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Angelika/Mike Schilli |
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Michael In unserem Haushalt gehen irgendwie dauernd Dinge kaputt, aber statt sie durch neue zu ersetzen, repariere ich sie oft mit Hilfe meiner umfangreichen Werkzeugsammlung. Neulich gab der Badventilator seinen Dienst auf. Ein neuer kostet zwar im Baumarkt nur 15 Dollar, aber es war ein Riesenspaß, den Elektromotor zu zerlegen, die verdreckte Achse zu finden, zu reinigen und zu schmieren, den Ventilator wieder zusammenzubauen und zu sehen, dass er nun wieder ohne zu murren lüftet. Allein was man bei so einer Reparatur lernt, sowie die Spannung, ob man das Gerät überhaupt wieder zusammenkriegt, ist mit Geld gar nicht zu bezahlen.
Oft gilt es, bei solchen Arbeiten, abgebrochene Plastik- oder Metallteile wieder zusammenzukleben. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie stehe ich anscheinend mit Sekundenklebern auf Kriegsfuß, denn ich habe noch keinen gefunden, der irgendwas dauerhaft zusammenpappt. In der Werbung sieht das immer so einfach aus, aber in der Realität klebt so ein Superglue doch höchstens die Finger des Reparateurs dauerhaft aneinander, geklebte Plastikteile biegen sich bei der nächsten Krafteinwirkung wie Knetmasse und lösen sich dann voneinander.
Von einem amerikanischen Bekannten bekam ich den Tipp, den Epoxid-Wunderkleber "J-B Weld" auszuprobieren, der in zwei Tuben daherkommt. Eine enthält schwarze Paste, genannt "Steel" ("Stahl", aber eigentlich ein Harz), und die andere weiße Schlotze, genannt "Hardener" ("Härter"). Quetscht man aus beiden Tuben eine kleine Menge auf eine Unterlage und mischt sie mit einer Spachtel, entsteht eine graue Paste, die langsam aushärtet. Vier bis sechs Stunden bleibt sie aber modellierfähig, und das lässt dem Reparateur genügend Zeit, Teile aus Metall, PVC, Keramik oder Holz miteinander zu verkleben. Innerhalb von 15 Stunden härtet die Paste dann gemütlich aus und verbindet sich auch gleichzeitig mit den anliegenden Materialien, sodass so etwas wie eine geschweißte Verbindung entsteht. Die von einer Klappkiste abgebrochene Plastiknase, ohne die sie nicht mehr richtig schloss (Abbildung 4), habe ich so wieder bombenfest angeschweißt.
Laut Wikipedia hat ein amerikanischer Bastler die Wunderpaste im Jahr 1968 erfunden und auf Drängen seiner Frau in ein Kleinunternehmen verwandelt. Der Lebenstraum des 1989 "plötzlich" verstorbenen Firmengründers sei es angeblich gewesen, einen 18-Wheeler Sattelzug auf den Straßen Amerikas zu sehen, mit nichts als J-B Weld beladen. Der amerikanischen Traum hat sich verwirklicht, ganz ohne Zweifel.
Grüße:
Angelika und Michael
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