Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 40  
San Francisco, den 02.06.2002

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Hiroshima

Wohl jeder auf der Welt weiß, was sich hinter der japanischen Stadt "Hiroshima" verbirgt. Dort warfen die Amerikaner im zweiten Weltkrieg die erste Atombombe ab und töteten damit auf einen Schlag hunderttausende von Menschen.

Abbildung [1]: Die Uhr, die um 8:15 stehenblieb, als die Bombe fiel.
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Michael lag mir zunächst in den Ohren, dass Hiroshima doch noch strahlt. Ich wollte aber unbedingt die Gedenkstätten für die Opfer des ersten Atombombenabwurfs sehen. Auf den ersten Blick ähnelt Hiroshima so manch anderer japanischen größeren Stadt: modern, bunt, hässliche Betonbauten, die an den deutschen Baustil in den 60er Jahren erinnern.

Abbildung [2]: Hiroshima -- eine ganz normale Stadt?
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Hochhäuser, schicke Kaufhäuser. Gäbe es nicht den Friedenspark, der an den Abwurf der Atombombe mit einem Museum und verschiedenen Mahnmalen erinnert, erahnte der Besucher nicht, dass diese Stadt 1945 in Schutt und Asche lag. Im Friedenspark fällt zunächst die so genannte A-Kuppel ins Auge. Das ist die Ruine des einzigen Gebäudes, dass in Zentrum des Bombenabwurfs stehen blieb. Über den Park verteilt gibt es verschiedene Gedenkstätten, u.a. eines für die Kinder und die koreanischen Zwangsarbeiter, die die Atombombe tötete. Das Mahnmal für die koreanischen Zwangsarbeiter errichtete man erst 1970, da die Japaner bis dato fleißig totschwiegen und verdrängten, was sie den koreanischen Zwangsarbeitern angetan hatten. An dem Mahnmal für die Kinder legen ganze Schulklasse gefaltete Kraniche in Gedenken an das Mädchen Sadako ab. Ich berichtete ja schon einmal die Geschichte des Mädchen Sadako, die 1955 an Leukämie als Folge des Atombombenabwurfs erkrankte und Kraniche zu falten begann, um sich Gesundheit zu wünschen und dass die Kraniche heute als Friedenssymbol gelten. Die Niederlegung der an Fäden aufgezogenen Kraniche ist oft sehr feierlich und mit einer kleinen Zeremonie begleitet.

Abbildung [3]: Hiroshima -- Gedenkstädte. Im Hintergrund die wie durch ein Wunder erhaltene "Industrial Promotion Hall", die fast im Zentrum der Atombombenexplosion stand.
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Wir beobachteten Schulkinder, die sangen, etwas vortrugen, Flöte spielten. Es gibt so viele Kranich-Ketten, dass hinter dem Mahnmal für die Kinder kleine durchsichtige zeltartige Häuschen stehen, in denen die Ketten hängen. Beeindruckend ist auch die Friedensflamme, die solange brennen wird, bis es keine Atomwaffen mehr auf der Erde gibt. Führt man sich die Folgen von Hiroshima vor Augen, ist mir unbegreiflich, warum überhaupt noch Atomwaffen existieren. Die Verantwortlichen in Pakistan und Indien waren wohl noch nie in Hiroshima. Leider!

Abbildung [4]: Hiroshima -- Gedenkstädte
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Letzte Änderung: 06-Jul-2008