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  Rundbrief Nummer 143  
San Francisco, den 03.05.2022


Abbildung [1]: Furchtlose Rundbriefreporter berichten live aus der Kletterhöhle.

Michael In der Zeit "zwischen den Jahren" also Ende Dezember 2021 fuhren wir zwei Stunden Richtung Süden in das kleine Städtchen San Juan Bautista und von dort auf Tagestouren in den von dort eine Stunde entfernten Pinnacles-Nationalpark.

Abbildung [2]: Grandiose Kulisse im Pinnacles-Nationalpark

Zuerst war bei durchwachsenem Wetter mit sogar etwas Regen kaum was los im Park, und wir machten zwei Tage lang Touren ohne nennenswert auf Leute zu stoßen. Am letzten Tag aber sagte der Wetterbericht plötzlich Sonne voraus und es ging dort zu wie am Münchner Stachus. Weil wir erst gegen Mittag ankamen, durften wir nicht einmal mehr am Zugang zur Tour parken. Das angebotene Shuttle, an dessen Haltestelle am Visitor Center Schlangen von Leuten anstanden, war uns zu überfüllt, also latschten wir vom Parkplatz zweimal drei Kilometer zum Wegeingang und zurück. Kein Zuckerschlecken, und im Sommer würde ich diesen Park erst gar nicht aufsuchen, da kriegt man wegen der hereinbrechenden Tagestouristen und Klettererhorden wohl keinen Fuß mehr auf die Erde.

Abbildung [3]: Unter dem großen Stein befindet sich der Höhleneingang.

Als Hauptattraktion neben dem erstaunlichen Bergpanorama des Pinnacles-Nationalparks führen zwei Wanderwege durch richtig tiefe, verwinkelte und zappendustere Höhlen im Berg, die teilweise mit Stufen versehen und leicht begehbar sind, und teilweise eher "primitive" belassen wurden, wie die Oberförsterin im Visitor-Center sich ausdrückte. Selbst bei den gut ausgebauten Höhlen muss sich der Wanderer aber teilweise durch schmale Spalten zwängen oder tief in der Hocke unter Felsüberhängen durchwatscheln. Definitiv nichts für Wanderer, die unter Platzangst leiden.

Abbildung [4]: Angelika entsteigt der Pinnacles-Balconies-Höhle.

Am dritten Tag wagten wir dann den Rundweg, der durch die "primitive" Balcony-Höhle führte, und da es zwar nicht stark aber doch teilweise spürbar regnete, liefen einige Passagen der Höhle mit Wasser voll. Wir standen also vor der Entscheidung, entweder auf dem gleichen Weg zurückzukehren, oder die Zähne zusammenzubeißen, mit unseren Bergschuhen durch knietiefes Wasser zu marschieren und den Rundweg zu machen. Wir trafen auf eine Familie, die ihre Kinder durch die vollgelaufene Höhle getragen hatte, also wussten wir, dass wir zwar nass werden aber doch lebend auf der anderen Seite ankommen würden, und entschieden uns für das kalte Bad.

Abbildung [5]: Der Wanderweg zur Höhle ist nicht von Pappe.

Wir schlotterten nicht schlecht, als wir durch mehrere knietief überflutete Höhlengänge wateten, und uns teilweise, mit den vollgelaufenen Schuhen unter Wasser watend, unter niedrigen Felsen durchducken mussten, aber wir kamen gut am Ausgang an. Dort zogen wir kurz unsere Schuhe aus, wrungen die patschnassen Socken aus, zogen zähneknirschend alles wieder an und wanderten auf dem Rundweg die verbleibenden fünf Kilometer zurück zum Auto. Erinnerungen an meine Bundeswehrzeit wurden wach!

Abbildung [6]: Wegen des Regens waren Teile des Weges unter Wasser.

Für die Höhle hatte ich übrigens eine Stablampe für Autoreparaturen mitgebracht, und die war sehr nützlich, denn in den verwinkelten und völlig vom Tageslicht abgeschnittenen Höhlengängen sieht man sonst die Hand vor Augen nicht. Ein richtiges Abenteuer mit gutem Ausgang! Allerdings, wie gesagt, nur machbar bei richtigem Sauwetter, weil sonst Massen an Tagestouristen den beliebten Nationalpark in einen Rummelplatz verwandeln.

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Letzte Änderung: 10-Jun-2022