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  Rundbrief Nummer 70  
San Francisco, den 25.10.2007


Abbildung [1]: Der unerschrockene Rundbriefreporter auf dem "Extraterrestrial Highway".

Michael Habt ihr den Film "Independence Day" gesehen? Erinnert ihr euch an die Szene mit dem geheim gehaltenen Labor, in dem Forscher ein in den 60er- Jahren aus Versehen auf der Erde gelandetes UFO untersuchen? Solche Verschwörungstheorien gibt es zuhauf in Amerika: Der Regierung traut der Amerikaner so ziemlich alles zu. Auch dass längst Außerirdische auf der Erde gelandet sind, aber dass die üble Polittruppe aus Washington diese Tatsache vor der Bevölkerung geheim hält und insgeheim deren UFO-Technologie untersucht.

Wenn dergleichen auf dem Radarschirm der Rundbriefreporter auftaucht, gibt's natürlich kein Halten mehr und eine Expedition nimmt ihren Anfang. Als wir neulich in Las Vegas waren, fuhren wir eines Tages kurzerhand 100 Meilen nach Norden, um die geheimnisvolle "Area 51" zu erkunden.

Um dieses militärische Forschungsgebiet ranken sich unzählige Legenden. Es liegt mitten in der Wüste, und man munkelt, dass das US-Militär dort neue Waffen ausprobiert. Angeblich wurden dort schon vergrößerte Exemplare des auf Radarschirmen unsichtbaren Stealth Bombers F-117 gesichtet. Auch unbekannte Flugobjekte, die sich mit atemberaubender Geschwindigkeit bewegen und orangefarbenes Licht abstrahlen, wurden auf Amateurvideos festgehalten.

Abbildung [2]: Volle Pulle aus Las Vegas raus, nach Norden.

Wegen diesen vermuteten Begegnungen der zweiten Art heißt der Highway 375 in Nevada "Extraterrestrial Highway", also "Autobahn der Außerirdischen". Zwischen den Meilensteinen 34 und 35 auf dem Extraterrestrial Highway (nachfolgend ET Highway genannt) geht Richtung Südwesten die sogenannte "Groom Lake Road" ab, ein ungeteerter Feldweg. Er führt an einer Ranch vorbei, die einem gewissen Steve Medlin gehört. Dessen Mailbox, die einige Meilen südlich auf einem Feldweg steht, ist höchstwahrscheinlich der meistfotografierte Briefkasten der Welt. Vor dem 27. März 1996 war er schwarz und sah richtig unheimlich aus. Dann wurde er durch den weißen Kasten in Abbildung 3 ersetzt, der unten noch ein Extrafach aufweist, in das man Post für die Außerirdischen ablegen kann.

An diesem Briefkasten scheinen die UFOs nur so vorbeizuzischen, denn es gibt massig Berichte, nach denen Leute, die dort vorbeifuhren oder parkten, UFOs gesehen haben. Es existieren sogar einige dort aufgenommene Amateurvideos, in denen orange glühende Objekte herumfliegen!

Abbildung [3]: Der Briefkasten der Medlin-Ranch

Fährt man insgesamt etwa 15 Meilen auf der "Groom Lake Road" nach Westen, stößt man plötzlich an eindeutige Warnschilder, die dringend anraten, dass man nicht weiterfährt. "Deadly Force authorized" (Schusswaffengebrauch) klang ziemlich überzeugend, und so drehten wir um. In einiger Entfernung sahen wir Patrouillenfahrzeuge privater Sicherungsdienste, die angeblich verdammt sicherstellen, dass niemand unbefugt weiterfährt. Es gibt aber keinen Zaun, nur eine imaginäre Grenze, die durch Schilder im 50-Meter-Abstand bezeichnet ist.

Abbildung [4]: Schilder am Eingang von Area 51

Fährt man auf dem ET-Highway etwas weiter nach Norden, kommt man nach "Rachel", einem abgelegenen Nest mit ein paar Wohnwagen. Das Nest hieß früher Tempiute Village, Shady Grove und Sand Springs, wurde aber in "Rachel" umbenannt, als das erste Baby dort geboren wurde, das "Rachel Jones" hieß. In einer Baracke ist die Dorfkneipe, die "Little A'le'Inn" heißt. Der Name spielt auf "Aliens" an, also Außerirdische, und vor dem Laden parkt auch glatt für die Touristen ein Abschleppwagen mit einem UFO im Schlepptau!

