(Angelika) Taxifahren in Japan ist ein besonderes Erlebnis. Zunächst gibt es in Japan keine ausländischen Taxifahrer. Wenn man wie wir an amerikanische Verhältnisse gewöhnt ist, staunt man darüber nicht schlecht, denn in San Francisco trifft man so gut wie nie auf einen amerikanischen Taxifahrer. Auch weibliche Taxifahrer sichteten wir in Japan nicht. Die Taxifahrer tragen in der Regel Anzug mit Krawatte und eine Mütze, die der eines Schaffners aus meinem alten Bilderbuch gleicht. Der absolute Hit sind aber die weißen Handschuhe, die viele tragen. Jedes Taxi, mit dem wir fuhren, war blitzsauber und die Sitze schmückten weiße Spitzenüberzüge. Taxifahrer sprechen überhaupt kein Englisch und ich war froh, dass wir von unserer Japanischlehrerin gelernt hatten, wie man sagt, wo man hinwill. Das Problem ist nur, dass es nicht ausreicht, dem Taxifahrer eine Adresse (möglichst in Schriftzeichen aufgeschrieben) zu zeigen. Er braucht in der Regel eine ganz genaue Wegbeschreibung. Das liegt an dem chaotischen System, in dem in Japan Adressen aufgeschrieben werden: Es geht hierachisch nach Gebieten (zunächst der Landkreis, dann die Stadt, gefolgt vom Stadtviertel, einzelnen Straßenzügen und Gebäuden) und nicht nach Straßennamen. Hausnummern steigen nicht notwendigerweise auf- oder ab, es kann durchaus sein, dass das Gebäude Nummer 20 neben Gebäude Nummer 1 liegt.
Weiterlesen