19.12.2010 Deutsch English

Servicewüste SZ-Magazin

Abbildung [1]: Der SZ-Versand packt mal wieder das Magazin nicht bei.

Michael Als bevorzugte Bett- und Badewannenlektüre lese ich seit Jahrzehnten das Magazin der Süddeutschen Zeitung, das der Freitagsausgabe beiliegt. Von einigen Ausnahmen wie dem Dauerlangweiler Georg Diez abgesehen, schreiben fast nur Spitzenjournalisten für dieses äußerst kurzweilige Heft. Die Themenauswahl verblüfft selbst die an verblüffenden Themenideen nicht gerade arme Rundbriefredaktion immer wieder aufs Neue.

Abbildung [2]: So kommt die Freitagsausgabe der SZ bei uns an.

Da man das Magazin nicht einzeln bestellen kann, abonnieren wir kurzerhand die gesamte Freitagsausgabe. Die kommt über den Importeur GLPnews eine Woche später per Post in San Francisco an und in einem jahrelang eingespielten Ritual öffne ich die umhüllende Plastikfolie, entnehme das 100g leichte Magazin und werfe die beiliegende pfundschwere Zeitung sofort ungelesen in dem Müll.

Man stelle sich vor: Da werden Wälder abgeholzt, um eine Zeitung zu drucken, die per Flugzeug direkt in eine Altpapiertonne am anderen Ende der Welt fliegt, nur weil der SZ-Aboservice im letzten Jahrhundert lebt und es nicht auf die Reihe bringt, mir nur das Magazin zu schicken. Auch scheint die Abo-Abteilung der SZ aus komplett gewerkschaftsorganisierten Schnarchzapfen zu bestehen, die nach dem Motto "Nicht mein Job!" meine Emails grundsätzlich ignorieren. Wie soll die gebeutelte Zeitungsindustrie überleben, bei so einer Arbeitseinstellung? Nausschmeißen, alle!

Abbildung [3]: Diesmal liegt das Magazin sogar bei. Hurra!

Hinzu kommt, dass es dem Versandservice der SZ öfter mal einfällt, mir das Magazin einfach vorzuenthalten. Wie in Abbildung 1 gezeigt, steht dann auf der Zeitung, dass das Magazin "nicht der gesamten Auflandsauflage" beiliegt. Warum, das sagt der Versandmeister nicht. Was scheren ihn auch die Kunden, die sollen froh sein, wenn sie die Zeitung überhaupt kriegen. Hätten ja nicht wegziehen müssen aus Deutschland, wären sie in München geblieben, gäbe es das Problem gar nicht.

Abbildung [4]: Die eine Woche alte SZ wandert sofort ungelesen ins Altpapier.

Lustigerweise prangt neuerdings auf einigen Ausgaben der Aufdruck über das fehlende Magazin, klappt man die Zeitung aber auf, liegt es drin. Man fasst sich an den Kopf. Fehlt das Magazin mal wieder, schreibe ich dem Importeur eine kurze Email und bekomme dann einfach mein Abo kostenlos verlängert, denn das ist in Amerika so, wegen ein paar Dollar verärgert man den Kunden nicht. In der Hoffnung natürlich, dass der launige SZ-Service sich erbarmt, das Magazin beim nächsten Mal wieder beizulegen. Mit den SZ-Leuten, so der Importeur, könne man nicht reden, die hörten nicht auf kleine Importeure. Ja mei.


 
 
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Letzte Änderung: 26-Nov-2012