17.01.2001 Deutsch English

Waffenrecht

Eine Pistole der Marke Smith \& Wesson (Model 745).
Eine Pistole der Marke Smith \& Wesson (Model 745).

(Michael) Gleich zum heutigen Schwerpunktthema: Ballermänner in den USA, bäng, bäng! 86 Millionen Amerikaner besitzen insgesamt etwa 240 Millionen Waffen. Hier ist das Recht auf Waffenbesitz ja in der Verfassung verankert. An die Verfassung der USA sind, wie schon im letzten Rundbrief erwähnt, einige Anhänge angeschlossen, die sogenannten Amendments, deren erstes, die Redefreiheit, wir letztes Mal an praktischen Beispielen erläutert haben. Das zweite Amendment hingegen heißt:

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Urlaub in Las Vegas

Die rasende Rundbriefreporterin Angelika fotografiert an einem Schauplatz am Ende der Welt
Die rasende Rundbriefreporterin Angelika fotografiert an einem Schauplatz am Ende der Welt

(Michael) Hey, und wir waren mal wieder im Urlaub: Eigentlich wollten wir ja vor Weihnachten noch nach New York fahren. New York zur Weihnachtszeit -- und egal, ob einem Weihnachten etwas bedeutet oder nicht, ist einfach umwerfend. Überhaupt, eine faszinierende Stadt, dieses New York. Aber es wurde nichts dieses Jahr, da anscheinend ganz Amerika zur Weihnachtszeit nach New York fährt und die Hotel- und Flugpreise selbst für uns Dollarverdiener astronomisch hoch waren.

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Hotel-Schnickschnack

Wegen dieses Bildes wären wir beinahe verhaftet worden
Wegen dieses Bildes wären wir beinahe verhaftet worden

(Michael) Zunächst standen wir vor dem Problem, unser Gepäck vom Auto, das wir in der Parkgarage geparkt hatten, ins Zimmer zu schaffen. Wir hatten zwar nur zwei Reisetaschen dabei, aber nachdem der Weg von der Garage zum Hotelzimmer durchs Casino führte, wollten wir nicht unbedingt als Herr und Frau Schlepp dastehen und fuhren das Auto ins "Valet-Parking". In einem früheren Rundbrief habe ich schon mal erklärt, wie das geht: Man fährt einfach vor, lässt den Autoschlüssel stecken und kriegt von einem livrierten Hotelangestellten ein Kärtchen in die Hand gedrückt. Dann steigt der Angestellte ein, fährt das Auto auf den Parkplatz und sagt jemand anderem Bescheid, der das Gepäck vom Kofferraum ins Zimmer bringt. Man selbst geht ins Zimmer hinauf, wo kurze Zeit später der Gepäckmann klingelt, dem man dann 2-3 Dollar pro Gepäckstück gibt. Bei der Abreise am nächsten Tag ruft man in der Rezeption an, fragt, ob man "help with our baggage" kriegen könnte, worauf wieder ein Gepäckmann mit einem Wagerl hochkommt. Mit dem geht man dann hinunter zum Valet-Parking, wo man dem Gepäckmann wieder 2-3 Dollar pro Gepäckstück und dem Valet-Kerl, der das Auto heranfährt, aussteigt und den Motor laufen lässt, etwa 3 Dollar. Dann steigt man ein und fährt ab. Uff!

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Death Valley

Death Valley Junction
Death Valley Junction

(Michael) Bevor wir Las Vegas verließen, stoppten wir noch an einem Supermarkt, um uns mit Lebensmitteln einzudecken. Gut gelaunt fotografierte ich Angelika im Supermarkt beim Chips-Aussuchen (Bild 12). Da kam eine Verkäuferin auf mich zu und sagte, das dürfte ich nicht. Ich murmelte irgendwas und schlich von dannen. Wie ich später herausfand, ist das deswegen nicht erlaubt, weil der Supermarkt die Regalaufstellung geheim halten will. Hersteller zahlen hohe Preise dafür, ob und wo die Waren im Regal stehen. Wir überquerten anschließend die Staatsgrenze nach Kalifornien und hielten erst wieder in "Death Valley Junction" an, um altes Gerümpel zu fotografieren (Bild 14 und 15).

