29.05.2006 Deutsch English

Alaska

Satellitenbild von Alaska und die Orte, an denen wir waren.
Satellitenbild von Alaska und die Orte, an denen wir waren.

Michael Immer wieder haben uns Leute von Alaska vorgeschwärmt. Im Mai war es soweit und wir sind für fast zwei Wochen hingefahren. Alaska ist allerdings riesig und da das Terrain teilweise sehr unwegsam ist, haben wir uns auf einen klitzekleinen Ausschnitt in der Nähe von Anchorage konzentriert.

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Kajak im Eismeer

Angelika sitzt vorne in unserem Doppelkajak.
Angelika sitzt vorne in unserem Doppelkajak.

Michael Um das Eismeer hautnah zu erleben, buchten wir in Homer eine Kajaktour, an der auch noch ein weiteres Urlauberpaar aus dem Bundesstaat Arizona teilnahm. Angelika und ich bekamen einen Doppelkajak, mit zwei Einstiegslöchern. Angelika saß vorne und ich hinten am Ruder, jeder erhielt ein Doppelpaddel. Jeder musste ein Kleidungsstück anziehen, das wie das Tutu einer Ballerina aussah. Dieses Röckchen aus wasserdichtem Neopren spannt man nach dem (vorsichtigen) Einsteigen im Wasser übers Einstiegsloch, damit beim Rudern von oben kein Wasser ins Kajakinnere hineinspritzt.

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Fischfang

Hafenarbeiter in Seward
Hafenarbeiter in Seward

Michael Der zwischen Alaska und Russland liegende Teil des pazifischen Ozeans, die so genannte Beringsee, ist die Heimat gigantischer Fischmassen. Laut dem Fischmuseum "SeaLife Center" in Seward (einer Art politisch korrektem Aquarium und Forschungszentrum) ist der meistgefangene Fisch der Pollock (deutsch: Seelachs ), ein unscheinbarer, relativ kleiner Meeresbewohner, aus dem Fischstäbchen und die Fischmäcs von McDonalds hergestellt werden.

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Homesteading in der Wildnis

Häuser bei Homer, Alaska
Häuser bei Homer, Alaska

Angelika Als wir mit unseren Kajaks in den Gewässern der "Katchemak Bay" herumpaddelten, fiel uns auf, dass hier und da kleine, recht rustikale Hütten hinter den Bäumen auftauchten. Wir dachten natürlich sofort an Sommerhäuschen, lernten aber von unserer Kajakführerin Alison, dass einige davon ursprünglich im Zuge des so genannten "Homesteading" gebaut wurden.

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Bushlines

Michael Viele Haushalte in Alaska, die etwas abseits liegen, haben immer noch kein Telefon. Um diesen Leuten Nachrichten zuzuspielen, gibt es die so genannten "Bushlines", Textzeilen ("lines"), die der Rundfunkmoderator eines lokalen Mittelwellen-Senders ein paarmal am Tag jeweils zur vollen Stunde in den "Bush" (also die Pampa) durchgibt.

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Alaska Permanent Fund

Die süßen Puffins
Die süßen Puffins

Angelika Jeder, der mindestens ein Jahr lang in Alaska gelebt hat, bekommt Geld dafür. Der "Alaska Permanent Fund" macht es möglich. Er zahlt nämlich jährlich eine Dividende an die Bewohner Alaskas, egal welchen Alters, aus.

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Gletschertouren

Auf dem Weg zum Glacier Lake, nachdem das Wassertaxi uns in einer einsamen Gegend ausgesetzt hat
Auf dem Weg zum Glacier Lake, nachdem das Wassertaxi uns in einer einsamen Gegend ausgesetzt hat

Angelika In Alaska ist der Weg wirklich das Ziel, denn vielfach stellt es die eigentliche Herausforderung dar, zunächst irgendwo hinzukommen. Es gibt nur wenig Straßen in Alaska und kleine Flugzeuge, wie z.B. die netten Wasserflugzeuge und Boote sowie Fähren, erweisen sich als das Transportmittel der Wahl. Im Reiseführer las ich auch, dass nur wenige Gebiete in Alaska gut beschilderte Wanderwege haben. In unserer Ecke sei die Beschilderung aber vorbildlich. Hmm! Problematisch wird es nur, wenn der Winterschnee die Schilder und Bäume umhaut und der Trupp der Freiwilligen vor der Sommersaison noch nicht aufgebrochen ist, um den Wanderweg aufzuräumen. Auch scheint man in Alaska Unwegsamkeiten etwas anders einzuschätzen.

