
Hundebesitzer könnten ihren Fiffi natürlich auch zum Service-Hund für Behinderte deklarieren, allerdings geht das nicht ganz so einfach, wie den Airlines vorzulügen, der Hund wäre ein "Emotional Support Animal", ohne das der Reisende sofort einen Nervenzusammenbruch erlitte. Echte Service-Hunde tragen spezielle Geschirre und der Besitzer führt entsprechenden Papierkram mit. Ich sage aber voraus, dass das Hundeverbot letzten Endes in Vergessenheit geraten wird, weil es niemand durchsetzt, genau wie das Campen auf Gehwegen in San Francisco und das Einschlagen von Autoscheiben zur Sicherung des Lebensunterhalts von Obdachlosen mittlerweile als normal gelten und die Täter straffrei ausgehen.
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