Abbildung [5]: Das Schild vom Little A'le'Inn

Abbildung [6]: Ein Truck mit fliegender Untertasse im Schlepptau

In der Kneipe steht eine superrabiate alte Schranze hinter der Theke, die mich auf meine Frage "What kind of beer do you have?" gleich mit "What kind of beer do you want?" anherrschte. Ich hätte natürlich sagen können, dass ich Augustiner Edelstoff bevorzuge, aber dass sie diesen Kennertrunk wohl in ihrer Prollkneipe nicht führe, aber dann wäre ich wahrscheinlich rausgeflogen, vom Geheimdienst verschleppt worden und müsste auf meine alten Tage noch in einem schlechtsitzenden orangefarbenen Overall herumlaufen. Lieber nicht!

Außerdem war die gesamte Bar (Abbildung 8) mit Aufklebern mit Republikaner-Sprüchen aus der Clinton-Ära bepflastert. Beispiele: "Yeah! You can have my gun -- bullets first!" ("Ja, du kannst meine Waffe haben -- die Kugeln kriegst du zuerst!"), "Send Clinton to Mexico - not my job!" ("Schickt Clinton nach Mexiko, nicht meinen Job!"), "Hillary's National Health Service = Efficiency of Postal Service and Compassion of I.R.S. at bargain prices of the Pentagon" ("Hillary Clintons staatliche Krankenkasse = Effektiv wie die Post, mitfühlend wie das Finanzamt, und zu Schlagerpreisen wie im Verteidigungsministerium").

Abbildung [7]: Der Little A'le'Inn im Ort "Rachel"

Abbildung [8]: Die Bar des Little A'le'Inn

Unten seht ihr das Satellitenbild der Area 51 auf Google Maps. Der weiße Fleck ist ein riesiger eingetrockneter Salzsee, der "Groom Lake". Südlich des Salzsees befinden sich allerlei Hangars, Tanks und kasernenähnliche Gebäude. Weiter südlich ist ein hügeliges Gelände, der "S-4" genannte Sicherheitsbereich. In die Hügel sind getarnte Hangars eingebaut. Dort stehen die abgefahrensten Flugobjekte, manche Leute vermuten UFOs. Wenn ihr auf der Landkarte etwas rauszoomt, seht ihr gleich darunter einen weiteren Salzsee, den "Papoose Lake".

Im linken Teil des Groom Lake sieht man eine graue Linie, die von links oben nach rechts unten verläuft. Wenn ihr auf Google Maps reinzoomt, seht ihr, dass das eine etwa 9km lange Landebahn ist. Man sieht sogar den gestrichelten Mittelstreifen! Selbst das Space Shuttle braucht nur etwa die Hälfte der Strecke zum Landen, auf dem Groom Lake können also Flugobjekte mit affenartiger Geschwindigkeit landen.

Abbildung [9]: Der "Groom Lake" auf dem Satellitenfoto.

Die Angestellten der Area 51 werden übrigens täglich von Las Vegas eingeflogen. Auf dem dortigen McCarren-Airport gibt es ein kleines von der Öffentlichkeit abgeriegeltes Terminal namens "Janet", von dem pro Tag mehrere Boeings abheben und zur Area 51 fliegen. Angeblich sollen dort mehrere tausend Leute beschäftigt sein.

Abbildung [10]: Rundbriefreporter an der Bar des Little A'le'Inn

Abbildung [11]: Das von Chuck Clark handsignierte Buch zur Area 51

In dem spiralgebundenen Heftchen "Area 51 & S-4 Handbook" von Chuck Clark kann man für $15 jede Menge pikanter Details zum geheimniskrämerischen Treiben des Militärs nachlesen. Unsere Ausgabe (Abbildung 11), die wir an der Bar des "A'le'Inn" erstanden, war sogar vom Autor handsigniert! Auf der Website der Hull UFO Society könnt ihr weitere Informationen zum Thema Area 51 einholen.

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