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Bären

Ein Schwarzbär, etwa hundert Meter entfernt
Ein Schwarzbär, etwa hundert Meter entfernt

Michael Wie gesagt ist es ziemlich normal, in Alaska auf Bären zu treffen. Mit ihnen ist nicht zu spaßen. Sie hauen zwar normalerweise sofort ab, falls sie Menschen sehen, besonders wenn diese groß sind und/oder in Gruppen auftreten. Das setzt aber voraus, dass man den Bären nicht überrumpelt, denn das mag er nicht, da wird er grummelig. Wie etwa wenn man um eine unübersichtliche Ecke biegt und schwupp! steht ein Bär vor einem. Deswegen soll man dauernd Krach machen, und wem das auf die Nerven geht, der kann ein kleines Glöckchen ("Bear Bell") tragen, das dauernd leise bimmelt und so Bären in der näheren Umgebung laufend über die Position des Wanderers informiert und etwaige Überraschungen erspart. Der Bär geht Konfrontationen normalerweise weiträumig aus dem Weg, wenn ihm das ohne Mühe möglich ist. Aber Bären halten ja während der Wintermonate einen Winterschlaf und sind nach dem Aufstehen im Frühjahr einige Zeit lang noch total deppert im Kopf.

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Schmelzende Gletscher

"Exit Glacier" in Seward
"Exit Glacier" in Seward

Angelika In der Stadt Seward stellten wir überrascht fest, dass Besucher des "Kenai Fjords Nationalparks" mit geringstem Aufwand an den so genannten "Exit"-Gletscher gelangen. Der Gletscher ist wirklich zum Greifen nah, weniger als einen Kilometer vom Parkplatz entfernt. Aber Alaska bleibt Alaska. Als wir vor dem Gletscher standen, rumpelte es ein paar Mal bedrohlich in seinem Inneren, wie als kleine Warnung, dass wir vor einem aktiven Gletscher stehen, der nicht zu unterschätzen ist.

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Killerwale zum Anfassen nahe

Killerwal
Killerwal

Michael Natürlich dürft ihr jetzt nicht denken, dass man einfach auf einem Boot herumschippert und einen Wal sichtet. Das ist auch in Alaska sehr selten, manchmal sieht man auf einer ganztägigen Tour nur ein paar jämmerliche Seeotter. Wir hingegen hatten sogar zweimal Glück: Einmal auf dem Rückweg mit dem Wassertaxi von der Kajaktour und ein andermal auf einer ganztägigen Bootstour. Da waren etwa ein Dutzend Leute auf einem mittelgroßen Schiff, ich starrte auf die Wasseroberfläche und bemerkte plötzlich ein paar riesige Schwanzflossen in weiter Ferne, die aber gleich wieder verschwanden. Da ich aus Kalifornien bereits Wale kannte, schrie ich: "Whales, 10 o'clock!!" (für Nicht-Nautiker: "Wale, 60 Grad links!"). Der Skipper drosselte den Motor und lenkte das Boot in die angegebene Richtung, und nach 30 Sekunden tauchten etwa 7 Killerwale (auch Schwertwale genannt) auf, alle mindestens fünf bis sieben Meter lang. Sie schwammen auf das Boot zu, tauchten darunter hindurch und klatschten anschließend mit ihren Schwanzflossen ins Wasser. Die Leute waren begeistert und ein Herr aus Texas klopfte mir mindestens fünfmal hintereinander auf die Schulter und alle lobten das "Good eye, good eye" des jungen Herrn aus San Francisco.

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Elche

Weißkopfadler an der Hafeneinfahrt von Homer
Weißkopfadler an der Hafeneinfahrt von Homer

Angelika In Alaska gibt es nun nicht nur Bären und haufenweise Weißkopfseeadler ("bald eagle", das Wappentier der USA) zu bewundern, sondern auch Elche ("moose") hüpfen freundlich durch die Landschaft.

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Letzte Änderung: 25-May-2024