22.12.2012 Deutsch English

Das Ende des Papierbuchs

Abbildung [1]: Das Bücherregal in Michaels Arbeitszimmer leert sich zusehends.

Michael Jahrzehntelang habe ich Papierbücher gekauft. Besonders Computerbücher standen dann, nachdem ich einige Seiten gelesen hatte, jahrelang ungelesen im Regal. Dank der eBook-Revolution, die ihr in Deutschland nur verzögert und am Rande mitkriegt, kam mir aber die Idee, meine gesamte Bibliothek zu zerschnetzeln, mit einem Scanner zu digitalisieren und ab sofort mobil zu lesen. Egal ob ich an der Supermarktkasse stehe oder im Liegestuhl am Strand liege: Überall kann ich nun auf meine 450 Werke dicke Bibliothek zugreifen und schnell ein paar Seiten lesen, wenn es mir beliebt.

Abbildung [2]: Zuerst zerlegt Michael das Buch mit einem Teppichmesser.

Neue Bücher kaufe ich neuerdings digital bei Amazon für den Kindle, und das Format kann man auch auf allen möglichen Tablets und Mobiltelefonen lesen. Dank dem neuen Schnetzelverfahren stehen nun auch die Papierwälzer digital parat, die bislang zuhause Regalmeter verfraßen. Mit ausgelöst haben den radikalen Schnitt natürlich die erhöhten Gepäckgebühren beim Flug in den Urlaub. Da ich mir nicht mehr erlauben kann, 2 Kilo Bücher mitzunehmen, nehme ich jetzt ein iPad mit und schon kann ich lesen was ich will, wann immer es mir beliebt.

Abbildung [3]: Eine Guillotine schneidet den Buchrücken ab.

Zum Digitalisieren schneide ich bei Hardcovern zunächst mit einem Teppichmesser den Buchrücken ab und lege die entblößten gebundenen Papierstapel dann in eine sogenannte Guillotine ein, ein scharfes Fallbeil aus China, das ich auf eBay für 150 Dollar erstanden habe. Dann zieht ein Einzelblattscanner die Seiten ein und scannt sie doppelseitig. Das digitale Format speichere ich dann auf einem Google Drive auf dem Internet ab, damit ich von überall darauf zugreifen kann.

Abbildung [4]: Und schließlich füttert er die losen Seiten in einen Einzelblattscanner.

In Abbildung 5 seht ihr, wie ein digitalisiertes Papierbuch aus meiner ehemaligen Bibliothek auf meinem neuen iPhone5 erscheint. Es lässt sich sogar auf der kleinen Anzeige gut lesen, und sogar noch besser auf einem großformatigeren iPad oder Android-Tablet. Die zerschnetzelten Bücher sind allesamt in der Altpapiersammlung gelandet.

Abbildung [5]: Sogar auf dem iPhone lassen sich die Bücher dann lesen.

Neulich saß ich beim Friseur und musste warten, bis ich dran kam. Ich nutzte die Zeit um ein Computerproblem aus der Arbeit zu lösen, über dem ich gerade brütete, indem ich schnell mein Telefon aus der Hosentasche holte, ein digitalisiertes Computerbuch aus meiner Sammlung runterlud und studierte, bis ich an der Reihe war. Unglaublich, in was für einem Zeitalter wir leben!


 
 
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Letzte Änderung: 08-Jul-2026