Michael Als Exil-Deutscher finde ich mich hier drüben oft in der absurden Situation, Amerikanern erklären zu müssen, dass ich deutsche Fahrzeuge keineswegs als das Nonplusultra der internationalen Automobilindustrie ansehe. Kauft wieder mal ein sportautoaffiner Arbeitskollege einen BMW oder Porsche, kann ich nicht umhin, in mich hineinzudenken: Du Narr! Warum gibst du so viel Geld für unnötig komplizierten Firlefanz aus, der auch noch so hoffnungslos unzuverlässig läuft, sodass der Karren mehr in der Werkstatt steht, als über den Highway zu donnern? Von Kollegen höre ich dann auch noch Horrorgeschichten, nach denen überforderte kalifornische Mechaniker in Sindelfingen oder München anrufen müssen, weil völlig triviale Dinge den Geist aufgeben, die man aber nur mit Spezialwerkzeug vom Mond richten kann, und die allein deswegen kaputtgingen, weil sie von völlig inkompetenten deutschen Ingenieuren entwickelt wurden, denen das Wort "Zuverlässigkeit" scheinbar abhanden gekommen ist.
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