10.08.2026 Deutsch English

Mieterhöhung

Abbildung [1]: Mietpreisbindung in San Francisco: Rent Control

Angelika Wie befürchtet flatterte uns Ende Juli eine Mieterhöhung ins Haus. Unser Haus wurde ja letztes Jahr verkauft, wie ihr fleißigen Rundbriefleser wisst. Da unser Haus der San Francisco Mietpreisbindung unterliegt, darf die Miete nur einmal im Jahr um einen bestimmten Prozentsatz erhöht werden. Dieses Jahr legte die Stadt diesen auf 1,6 % fest. Der Vermieter muss die Mieterhöhung mindestens 30 Tage im Voraus ankündigen. Die angepasste Miete müssen wir also ab dem 1. September bezahlen. Uns war von Anfang an klar, dass das passieren würde, denn unsere Nachbarn um uns herum hatten schon alle eine Mieterhöhung erhalten. Unser vorheriger Vermieter Gus hatte nicht jedes Jahr die Miete erhöht, und seine Tochter, die später die Verwaltung übernahm, bekam es erst dann auf die Reihe, als sie das Haus verkaufen wollte.

Mieten sind seit Jahr und Tag exorbitant hoch in San Francisco. Zurzeit herrscht hier wieder ein regelrechter Boom durch die Firmen, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen und in San Francisco wie Pilze aus dem Boden schießen. Das erinnert uns sehr an die Zeiten des Internetbooms. Die durchschnittlichen Mieten liegen derzeit ungefähr bei $2.700 bis $2.800 im Monat für ein Studio, Zweizimmerwohnungen rangieren je nach Größe und Viertel zwischen $3.500 und $4.100, und für eine Dreizimmerwohnung muss man zwischen $4.900 und $6.000 im Monat auf den Tisch blättern. Absolut irre! Da das Viertel, in dem wir wohnen, sehr begehrt ist, liegen die Preise hier eher im oberen Bereich. Das Problem ist außerdem, dass es überhaupt kaum Wohnungen gibt. Die Leerstandsquote ist inzwischen wieder extrem niedrig und liegt je nach Quelle bei etwa 2-4 %. Deshalb ist unsere Wohnung für San Francisco-Verhältnisse immer noch ausgesprochen günstig, denn selbst mit Garagenplätzen und trotz der Mieterhöhung zahlen wir noch nicht den Marktpreis.

Abbildung [2]: Oh weh, der Vermieter erhöht die Miete!

Interessanterweise waren auf der Mieterhöhung auch noch einige ziemlich undurchsichtige Posten aufgelistet, die zwar insgesamt nur etwas mehr als $5 im Monat ausmachen, aber man muss aufpassen wie ein Fuchs, damit man nicht über den Tisch gezogen wird. Der eine Posten war mit "Water Bond Passthrough 2025" betitelt, der andere mit "Bond Measure Passthrough 2025-26". Dabei handelt es sich um Kosten, die der Vermieter unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich auf die Mieter umlegen kann. Beim erstgenannten Posten erlaubt San Francisco den Vermietern, 50 % bestimmter Erhöhungen der Wassertarife an die Mieter weiterzugeben. Diese Gebühr darf allerdings nicht Bestandteil der Grundmiete werden.

Des Weiteren erlaubt die Stadt bei mietpreisgebundenen Wohnungen in San Francisco die Umlage von Anleihemaßnahmen ("Bond Measure Passthrough"). Das bedeutet, dass der Vermieter einen bestimmten Anteil seiner Grundsteuererhöhungen, die durch von den Wählern genehmigte General-Obligation-Bonds entstehen, als separaten monatlichen Zuschlag direkt an die Mieter weitergeben darf. Da sage mir noch einmal einer, dass in den USA nicht der Amtsschimmel wiehert!

Lustigerweise erhalten wir jetzt auch zum ersten Mal Zinsen für unsere Mietkaution. Scheinbar müssen diese in San Francisco jährlich ausgezahlt werden. Das war bisher noch nie passiert. Auch hier legt die Stadt den Zinssatz jedes Jahr neu fest. Zurzeit sind es 4,2 %. Davon darf der Vermieter dann 50 % als Verwaltungsgebühr für das San Francisco Rent Board abziehen. Wer denkt sich denn so etwas nur aus?


 
 
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Letzte Änderung: 11-Aug-2026