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Angelika/Mike Schilli |
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Alltag in Zeiten des Coronavirus
Shelter in Place
Döner in der Döner-Diaspora
Mann, Frau, und Unbestimmt
Hunde im Lebensmittelladen
Scottsdale
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Video: Governor Gavin Newsom verkündet die Ausgangssperre per Telemarketer-Anruf |
Angelika Seit heute (17. März) sind wir im Ausnahmezustand in San Francisco und in der Bay Area, und dazu aufgefordert, in unseren Wohnungen und Häusern zu bleiben und nur rauszugehen, falls es absolut notwendig ist. So will die Regierung die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Das betrifft zur Zeit fast sieben Millionen Menschen in der Bay Area. Unsere Bürgermeisterin in San Francisco, London Breed, kündigte die "Shelter in Place" genannte Maßnahme gestern an. Am Abend bekamen wir dann eine automatische Nachricht per Telefon, von unserem Gouverneur Gavin Newsom gesprochen, dass die Anordnung ab Mitternacht gilt.
Es ist noch keine Ausgangssperre, denn wir bauchen noch keine Genehmigung, um das Haus zu verlassen, aber es gilt als Ordnungswidrigkeit, wenn ein Bürger ohne triftigen Grund auf der Straße herumspringt. Die meisten Geschäfte und Betriebe sind zu, und nur Läden, die absolut notwendige Dienste oder Güter zur Verfügung stellen, haben auf. Dazu gehören Lebensmittelläden und Wochenmärkte, Arztpraxen und Krankenhäuser, Apotheken und Drogerien, Banken und die Post, Waschsalons, Tankstellen und Autowerkstätten. Lustigerweise sind auch Heimwerkerläden wie der Home Depot auf. Auch wichtige Behörden wie die Führerscheinstelle ("DMV") haben ihre Schalter noch nicht geschlossen, raten aber dringend, nur persönlich aufzutauchen, wenn es unbedingt sein muss und die Dinge online oder per Post zu erledigen, wann immer möglich.
Unsere U-Bahn, die BART, sowie Busse, Straßenbahnen und Taxis, sowie Dienste wie Lyft und Uber dürfen wir nutzen, um notwendige Dinge zu erledigen, wie zum Beispiel eine Arztpraxis zu besuchen. Routinearzttermine sollte man aber absagen. Restaurants sind nur offen, um das Essen entweder zum Mitnehmen zu verkaufen oder per Lieferdienst nach Hause zu schicken. Hinsetzen und dinieren kann man nirgends mehr. Viele Restaurants in unserem Viertel hatten schon vorher ihre Tore zwangsweise geschlossen, weil einfach keine Kunden mehr kamen. Etablissements wie Friseursalons, Nagel- und Fitnessstudios, Klamottenläden, Kaufhäuser oder auch Geschenkeartikelläden sind alle bis mindestens zum 7. April geschlossen. Wir wissen jetzt schon, dass dies viele kleine Geschäfte und auch Restaurants in San Francisco in den Ruin treiben wird, denn schon vor Corona hatten viele aufgegeben, wegen der hohen Mieten und Kosten in der Stadt.
Rausgehen darf, wer nicht von zuhause arbeiten kann und zur Arbeit muss. Auch Wege zum Supermarkt und zur Apotheke sind erlaubt. Joggen, Radfahren und Spazierengehen, um sich zu bewegen und frische Luft zu schnappen ist erlaubt. Das begrüßen die Verantwortlichen sogar, solange man entweder alleine geht oder mit den Menschen, mit denen man eh zusammen wohnt. Ansonsten gilt es, mindestens 6 Fuß (1.8m) Abstand zu anderen Spaziergängern zu halten. Wir fragen uns allerdings, wie lange das noch so bestehen bleibt, denn als wir heute spazieren waren, war Gott und die Welt unterwegs. Soziale Distanz ist in Ballungsgebieten gar nicht so einfach.
In diesen Zeiten leisten uns unsere Wanderschuhe treue Dienste, denn sie symbolisieren ein Stück Freiheit und Frieden. Verlässlich tragen sie unsere Füße durch die Landschaft. Da es immer noch erlaubt ist, an die frische Luft zu gehen, haben wir bis jetzt jeden Tag unsere Wanderschuhe gezückt und sind raus in die Natur. Oft ging es an den Ozean, wo wir uns die salzige Luft um die Ohren haben wehen lassen und auch um dem Lake Merced in San Francisco sind wir schon gelaufen. Gestern war der Pazifische Ozean so friedlich und die Sonne ließ das Wasser so herrlich glitzern, als ob die Natur uns sagen wollte, dass alles schon wieder gut wird.
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