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Angelika/Mike Schilli |
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Im Abwassersystem von San Francisco
Die neue Geschirrspülmaschine
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Rauch über der Stadt
Topprodukt: Febreze Air Freshener
Jährliche Krankenkassenwahl in der Firma
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Michael Neulich gab unsere alte Spülmaschine den Geist auf. In Amerika muss ja der Vermieter für Ersatz sorgen, falls ein Küchengerät kaputtgeht, aber da der uns ohne Zweifel wieder so ein brülllautes Billiggerät reingestellt hätte, bei dem man denkt, die Tür stünde offen und es völlig unmöglich ist, Gäste zu unterhalten oder auch nur fernzusehen während die Maschine läuft, haben wir was draufgelegt und uns eine leise schnurrende Bosch-Spülmaschine gekauft. Ihre Kundenbewertung auf Amazon war zwar nicht gerade berauschend, deutsche Erzeugnisse haben mittlerweile einen katastrophalen Ruf in Amerika (siehe auch: deutsche Autos, die hauptsächlich in der Werkstatt stehen), aber was will man machen, die perfekte Lösung gibt's halt nicht, hoffen wir das Beste.
Der neue Geschirrspüler wurde nur von zwei starken Männern, die kaum Englisch sprachen, angeliefert, und auf meinen Wunsch hin nicht von Fachpersonal eingebaut, denn selber einzubauen spart nicht nur Geld (um die $150 hätte das gekostet), sondern man lernt auch noch Dinge fürs Leben, wie ich zu meinem bassen Erstaunen herausfand. Zum Glück zeigen reihenweise Hobbyhandwerker auf Youtube, wie man das Stromkabel sowie die Zu- und Abwasserschläuche anschließt, also ist das kein Problem.
Weiter sind Spülmaschinen in Amerika meist nur mittels Schraubklemmen wie in Abbildung 3 ans Stromnetz angeschlossen. Oft kommt unter der Küchenzeile nur ein Kabel aus der Wand, und nachdem der Klempner die Spülmaschine in ihre Nische geschoben hat, schraubt er unten an der Maschine eine Metallblende ab, legt das mit tausend Warnungen versehene Elektrik-Kasterl frei, isoliert die Enden des Kabels aus der Wand ab, verzwirbelt die Litzen mit der der Maschine, und schraubt ein Hütchen drauf. Wer da die Zugentlastung vergisst, erlebt unter Umständen ein blaues Wunder, wenn jemand später die Maschine wieder aus der Nische herauszieht und vergißt, das Kabel abzuklemmen. Die Bosch-Spülmaschine hingegen hatte ein ganz vornehmes Verputzkasterl, das man unter die Spüle schraubt, einen nicht mitgelieferten Netzstecker anschließt und in die nächste Steckdose steckt. Zum Glück hab ich Elektriker gelernt!
Dann fiel mir auf, dass die neue Bosch-Spülmaschine gut 3 Zentimeter kleiner war als das vorige amerikanische Modell, also baute ich eine für einen Dollar im Baumarkt erworbene und anschließend schwarz lackierte Holzleiste in den Spalt ein. Später erfuhr ich, dass man jede Spülmaschine mittels Stellrädchen tatsächlich so hoch aufbocken kann, dass sie auch hohe Küchenzeilen ausfüllt. Beim nächsten Mal bin ich schlauer!
Und der Abwasserschlauch muss nach dem gestrengen "Code" des amerikanischen Klempnerverbands aus der Maschine heraus erst hoch, über die Höhe des Syphons hinaus, geführt werden und anschließend wie in einem Springbrunnen durch einen Luftspalt nach unten purzeln. Dadurch kann bei Stauungen im Waschbecken oder bei durch Verstopfungen des Syphons kein Abwasser zurück zur Frischwasserzufuhr des Geschirrspülers gelangen. Ob das tatsächlich so wichtig ist, dass man dafür extra einen Luftspalt einbaut, über den das Wasser aus dem Abwasserschlauch erst nach oben spritzt, und dann in einen Auffangbereich nach unten fällt, der es weiter ins Syphon oder den Abfallschnetzler (Garbage Disposer) leitet, weiß ich nicht, wahrscheinlich ist das so eine Regelung von Anno Dunnemals, die der Joe Schmoe blind und religiös befolgt, wie so oft in der amerikanischen Bürokratie.
Wenn die Spülmaschine grobe Speisereste nämlich nicht kleinhäckselt, sondern einfach vom Teller spritzt und abpumpt, verstopfen diese Air Gaps nämlich nicht selten und der Nicht-Klempner kratzt sich am Kopf und wundert sich warum die Spülmaschine das Wasser nicht wieder abpumpt. Dass man die chromfarbene Abdeckung der Air Gap einfach nach oben abziehen kann, und durch das Aufdrehen der darunter verborgenen Plastikkappe den Abflussschlauch freilegen und etwaige darin verfangene Speisereste einfach entfernen kann, darauf kommen die wenigsten.
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