Angelika Man kennt den Spruch "Brotlose Kunst!" und leider ist an ihm ein Fünkchen Wahrheit dran. Denn Hand aufs Herz, wer schafft es schon, seine Werke in namhaften Museen oder Gallerien auszustellen? Einmal im Jahr bekommt in San Francisco aber jeder, der bereit ist 165 Dollar zu zahlen, die Chance seine Kunst einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.
An vier Wochenenden im Oktober finden nämlich die so genannten Open Studios statt und Künstler aller Art öffnen ihre Türen, entweder die ihres Ateliers, wenn sie ein solches denn besitzen, oder durchaus auch ihre privaten Wohnungen.
Alles was man braucht, um teilzunehmen, ist eine gültige Adresse in San Francisco. Es gibt kein Auswahlverfahren oder dergleichen, die Qualität der gezeigten Kunst schwankt dementsprechend. Seit 30 Jahren gibt es die Open Studios schon in San Francisco. ArtSpan, eine gemeinnützige Organisation, managt das Ganze, einschließlich der Erstellung des Katalogs. Damit der Kunstfreund nicht wie verrückt in der Stadt hin- und herflitzen muss, um möglichst viele Studios zu besuchen, wird die Stadt wie ein Kuchen aufgeteilt: Jedes Wochenende ist eine andere Gegend, bestehend aus mehreren Vierteln, dran. Die Künstler hoffen natürlich, möglichst viel zu verkaufen und Kontakte zur Kunstwelt zu knüpfen.