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Reise nach Deutschland

(Angelika) Michael besteht darauf, dass ich noch etwas zum Rundbrief beitrage, bevor ich mich ins Flugzeug nach Deutschland setze. Ich werde mich dieses Mal somit kürzer fassen, denn es gibt noch tausend und eine Sache zu erledigen. Die meisten von euch sind ja schon bestens eingeweiht in unsere Besuchspläne. Ich werde Donnerstag Richtung Norddeutschland starten und dort zunächst bei meiner Familie sein. Dann werde ich dann Michael in München treffen. Wir werden zusammen für eine Woche Süddeutschland unsicher machen. Michael war ja seit über vier Jahren nicht mehr in Deutschland. Da er jetzt aber drei Wochen Jahresurlaub bei AOL erhält, konnte ich ihn überreden, eine Woche für Deutschland abzuknapsen. Auf seine Eindrücke darf man gespannt sein. Sein erster Akt war es übrigens, einen Kartenspielabend mit seinen alten Freunden aus der Unizeit zu organisieren. Schließlich verbrachte Michael seine halbe Studentenzeit Karten spielend in der Mensa.

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Politik-News

(Angelika) Michael hat ja schon fleißig berichtet, was sich seit unserem letzten Rundbrief alles so ereignet hat. Bleibt mir noch hinzuzufügen, dass dieses Land mittlerweile auch einen Präsidenten (hier so schön "president elect" genannt) hat. Aber das habt ihr natürlich trotz der BSE-Krise in Deutschland verfolgt. Ich kann mir nur nicht verkneifen, zu bemerken, dass mit Bush etwas auf uns zukommt. Nicht nur, dass der Mann seine eigenwillige "Krieg-der-Sterne-Version", also ein Raketenabwehrsystem im Weltraum, durchsetzen will. Er findet auch nichts dabei, in Alaska nach mehr Gas zu bohren, die Einhaltung von Umweltschutzauflagen den Firmen freiwillig zu überlassen und die Rezession herbeizureden, um seine umstrittenen Steuersenkungen durchzusetzen. Nur die NRA (siehe Michaels Waffenbericht) und Bill Gates lieben ihn wahrscheinlich, denn er will weder das Recht, eine Waffe zu tragen, einschränken noch die Monopolstellung von Bill Gates' Microsoft zerschlagen. Von der Todesstrafe und seinen Sprüchen "tough on crime" (hart gegenüber Verbrechen) ganz zu schweigen. Seine Nominierungen für das Kabinett lassen Schlimmes befürchten. Vor allen Dingen John Ashcroft, der amerikanischer Justizminister ("Attorney General") werden soll, bereitet den Liberalen und Frauenverbänden schlaflose Nächte. Er gilt als zutiefst religiös, erzkonservativ und rechter als Rechts. So ist er verbitteter Gegner der Abtreibung und würde sie am liebsten verbieten. Auf der anderen Seite ist er strenger Befürworter der Todesstrafe (fragt mich bitte nicht, wie das zusammen passt). Auch glaubt er fest daran, dass das Recht, eine Waffe zu tragen, das Geburtsrecht jeden Amerikaners ist. Zur Zeit finden die Anhörungen Ashcrofts im Senat statt, der die von Bush aufgestellten Kandidaten bestätigen muss. Obwohl Ashcroft von vielen Senatsmitgliedern kritisch beäugt wird, glaubt aber keiner daran, dass er abgelehnt wird. Ein Elend! Interessant finde ich übrigens, dass der knappe Wahlausgang schon fast in Vergessenheit geraten ist. Es wird kaum mehr daran erinnert, dass der Supreme Court ja letztendlich die umstrittenen Handauszählungen in Florida gestoppt hat und somit Bush zum Sieg verhalf, oder dass Gore im sogenannten "popular vote" (siehe letzten Rundbrief) mehr als eine halbe Million Stimmen vor ihm liegt. Witzigerweise wird in Florida dennoch munter weiter gezählt. In Florida gibt es nämlich ein Gesetz, das besagt, dass die Wahlzettel von der Öffentlichkeit eingesehen werden dürfen. Nun haben unter anderem führende amerikanische Zeitungen sich dieses Rechtes angenommen und zählen somit weiter. Selbst wenn diese erneuten Zählungen Gore noch zum Sieger machten, änderte das wahrscheinlich gar nichts am amtlichen Ergebnis. Bushs Ansehen könnte natürlich Schaden nehmen, aber der Mann ist so verliebt in sich selbst, dem würde das wahrscheinlich nichts ausmachen.

