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  Rundbrief Nummer 96  
San Francisco, den 05.03.2012


Abbildung [1]: Amerikanische Fluggäste gehen ohne zu murren durch den Body-Scanner Foto: David Prasad

Angelika Jedes Mal wenn wir von San Francisco aus irgendwo hinfliegen, spielt sich folgendes Ritual bei der Sicherheitskontrolle ab: Nachdem wir Rucksäcke und dergleichen aufs Laufband verfrachtet haben, alles aus den Hosentaschen herausgepfrümelt und die Schuhe ausgezogen haben, wollen uns die Beamten der TSA (Transportation Security Administration) mit dem Ganzkörperscanner, im Volksmund auch Nacktscanner ("Body Scanner") genannt, durchleuchten.

Wir lehnen das jedes Mal stur ab. Das ist völlig legal, und man wird dann um den Scanner herumgelotst und zum Ende des Fließbands geleitet, wo ein TSA-Beamter einen sogenannten "Pat Down" (Abtasten mit dem Handflächen) durchführt. Das Abtasten, das eigentlich nicht länger als 2 Minuten dauern sollte, zieht sich immer einige Minuten hin, weil der Abtaster erst umständlich jeden einzelnen Schritt erklärt, welche Regionen er wie abtastet. Er oder sie fragt auch noch, ob man lieber in einem abgeschotteten Raum abgetastet werden möchte, doch das lehnen wir immer dankend ab. Auch wartet man am Flughafen oft ein wenig herum, denn Frauen dürfen nach den Regeln der TSA nur von Frauen und Männer nur von männlichen Beamten abgetastet werden. Das ist natürlich gerade in San Francisco absurd, aber Vorschrift ist Vorschrift.

Abbildung [2]: Die Schlangen am Flughafen werden immer länger. Foto: Wayan Vota

Umständliche Erklärungen sind aus rechtlichen Gründen gang und gäbe in den USA. Ihr kennt das ja zum Beispiel aus amerikanischen Fernsehsendungen. Bei jeder Verhaftung werden erst die sogenannten Miranda-Rights runtergebetet, die den in Polizeigewahrsam Genommenen über seine Rechte aufklären.

Die TSA-Beamten sind schon immer leicht genervt, dass wir den Scanner verweigern und wenn wir auf die Frage, warum wir den Scanner ablehnen, brav antworten: aus gesundheitlichen Gründen, kommt prompt die Rückantwort, dass der Scanner aber keine Radioaktvität zum Durchleuchten des Körpers benutzt. In San Francisco an der Sicherheitskontrolle zeigt in der Regel eine Infotafel an, welche Art von Scanner im Einsatz ist: der "Millimeter Wave Scanner", der elektromagnetische Strahlung benutzt, oder der Röntgenscanner ("Backscatter X-ray"), der mit Röngtenstrahlen arbeitet.

Angeblich ist der erst genannte ohne jeglichen Gesundheitsrisiken und der zweite bestrahlt den Reisenden nur gering. Als ich neulich etwas pampig erwähnte, dass der Röngtenscanner in Europa an den Flughäfen mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zum Einsatz kommt und ich nur darauf warte, dass der andere Scanner auch in Verruf gerät, bekam ich nur zur Antwort, dass sie nicht wüssten, was die Europäer machten. Michael sagt zwar immer, dass er aus gesundheitlichen Gründen den Scanner verweigert, hält die Scanner aber in Wirklichkeit für wirkungslosen Sicherheitszirkus. Und wer weiss, was die TSA mit den Daten macht? Angeblich wird weder das Bild noch irgendwelche anderen Daten gespeichert, aber der in vielen Bereichen nicht vorhandene amerikanische Datenschutz lässt diesbezüglich Zweifel aufkommen.

An unserem Flughafen SFO steht mittlerweile an fast jedem Sicherheitscheck ein Nacktscanner. Rühmliche Ausnahme ist das Terminal 3, von wo die meisten inneramerikanischen Flüge mit United Airlines abgehen, denn da ist kein Platz für die Scanner in der Sicherheitszone.

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