18.06.2016 Deutsch English

Das renovierte San Francisco Museum of Modern Art

Abbildung [1]: Der neue Museumsanbau wirft Falten wie ein ungebügeltes Bettlaken.

Angelika Letztes Wochenende zog es uns ins San Franciscos Museum of Modern Art, das seit Mitte Mai endlich wieder offen ist. Schlappe drei Jahre lang war es geschlossen gewesen, der Umbau und die Erweiterung haben 305 Millionen Dollar gekostet. Ein ganz neues Gebäude ist hinter dem alten entstanden. Das alte Gebäude hatte vor über 20 Jahren Mario Botta entworfen. Der Anbau wurde notwendig, um Platz für neue Werke zu schaffen. Die Fisher-Familie, Gründer der in San Francisco ansässigen Klamottenfirma GAP, haben dem Museum für mindestens 100 Jahre insgesamt 1100 Werke ausgeliehen, für die im alten Gebäude einfach kein mehr Platz war.

Abbildung [2]: Zwei Freikarten für langjährige Gold-Members.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir vor fast 20 Jahren nach San Francisco gezogen sind, und alle über das damals neue (heute alte) Gebäude lästerten, weil es von der Ferne aussieht, als ob ein Aschenbecher auf dem Dach sitzt. Mittlerweile gehört es aber so zum Stadtbild, dass es sich keiner mehr wegdenken kann. So bekamen die neuen Architekten den Auftrag, das neue und das alte Gebäude zu integrieren. Die norwegische Architektenfirma Snohetta erhielt den Zuschlag und kreierte ein weißes Gebäude, das ein wenig an ein zerknauschtes Bettuch erinnert. Innen ist es aber hell, skandinavisch minimalistisch und funktional.

Abbildung [3]: Kunstkenner vor einem Bild von Chuck Close.

Abbildung [4]: Innen gleicht das Gebäude einem skandinavischen Möbelhaus.

Was uns besonders gefallen hat, ist, dass der Museumsbesucher auf fast jedem Stockwerk nach draußen kann, um auf die Stadt zu blicken. Es gibt natürlich auch Skulpturen auf den Dachterrassen und eine riesige grüne Wand bestehend aus Pflanzen, vor der sich zur Zeit jeder fotografieren lässt. Das neue Gebäude verfügt über mehrere Cafes und ein Restaurant, die auch Kunstmuffel zum Verweilen einladen. Und Begeisterte für moderne Kunst kommen voll auf ihre Kosten: Werke von Warhol, Lichtenstein, Calder, Rothko, Arbus en masse. Das Museum kostet übrigens $25 Eintritt pro Mann, Kinder unter 18 müssen allerdings nichts bezahlen. Wir sind schon seit Jahren Mitglieder und genießen dadurch unbegrenzt freien Eintritt. Das Museum hat übrigens jeden Tag auf (nur an Thanksgiving und am 25.12. schließt es seine Tore) und schließt montags nicht wie andere Museen. Schaut vorbei, wenn ihr im Lande seid!

Abbildung [5]: Diese rostigen Spiralwände stehen in der rückwärtigen Eingangshalle des Museums.

 
 
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Letzte Änderung: 22-Aug-2018