(Michael) Und noch eine Geschichte, die so wirr ist, dass sie kaum zu glauben ist: Jeder, der schon mal in Amerika war, weiß, dass es sehr schwierig ist, einen Frisör zu finden, der auch wirklich in der Lage ist, Haare zu schneiden. In Amerika gibt es ja kein direktes "Handwerk", hier kann sich jeder Frisör nennen, dem es danach beliebt. Nicht so wie in München, wo in der Friedenheimer Straße ein Meister seines Fachs die Schere schwang: Meister "Pablo" bei "Design in Hair" -- wohl auf der ganzen Welt -- jawohl, Welt! -- unerreicht. Ich war erst ein paar Wochen in San Francisco, da lechzte mein Kopf nach einem Haarschnitt und ich ging nichtsahnend in einen x-beliebigen Frisörladen in der 24sten Straße bei uns um die Ecke. Nach den ersten 10 Sekunden auf dem Stuhl wurde mir klar, dass der Kerl, der mir die Haare schnitt, keine Ahnung davon hatte. Es kostete mich fast ein halbes Jahr an Enttäuschungen, bis ich, von Frisörsalon zu Frisörsalon irrend, schließlich durch Zufall im italienischen Viertel von San Francisco einen Herrn fand, der die Kunst des Haareschneidens beherrschte. Da ich damals im italienischen Viertel (genannt: North Beach) arbeitete, war das sehr praktisch, ich ging einfach in der Mittagspause kurz zum Haareschneiden. Dann arbeitete ich plötzlich in San Mateo und schließlich in Mountain View, wollte aber weiterhin in den Genuss eines guten Haarschnitts kommen -- so fuhr ich halt alle sechs Wochen samstags eine halbe Stunde quer durch die Stadt nach North Beach, um mein Haar dort gekonnt kürzen zu lassen. Aber, oh weh -- eines Samstags hing in dem Laden ein Schild, das mitteilte, dass der Herr am Wochenende an einem Ort namens "SF Hairport" arbeitete. Grummelnd fuhr ich heim.
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