Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 51  
San Francisco, den 26.08.2004

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Free Stuff

Abbildung [1]: Eine Kiste mit altem Klump vor die Tür gestellt ...
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Amerikanern wirft man ja vor, exzessiv Müll zu produzieren. Das trifft oft zu, wenn man an den Platiktütenwahnsinn im Supermarkt und die in ländlichen Gebieten praktisch nicht vorhandene Mülltrennung denkt. Allerdings gibt es hier ein Wiederverwertungsverfahren, das ich aus Deutschland noch nicht kannte1: Man stellt altes Klump auf den Gehweg, macht einen Zettel dran, auf dem "Free Stuff" ("Das Zeug gibt's umsonst") steht und wartet ein, zwei Stunden.

1Gewährsmänner aus Berlin haben mir allerdings berichtet, dass es dort ähnlich funktioniert.

Am 15. August um 13:54 reproduzierten wir ein schon dutzendfach ausgeführtes Experiment nochmal für den Rundbrief: Eine alte Plastikkiste mit aus dem Umzug übriggebliebenen Dingen wurde auf den Gehweg vor dem Haus gestellt und ein Zettel drangemacht. In der Kiste befanden sich: zwei Drahtkörbe zum Einhängen in ein Regal, ein Abtropfgestell für Geschirr, ein altes Telefon und 50 Kugelschreiber, die ich mal als Werbegeschenk erhalten hatte.

Abbildung [2]: ... und eine Stunde später ist alles weg, samt Kiste!
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Etwa zwei Stunden später, um 15:49:33 ging ich nochmals hinunter, und siehe da: Alles weg, einschließlich Kiste.

Einmal stellte ich einen Karton mit ausgelesenen deutschen Büchern hinunter und machte einen großen Zettel dran: "GERMAN LANGUAGE BOOKS", da der Inhalt nur für eine kleine Minderheit lesbar war und nicht jeder andere in die Kiste greifen sollte, um dies festzustellen.

Kurze Zeit später war die Kiste weg, und Angelika entdeckte zufällig auf der anderen Straßenseite einen Penner, der die Bücher auf dem Gehweg zum Verkauf anbot, und demonstrativ einen deutschen Krimi wie zum Lesen aufgeschlagen vor sich hielt. Leider hatte sie nicht den Mut, die Szene zu fotografieren.

Abbildung [3]: Garage Sale
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Wenn man viel Zeit und Spaß daran hat, stundenlang auf dem Gehweg zu sitzen, kann man altes Zeug übrigens auch im Zuge eines "Garage Sale" loswerden. Da startet man einfach vor seiner Garage (wer keine hat, macht's einfach auf dem Gehweg) einen privaten Flohmarkt und verhökert das Zeug an Passanten und neugierige Insassen anhaltender Autos. Besonders am Wochenende ist dieses Geschäftstreiben sehr beliebt, da sieht man oft ein halbes Dutzend kreuz und quer geparkter Autos vor einigen Leuten mit auf dem Gehweg ausgebreiteten Ramsch. Es ist unfassbar, was sich alles verkaufen lässt, wahrscheinlich kaufen manche Leute das Zeug nur, um es wiederum bei ihrem "Garage Sale" weiter zu verkaufen.

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Letzte Änderung: 06-Jul-2008