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  Rundbrief Nummer 70  
San Francisco, den 25.10.2007


Abbildung [1]: Blick aus dem Hotelzimmer

Michael An unserem Hochzeitstag fahren wir ja bekanntlich gerne nach Las Vegas, weil wir uns dort vor langer, langer Zeit kennengelernt haben. Vor zehn Jahren konnte man dort noch Hotelzimmer der Super-Luxus-Klasse (siehe Rundbrief 01/2001) mieten, ohne dass sich gleich die Kreditkarte vor Schmerzen krümmte.

Abbildung [2]: Ein Turm des MGM Signature Hotels

Heutzutage ist das nicht mehr so einfach, aber hin und wieder findet man ordentlich Luxus für's Geld: Wir waren diesmal im MGM-Signature, in einem der drei neuen Türme, die ein paar hundert Meter hinter dem MGM-Koloss aus dem Boden gestampft wurden. Unsere Butze war nicht nur mit einer Küche ausgerüstet (eine Absurdität sondergleichen in Las Vegas) sondern hatte auch den abgefahrendsten Balkon, den ich je gesehen habe.

Abbildung [3]: Keine schlechte Bude, das MGM Signature.

Abbildung [4]: Beleuchtete Palmen am Eingang des MGM Signature

Ich bin ja relativ schwindelfrei und habe bisher nur zweimal in meinem Leben das Gefühl gehabt, dass es mir höhenbedingt den Boden unter den Füßen wegzieht: Auf Angel's Landing, dem schwindelerregenden Berggrat im Zion-Nationalpark (Rundbrief 12/2003) und auf dem offenen (!) Balkon dieser Suite im 23. Stock, etwa 80 Meter über dem Swimming Pool. Normalerweise kann man in Las Vegas nirgends auch nur ein Fenster öffnen, zu groß ist wohl die Angst der Hotelbetreiber vor Millionenklagen oder schlechter Presse. Aber im MGM Signature öffnet man einfach die Tür und steigt aus dem klimatisierten Zimmer raus auf den Balkon. Man traut sich kaum bis ganz vor ans Geländer, spürt die immer noch fast 40 Grad heiße Wüstennacht und schaudert ob der Höhe.

Abbildung [5]: Der Zauberer Hans Klok tritt mit Pamela Anderson auf

Wir haben es bislang immer noch nicht geschafft, uns in Las Vegas eine Show anzusehen, als einzige Neuigkeit können wir deshalb berichten, dass der mir bislang unbekannte Zauberer Hans Klok nun mit der Baywatch-Größe Pamela Anderson auftritt. Statt dem Glitzerkram der Wüstenstadt nachzulechzen erforschten wir dieses Mal die Halb- und Unterwelt des Sündenpfuhls.

Anders als in Deutschland ist Prostitution in den USA ja fast überall verboten. Eines Abends sahen wir, wie eine Fahrradstreife (!) der Polizei eine auffällig aufgetakelte junge Dame mit einem auffällig älteren Herrn auf dem Gehweg des Las Vegas Boulevards stoppte und die beiden anschließend getrennt befragte.

Abbildung [6]: Ein Kartenverteiler

Abbildung [7]: Verteilte Karten

Im Bundesstaat Nevada (Motto: Alles geht) gibt es allerdings einige Counties (Landkreise), die den Betrieb von Bordellen erlauben, allerdings ist die Stadt Las Vegas davon ausgenommen. Um nun die in der Stadt verweilenden, ähm, Junggesellen in diese Betriebe einzuladen, verteilen Südamerikaner zum Niedrigstlohn am Straßenrand Kärtchen mit halbbekleideten Damen und aufgedruckten Telefonnummern. Neuerdings fahren auch Lastwagen mit riesigen Leinwänden durch die Gegend, um die Freudenhäuser mit den eindeutigen Namen "Shady Lady Ranch" und "Chicken Ranch" bekannt zu machen. Laut einem Zeitungsartikel kommt das im prüden Amerika nicht gut an, aber rechtlich ist das wohl in Ordnung.

Abbildung [8]: Auto als fahrende Litfaßsäule

Abbildung [9]: Zeitungsartikel über die fahrenden Plakate

Die Südamerikaner haben übrigens eine spezielle Methode, die Kärtchen an den Mann zu bringen: Sie schnalzen mit den Fingern kurz auf die Karte, und strecken diese dem durch das Geräusch aufmerksam gewordenen Passanten zu. Nur mit größter Selbstbeherrschung kann man sich zurückhalten!

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