Michael Oft will eine Firma oder Behörde einer Privatperson Geld überweisen, kann aber die Kontonummer der Person oder deren Anschrift nicht finden. Am guten Willen liegt's nicht und die Zahlung nicht zu leisten wäre gesetzeswidrig. Was tun? In Amerika gibt's keine Meldepflicht, niemand weiß, wer wo wohnt. Zieht man einmal oder mehrmals um, verliert sich oft die Spur der Leute gänzlich in den Weiten des Landes.
Damit ausstehende Zahlungen trotzdem eine Chance haben, ihre Empfänger zu erreichen, gibt es in Kalifornien das "Bureau of Unclaimed Property". Das ist nicht etwa eine private Institution, sondern eine ganz offizielle Behörde des Bundesstaates, die den Service ganz uneigennützig ohne Kommission anbietet.
Wie hoch würdet ihr die Summe aller dieser ausstehenden Zahlungen schätzen? 10 Millionen? 100 Millionen? Falsch. Haltet euch fest: 4.8 Milliarden Dollar warten auf ihre Besitzer. Letztes Jahr allein wurden 239.000 Fälle bearbeitet, im Schnitt wechselten $1000 den Besitzer.
Auf der Website www.sco.ca.gov speisen die zahlungswilligen Firmen die Höhe des zu überweisenden Betrags und den Namen des Empfängers ein. Findet der Empfänger den Eintrag auf dem Internet, kann er den Betrag für sich in Anspruch nehmen, indem er sich mit dem Zahlungswilligen in Verbindung setzt und seine neue Anschrift oder Kontonummer bekannt gibt.
Als der Link bei Yahoo intern kursierte, meldete sich eine begeisterte Arbeitskollegin und berichtete, sie hätte gerade entdeckt, dass einer ihrer früheren Arbeitgeber ihr etwa $150 schulde. Sie habe die Inanspruchnahme des Betrags sofort in die Wege geleitet und die Summe bereits verplant! Sparen können die Amis einfach nicht ...