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  Rundbrief Nummer 47  
San Francisco, den 07.12.2003


Abbildung [1]: "Copy-Controlled" schränkt Verbraucherrechte ein

Und noch ein Kommentar zum Thema: Warum Deutsche auf Ihre Rechte als Verbraucher verzichten und sich am Gängelband der Industrie führen lassen. Die Schallplattenindustrie steckt zur Zeit weltweit ziemlich in der Bredouille, da die Leute statt CDs zu kaufen lieber kostenlose Raubkopien vom Internet herunterladen. Was ist die Antwort der deutschen Schallplattenvertreiber darauf? CDs, die man nicht mehr auf dem Computer speichern kann. "Copy-controlled" heißt diese Volksverarschung. Leute, okay, ich weiss, ihr seid noch nicht soweit, aber versucht trotzdem, mir zuzuhören: In ein paar Jahren wird niemand wird mehr mit Silberscheiben hantieren, um Musik zu hören. Lasst ihr eure Autos vielleicht mit einer Kurbel an? Sind eure Handies so groß wie Ziegelsteine? Genauso lächerlich wird euch in ein paar Jahren das Abspielen von Musik-CDs vorkommen. Ich spiele Musik schon seit einiger Zeit nur über den Computer auf der Stereoanlage ab. Und natürlich nur Musik, die ich vorher legal gekauft habe -- damit habe ich kein Problem. So kann ich auf Knopfdruck in zehntausenden von Songs wühlen, sie zufällig abspielen oder nach Schmuse- oder Hammerfaktor bewerten und meine Auswahl entsprechend der Situation treffen. Auf einem einzigen Computer lassen sich so mehr als 5000 CD-Scheiben abspeichern. Dafür müsstet ihr nach eurer Steinzeitmethode ein extra Zimmer anmieten. Ich kann Songs auf tragbaren Geräten abspielen, die so groß wie eine Streichholzschachtel sind (z.B. der MP3-Player MuVo) und Stereoanlagen-Qualität liefern, selbst wenn man sie auf den Boden wirft -- weil keine rotierende Silberscheibe notwendig ist. Angelika hat so ein Teil, und ist sehr zufrieden damit. Oder hat jemand schon vom iPod gehört? Wer all das einmal erfahren hat, schaut nur noch lachend auf die offensichtliche Idiotie der armen CD-Abspieler herab.

Weil die Musik-Industrie zu dumm ist, ein Verfahren zu finden, das das bisher funktionierende System (Kopien für privaten Gebrauch und Freunde praktiziert, aber keine unbegrenzten Raubkopien) digital nachzubilden, schleichen sich immer mehr so genannte "Copy-Controlled" CDs auf den deutschen Markt. Dieses Verfahren schränkt die Rechte des Verbrauchers ein, der viel Geld für Musik zahlt und sie nicht voll nutzen kann, weil sich die Musik nicht mal auf dem eigenen Computer speichern lässt. Zurück in die Steinzeit, nur weil in der Schallplattenindustrie nur Holzköpfe arbeiten? I don't think so.

Leute, setzt euch zur Wehr! Lasst euch nicht von den Schallplattenfritzen verschaukeln. Macht's wie die Leute in Amerika: Kauft einfach diese CDs nicht mehr. Legt Wert auf eure Rechte. Das Resultat des Copy-Control-Irrwegs in den USA: Amerikanische Verbraucher forderten vehement ihre Rechte ein und diese CDs verschwanden mangels Absatz so schnell von den Regalen, wie sie gekommen waren. Nicht so in Deutschland: Die Deutschen haben scheint's kein Problem damit, gleichviel Geld für weniger Rechte hinzulatzen. Wacht auf! Wer solche CDs kauft, schlägt nicht nur seinen eigenen Anspruch auf vernünftig nutzbare Qualität in den Wind, sondern hilft auch noch mit, die Rechte anderer einzuschränken. Macht Schluss damit! Da müsst ihr noch viel lernen, meine Lieben.

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