(Michael) Wir flogen natürlich mit Japan Airlines, JAL. Es kursieren ja Horrorgeschichten über die geringen Sitzabstände in deren Flugzeugen, denn Japaner sind im allgemeinen etwas kleiner gebaut als Westler und benötigen deswegen weniger Beinfreiheit. Doch jede Rückenlehne verfügt über einen kleinen Bildschirm, auf dem man -- auch in der Economy-Class -- nicht nur 10 verschiedene Filme ansehen, sondern auch gegen einen Computer Tetris, Schach, Vier-Gewinnt und mehr spielen kann. Japaner haben in der Entertainment-Industrie ja die Nase vorn. Das zeigte sich dann auch bei Start und Landung, als auf dem Hauptschirm das Bild einer Kamera gezeigt wurde, die aus dem Cockpit auf die Landebahn zeigte und genau in Farbe darstellte, was das Flugzeug gerade so trieb.
Wegen der engen Sitzreihen fragten wir beim Einchecken, ob nicht noch Plätze am Notausgang verfügbar wären, bekamen aber Bescheid, dass wir höchstens noch sogenannte Bulkhead-Sitze bekommen könnten, also die Reihe vor der großen Leinwand. Aus Angst, dann kein Tetris-Spiel zu haben, lehnte ich aber großzügig ab. (Im nachhinein stellte sich heraus, dass die Leute in der ersten Reihe natürlich kleine Bildschirme haben, die aus der Armlehne gefahren kommen. Und die Sitzabstände waren okay.) Wir daddelten dann auch wie die Spielratzen, die elf Stunden vergingen wie im Flug, und nur mit Mühe konnte uns die Stewardess am Zielort zum Aussteigen überreden.