24.11.2007   Deutsch English

  Rundbrief Nummer 71  
San Francisco, den 24.11.2007


Abbildung [1]: Huch, der Wald brennt!

Michael Nicht nur unachtsame Camper oder böswillige Zündelhuber lösen Waldbrände aus. Sie haben oft ganz natürliche Ursachen wie Blitzschlag oder starke Sonneneinstrahlung. Durch den Brand erneuert sich der Wald dann. Die alten Bäume gehen in Flammen auf, die Tannenzapfen fallen auf den Boden und die Hitze des Feuers legt die darin enthaltenen Baumsamen frei, die in die Erde rutschen und nach einiger Zeit neue Bäume sprießen lassen.

Bis zum Jahr 1988 verfuhren die Park-Ranger in Yellowstone mit Feuern deswegen nach der Devise "Let it burn!" und schritten nur mit Löschfahrzeugen ein, wenn Menschenleben oder historische Bauten in Gefahr waren. Im Jahr 1988 brannte deswegen allerdings ein Drittel des Nationalparks ab, denn als der Park-Service sich schließlich entschloss, einzuschreiten, war das Feuer nicht mehr zu bändigen. Die 15 verschiedenen Einzelfeuer breiteten sich zum Teil mit rasender Geschwindigkeit aus, bis zu 1.5km pro Stunde. Eines der Feuer schaffte bei extrem trockener Witterung und unterstützendem Wind tatsächlich 15 Kilometer am Tag!

Abbildung [2]: Aber das Feuer wurde absichtlich nicht gelöscht, nicht die Feuerwehr anrufen!

Feuerwehrleute, die aus allen Teilen des Landes ins Notstandsgebiet berufen wurden, schlugen Schneisen in den Wald, deren Gesamtlänge 1300 Kilometer überschritt. Doch es gab kein Halten, das Feuer durchbrach diese Sperren bis auf wenige Ausnahmen. Es züngelte sogar über den Yellowstone-River zum Wald am anderen Ufer, um dort seinen Weg fortzusetzen. Diesen Effekt nennen die Feuerwehrfachleute "Spotting". Der Wind trägt tischtennisballgroße Glutbatzen eines lodernden Feuers hunderte von Metern weit und an der Aufschlagstelle entfachen sie auf strohtrockenem Boden sofort wieder Kleinstfeuer.

Am nördlichen Ende des Parks näherte sich das Feuer dem Privatgelände der Sekte "Church Universal and Triumphant" und die Gemeinschaft drohte damit, den Park zu verklagen, falls ihre geheiligten Stätten Schaden litten. Feuerwehrleute schritten massiv mit Wasserhubschraubern ein, und Sektenmitglieder postierten sich nahe der Flammenfront, um das Feuer mit Sprechgesängen abzuhalten. Die Aktion glückte, und beide Gruppen erachteten ihren Beitrag als ausschlaggebend für diesen kleinen Teilerfolg.

Abbildung [3]: Denn so regeneriert sich der Wald, neue Bäume wachsen unter abgebrannten nach.

Aber anderenorts loderte das Feuer unaufhaltbar weiter. Nach drei Monaten gelang es schließlich wegen des einsetzenden Schnee- und Regenwetters, das Feuer zu bändigen. Heutzutage gilt die Devise "Let it Burn" nicht mehr uneingeschränkt, nur noch Feuer, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, lassen die Parkwächter vor sich hinbrennen, alles andere wird rigoros gelöscht.

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