(Angelika) Wie ihr vielleicht wisst, gilt Kalifornien als absolute Fitnesshochburg. Hier gibt man sich gern gesundheitsbewusst, was nicht nur dazu geführt hat, dass das Rauchen fast überall verboten ist und die Supermarktregale voll sind von "nonfat" (ganz ohne Fett) oder lowfat (mit wenig Fett) Produkten, sondern auch Fitness-Center wie Pilze aus dem Boden schießen. Michael, der sich ja bekanntlich gern als "All Californian Boy" sieht, ist ja schon lange Mitglied in einem Fitness-Center (siehe Rundbrief 11/1999 und liegt mir seitdem in den Ohren, doch auch etwas für meine Gesundheit zu tun. Nach monatelangem Bearbeiten, wobei Michael keine psychologischen Tricks scheute, z.B. erhielt ich zu Weihnachten das Buch mit dem vielsagenden Titel "Fitness for Dummies" und einen Gutschein für eine persönliche Trainerstunde mit Turbotrainer Michael, gab ich schließlich nach und machte mich mit Michael auf zum 24h-Fitness-Center. Wer mich nun schon seit meiner frühesten Jugend kennt und weiß, wie sehr ich Sport (vor allen Dingen jegliche Form von Schulsport) hasse, wird dieses Ereignis gleich rot in seinem Kalender anstreichen. Damit die, die mich noch nicht so lange kennen, eine Vorstellung davon haben, wie sehr ich mit dem Konzept "Sport" auf Kriegsfuß stehe, erzähle ich euch noch schnell eine wahre Geschichte, die sich in einer Zeugniskonferenz der elften Klasse zutrug, an der ich als Klassensprecherin teilnehmen durfte. Als über meine Noten verhandelt wurde (ich wurde merkwürdigerweise nicht vor die Tür geschickt), stutzte man über meine einzige Vier im Zeugnis. Ihr habt richtig geraten, die hatte ich doch tatsächlich in Sport. Was meinen Lehrer, Herrn Pohl, der für seine wenig feinfühligen Kommentare bekannt war, schließlich betitelte er mich doch einmal als "Giftspritze" (aber ich schweife ab), zu der Bemerkung hinriss, dass er froh wäre, dass ich es scheinbar mehr im Kopf als in den Beinen hätte. Dieses und einige andere unschöne Erlebnisse ließen mich schon in recht zartem Alter schwören, weder an den Olympischen Spielen teilzunehmen noch je ein Fitness-Center zu betreten. Aber, man soll nie "nie" sagen, denn seit drei Wochen bin ich Mitglied in einem Fitness-Club und renne also auf Laufbändern, trampele wie wild auf Fahrrädern und steppe was das Zeug hält. Auch persönliche Trainerstunden habe ich, denn schließlich brauche ich als Sportmuffel Anleitung, wie man die Geräte denn richtig bedient, ohne sich zu ruinieren ("Sport ist Mord!"). Der Trainer sorgt also dafür, dass ich weiß, wieviele Muskeln ich habe und wie man diese kräftigt. Ihr braucht jetzt aber keine Angst zu haben und glauben, ich würde bald als Mrs. Schwarzenegger daher kommen. Da müsste ich schon 10 Jahre täglich trainieren und die Gefahr besteht nun wirklich nicht.
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