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Stromversorgungs-Chaos

PG\&E: We deliver Energy -- oder auch nicht!
PG\&E: We deliver Energy -- oder auch nicht!

(Angelika) Ja, und von noch einem Politikum muss ich berichten. Kalifornien kämpft gerade mit einer dicken Energiekrise. Jeden Tag wird uns angedroht, dass sprichwörtlich die Lichter ausgehen für einige Stunden, da der produzierte Strom nicht mehr ausreicht. Auch heute befinden wir uns energietechnisch gesprochen auf Alarmstufe 3, das heißt, es kann sein, dass die Elektrizitätswerke am späten Nachmittag den Hahn zudrehen und wir ein paar Stunden stromlos zubringen. Lästert nur über dieses angeblich hochtechnologische Land! Bis jetzt ist es allerdings noch zu keinem sogenannten "Black-out" gekommen, aber nur, weil viele Firmen freiwillig früher schließen, um Strom zu sparen. Ich kann euch sagen, es ist echt lästig, überall mit einer Taschenlampe herumzulaufen, vor allen Dingen in der Dunkelkammer habe ich letzte Woche arg gezittert. Wenn da nämlich der Strom und somit auch noch das Rotlicht ausfällt, sieht man die Hand vor Augen nicht mehr, da die Wände schwarz gestrichen sind und es keine Fenster gibt. Nun ist es ja bekannt, dass der Amerikaner nicht gerade der Meister im Stromsparen ist. Es ist deshalb sehr amüsant, zu beobachten, wenn Maßnahmen diskutiert werden, wie man Strom sparen kann. Bei AOL wurden die Mitarbeiter zum Beispiel angewiesen, die Computer auszustellen, wenn sie nach Hause gehen.

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Karaoke

Angelika sucht nach ihren Lieblingsschmusesongs
Angelika sucht nach ihren Lieblingsschmusesongs

(Angelika) Nun möchte ich noch etwas zu eurer Erheiterung beitragen. Wie Michael ja schon einmal erwähnte, werden wir in naher Zukunft wahrscheinlich in Japan Urlaub machen. Deshalb gab es dieses Jahr zu Weihnachten lauter Geschenke zum Thema "Japan". So durfte sich Michael über Sake-Tassen (Sake=japanischer Reiswein), verschiedene Sake-Sorten, Miso-Suppen-Schalen und als Höhepunkt über einen Japanisch-Kurs freuen, den wir beide im April starten. Aber was wäre Japan ohne Karaoke. Ihr wisst schon, dass ist die Sache, wo man selber zu bekannter Musik singt. In der Regel läuft ein Video auf einem Bildschirm, die Musik spielt und der Text des Liedes wird eingeblendet -- singen muss man selbst. Nun liebt Michaels japanische Kollegin "Karaoke". Sie sagt das Gesinge entspanne sie total. Während einer Weihnachtsfeier bei einem anderen Kollegen von Michael, versuchte sie uns nun zu überreden, doch einmal mit ihr zum Karoke zu gehen. Ich erbleichte zunächst vor Schreck, nahm ich doch an, dass ich auf einer Bühne vor einigen hundert Menschen singen müsste (so kannte ich es aus dem Fernsehen).

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Letzte Änderung: 25-May-2024