(Angelika) Unsere Golden-Gate-Bridge-Überquerung mit dem Fahrrad haben wir auch schon hinter uns. Wir haben das bei strahlendem Sonnenschein gemacht, so dass die Brücke in ihrem schönsten Rot leuchtete. Damit wir nicht zu viele Hügel und gefährliche Straßen passieren mussten (das ist nichts für mich), haben wir unsere Fahrräder zunächst in die Bart (U-Bahn in San Francisco) mitgenommen und sind zum Embarcadero gefahren (wer schon mal in San Francisco war, weiß wo das ist; für die nicht Ortskundigen: Straße, die direkt am Wasser lang führt). Und dann ging es immer am Wasser entlang zur Golden Gate, den Blick immer auf die Brücke, Alcatraz und die Boote auf der Bay gerichtet.
In solchen Momenten wird einem dann auch klar, warum keiner trotz akuter Erdbebengefahr diese Stadt jemals verlassen will, so schön ist das. Auf der Brücke selbst hatten wir sogar einen eigenen Fahrradweg. Am Wochenende sind nämlich beide Fußwege der Brücke offen, der eine ist dann nur für die Fußgänger, der andere für die Fahrradfahrer. Das führt allerdings dazu, dass die Fahrradfahrer derartig rasen, dass mir echt angst und bange wurde. Ich wollte schließlich die Aussicht genießen und nicht an der Tour de France teilnehmen.
Und damit ihr auch wisst, wie wir uns bei der Überquerung gefühlt haben, zitiere ich noch schnell John Steinbeck: "Dann fuhr ich über den großen, an Fäden aufgehängten Brückenbogen und war in der Stadt. Sie war die City geblieben, an die ich mich erinnerte, so selbstbewusst in ihrer Größe, dass sie es sich leisten konnte, freundlich zu sein."
Silvester waren wir dann bei einer Gala im vornehmen Fairmont-Hotel. Das Hotel ist vielen in Deutschland bekannt, weil dort die amerikanische Serie "Hotel" gedreht worden ist, die auch lange Zeit im deutschen Fernsehen gelaufen ist (so etwas Ähnliches wie "Traumschiff" ohne Schiff). Es gab ein tolles Essen, Champagner bis zum Abwinken, eine Musical-Show und völlig bescheuert aussehende Partyhüte, die sich alle voller Begeisterung kurz vor Mitternacht aufgesetzt haben (wir natürlich nicht). Wir haben uns gut amüsiert, obwohl wir etwas enttäuscht waren, dass kurz nach Mitternacht die Party vorbei war und wir doch noch ziemlich in Feierstimmung waren. Na ja, man kann nicht alles haben. Silvester gibt es hier übrigens eine witzige Sitte. Am Vormittag werfen die Büroangestellten in Downtown San Francisco ihre alten Kalenderblätter aus dem Fenster. Da die meisten Büros sich in Wolkenkratzern befinden, ist das besonders effektvoll.