Michael Wenn es je eine vergleichbare Hysterie um einen neuen Laden in San Francisco gegeben hat wie die im Jahr 2000 um den damals neuen Ikea im nahen Emeryville (Rundbrief 08/2000), dann war das der Hype um die Zweigstelle des koreanischen Lebensmittelgiganten "H Mart", der 2024 im Stadteil Ingleside am Alemany Boulevard seine Tore öffnete.
Nun gibt es schon diverse und sehr gute Supermärkte für asiatische Lebensmittel in unserer an internationalen Feinschmeckern nicht gerade armen Stadt, aber die Kette "H Mart" ist so eine Art KDW für Koreaner, und da stecken oft Kindheitserinnerungen drin, wie in dem Buch Crying In H Mart beschrieben, das ich zwar gelesen und für okay befunden habe, aber hier nicht vor einem Millionenpublikum hochjubeln möchte.
Nun ist H Mart koreanisch und dementsprechend führt der Laden ungefähr 47 verschiedene Arten von Kimchi (scharfes koreanisches Sauerkraut) und sonstige Leckereien wie Bulgogi (dünn geschnittenes Rindfleisch in pikanter Soße) oder in Barbeque-Soße marinierte Hühnerzehen.
Aber das Sortiment umfasst auch frische japanische Udon-Nudeln oder Kokosmilch in Dosen oder scharfe Curry-Pasten, die ich gerne für mein mittlerweile legendäres rotes Thai-Curry verwende. Oder eine Fischtheke, oder japanische Pilze oder sonst nicht leicht zu findende Zutaten wie Zitronengras oder Thai Basil. Einfach alles, was man zum Kochen von asiatischen Gerichten daheim benötigt, perfekt!
Auch die Auswahl an Sushi stellt die meisten Läden, die Supermarkt-Sushi anbieten, in den Schatten. Ob Monkfish-Leber oder Unagi (gekochter Aal in Teriyaki-Sauce) oder Uni (Seeigel), alles ist sehr gut gemacht. Ich fahre die Filiale etwa einmal im Monat an und finde mich mittlerweile auch in den Gängen mit exotischeren Zutaten gut zurecht. Die Filiale ist blitzblank und bietet extrem frische Ware zu normalen Preisen. Etwas teurer als sonstige Asia-Supermärkte, aber auch mehr auf Zack, definitiv den Aufpreis wert.