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  Rundbrief Nummer 139  
San Francisco, den 26.07.2021


Abbildung [1]: Restaurants in San Francisco dürfen Gäste nun draußen in sogenannten "Parklets" bewirten.

Angelika In der Pandemie sind die Restaurants in San Francisco durch die Hölle gegangen und nur ganz langsam fassen die, die ihre Türen noch offen haben, wieder Fuß. Viele beliebte und alt eingesessene Restaurants mussten schließen. Die Liste ist sehr lang. Nun ist es schon unter normalen Bedingungen nicht einfach in der kulinarischen Hochburg San Francisco, ein Restaurant zu führen, das Geld abwirft. Die Konkurrenz in San Francisco ist brutal, Mieten und Personalkosten extrem hoch, gutes Personal schwer zu finden und die Margen sehr klein, d.h., dass das Restaurant letztendlich immer alle Tische besetzen muss, um zu überleben.

Abbildung [2]: Eines Tages fingen Bauarbeiter an, vor unserer Eingangstür ein Parklet zu errichten.

Über Monate konnten Restaurants in San Francisco nur Takeout (neudeutsch: "To Go") anbieten. Dann duften sie Mitte Juni 2020 unter strengen Hygieneauflagen Kunden draußen bewirten. Nun hatte aber nicht jedes Restaurant Tische draußen stehen. Ganz im Gegenteil, in San Francisco gibt es zwar viele Sonnentage, aber abends ist es in der Regel zu kalt, um draußen zu sitzen. Doch in der Not wird man erfinderisch und nimmt so manches in Kauf. So erlaubte die Stadt, dass Restaurants Parkbuchten und Gehsteige vor ihren Restaurants mit wenig Bürokratie umfunktionieren durften. Wie Michael bereits oft erwähnt hat, wiehert auch in San Francisco der Amtschimmel, wenn es um Baugenehmigungen und dergleichen geht. Vor einigen Jahren noch hätte der Vorschlag, Parkplätze und Fußwege zu Restaurantzonen zu machen, Anhörungen, Endlosdiskussionen der Parkplatzbewürworter und -gegner ausgelöst, und ein jahrelanges Ringen ohne Ergebnis mit sich gebracht.

Abbildung [3]: Ein kuscheliger Zweiertisch im Parklet für ein romantisches Dinner.

Abbildung [4]: Auch Tische direkt an stark befahrenen Straßen werden gut angenommen.

So aber fingen die Restaurantbesitzer an zu hämmern, und werkelten Tag und Nacht, um die sogenannten Parklets kurzfristig aus dem Boden zu stampfen. Nun haben wir ein Sammelsurium von diesen neu geschaffenen Räumen. Einige sind eher rustikal und einfach, andere schon mit Plexiglassaußenwänden und Heizstrahlern für die kältere Tageszeit versehen. Das Restaurant neben unserem Mietshaus, das in der Pandemie den Besitzer gewechselt und neu eröffnet hatte, nahm sich wohl die Straßencafes in Paris zum Vorbild, und das neue Parklet vor unserer Haustür kommt gut an. Die Leute lieben es, dort zu speisen, denn jeden Abend ist jeder Tisch besetzt und wenn wir uns auf unsere tägliche Spaziergänge aufmachen, laufen wir sozusagen durch die schlemmenden Gäste hindurch.

Abbildung [5]: Im Parklet vor unserem Mietshaus ist an warmen Tagen jeder Tisch besetzt.

Da viele Restaurantbesitzer sehr viel Geld in diese Außenbereiche gesteckt haben und sie, wie gesagt, eh schon sehr gebeutelt sind, hat der Stadtrat jetzt beschlossen, dass die Parklets bleiben dürfen. Zunächst waren die Genehmigungen dafür ja befristet. Ich finde es super, genau so wie die verkehrsberuhigten "Slow Streets" (Rundbrief 09/2020), die in der Pandemie geschaffen wurden. Auch hier wollen viele Bürger, dass diese bleiben und haben dafür schon Petitionen ins Rollen gebracht.

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Letzte Änderung: 02-Nov-2021