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Angelika/Mike Schilli |
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San Francisco Shantytown
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Monsterwellen bei Mavericks
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Angelika Seitdem Michael die Leidenschaft des Surfens entdeckt hat, höre ich viel darüber, wie die Wellenlage in Pacifica gerade ist. Der Ort liegt 20km südlich von San Francisco und Michael surft am Wochenende immer dort. Jeden Samstag- und Sonntagmorgen prüft Michael zunächst die Wellen-Kamera auf dem Internet. Die Wellen dürfen nicht zu klein, zu groß, zu wühlig usw. sein. Das ist eine Wissenschaft für sich. Gott sei Dank hat Michael großen Respekt vor Monsterwellen und bleibt diesen fern. Einige der besten Surfer dieser Welt können von diesen meterhohen Wellen allerdings nicht genug bekommen und fliegen um die ganze Welt, um in ihnen zu surfen.
Es gibt nur wenige Monsterwellen-Surfer ("Big Wave Surfer"), denn das Risiko ist enorm hoch. An der Nordküste von Oahu, also in Hawaii, entstehen im Winter regelmäßig solche hohen Wellen. Erst letzte Woche fand deshalb der "Eddie-Aikau-Surfwettbewerb" statt, bei bis zu 15 Meter hohen Wellen in der Waimea Bay. Aber auch bei uns um die Ecke in einem Pillar Point genannten Hafen in dem kleinen Ort Princeton-by-the-Sea, der 40km südlich von San Francisco und etwas nördlich von Half Moom Bay liegt, findet jedes Jahr ein bekannter Surfwettbewerb namens "Titans of Mavericks" statt, wenn die Bedingungen stimmen.
Dieses Jahr brachte das Wetterphänomen "El Nino" die gewünschten Monsterwellen, sodass im Februar der Surfwettbewerb erstmals wieder seit 2 Jahren stattfand. Den Wettbewerb gibt es seit 1999 und nur 10 Mal waren seitdem die Bedingungen optimal und die besten Surfer der Welt traten an, um die Wellen zu bezwingen. 24 Surfer nehmen an dem Wettbewerb teil, und rein kommt man nur per Einladung. Der Wettbewerb ist an einem bestimmten Tag, der kurzfristig festgelegt wird und dann müssen die Surfer buchstäblich alles stehen und liegen lassen und nach Kalifornien reisen.
Am 12. Februar war es dieses Jahr soweit. Leider ist es kaum mehr möglich, den Wettbewerb vor Ort zu verfolgen, denn im Jahr 2010 verletzte eine Superwelle einige Zuschauer und seitdem sperren die Veranstalter alles ab und zwingen die Interessierten, sich das Spektakel als Liveübertragung auf dem Fernsehschirm anzuschauen. Und ehrlich gesagt surfen die Surfer auch so weit draußen, dass man sie eh nur mit sehr starken Ferngläsern sehen könnte.
Das sieben Stunden lange Mavericks-Live-Video zeigt die besten Szenen. Schon der Wahnsinn, wie es die Profis teilweise in den Wellen herumwirbelt. Als Schutzmechanismus haben sie eine aufblasbare Schwimmweste um und die Surfer können wie bei einem Fallschirm an einer Leine ziehen, um die Schwimmweste aufzupumpen, die sie dann hoffentlich an die Wasseroberfläche bringt. Wer schon einmal in dem Strudel einer nur ein Meter hohen Welle geraten ist, weiß, dass man schon dann ganz schnell nicht mehr sagen kann, wo oben und unten ist.
Einige Weltklasse-Surfer sind in den Maverickswellen leider auch schon umgekommen. Mavericks ist dabei der Name der Stelle im Ozean, wo diese riesigen Wellen sich aufbäumen. Sie entstehen, weil sie sich über Kilometer hinweg im pazifischen Ozean im Winter aufbauen und dann die besondere Form des Meeresbodens sie in einer bestimmten Form brechen lässt. Surfer geben den beliebten Surfstellen gern Namen, so gibt es auf Oahu die berühmte "Pipeline" und dann eben "Mavericks" bei uns um die Ecke. Angeblich wurde Mavericks nach einem Hund des ersten Surfers benannt, der an dieser Stelle im Ozean surfte. Ein anderer Surfer, Jeff Clark, der in Half Moon Bay aufwuchs, bezwang dann die Monsterwellen zum ersten Mal im zarten Alter von 17 Jahren, lange bevor Mavericks weltberühmt wurde. Jeff Clark betreibt heute noch einen Surfshop in Princetown-by-the Sea mit dem Namen "Mavericks". Mittlerweile ist er fast 59 Jahre alt. Die Surfbretter, die er verkauft und herstellt, probiert er übrigens alle selbst im Ozean aus.
Grüße aus dem Land, das hohe Wellen schlägt:
Angelika & Michael
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