06.03.2010 Deutsch English

Ausgerechnet Alaska

Brutal kalt im Winter: Fairbanks, Alaska
Brutal kalt im Winter: Fairbanks, Alaska

Michael Angelika hatte die verrückte Idee, mitten im Winter zehn Tage ins eiskalte Alaska zu fliegen. Als Vorbereitung für den Trip in die Kälte liehen wir uns vom DVD-Versand Netflix alle Folgen von "Northern Exposure" aus, einer Fernsehserie, die in den 80er Jahren in Deutschland synchronisiert unter dem Titel "Ausgerechnet Alaska" lief. In der Serie verdonnert der Staat Alaska den frisch promovierten Arzt Joel Fleischman dazu, zwecks Abarbeitung seiner Studiengebühren ein paar Jahre in der fiktiven Kleinstadt Cicily Dienst als Dorfdoktor zu leisten.

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Mit dem Zug von Anchorage nach Fairbanks

Der Rundbriefreporter steigt in den Polar Express ein.
Der Rundbriefreporter steigt in den Polar Express ein.

Angelika Zugfahren eignet sich in Amerika bekanntlich weniger dazu, möglichst schnell von A nach B zu kommen, denn die Infrastruktur baut aufs Auto und bei weiteren Entfernungen aufs Flugzeug. Hochgeschwindigkeitszüge wie den ICE oder den japanischen Schinkansen sucht man in den USA vergebens. Dafür umweht das Zugfahren hier eine Aura der Nostalgie. Wir beschlossen daher, mit dem Zug von Anchorage nach Fairbanks zu fahren. Die Zugstrecke gilt als eine der schönsten in Alaska, denn der Zug fährt als Bonus am Denali National Park vorbei. Im tiefsten Winter Alaskas fährt er nur einmal die Woche und braucht für die 580km schlappe 12 Stunden.

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Tageslicht

Fjord 50 Meilen südlich von Anchorage. Das Tageslicht ist immer leicht schummrig.
Fjord 50 Meilen südlich von Anchorage. Das Tageslicht ist immer leicht schummrig.

Angelika Alaska liegt ja am Polarkreis, was das Tageslicht je nach Saison stark beeinflusst: Im Sommer ist es extrem lange hell, im Winter lange dunkel. An manchen Orten in Alaska (zum Beispiel Barrow) geht die Sonne im Sommer für mehrere Wochen überhaupt nicht unter, und im Winter dementsprechend nicht auf. Ganz so extrem ist es in Fairbanks nicht, denn der Ort liegt ca. 200 Meilen (ca. 320 Kilometer) südlich des Polarkreises. Im Schnitt hatten wir etwa sechs Stunden Tageslicht, denn die Sonne geht Ende Dezember zwar erst gegen 11 Uhr morgens auf und um 15 Uhr schon wieder unter, aber es herrscht dafür auch eine längere Dämmerung. So gegen 10 Uhr zeigte sich das erste Licht am Horizont, um 9 Uhr morgens war es allerdings noch zappenduster. Untertags wirkt das Licht etwas seltsam, denn die Sonne steigt nie so richtig hoch am Himmel.

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Modejournal Alaska

Mit diesem Outfit outet sich Michael als Tourist, aber selbst bei Minus 25 Grad hält das dreilagige High-Tech-Material mollig warm.
Mit diesem Outfit outet sich Michael als Tourist, aber selbst bei Minus 25 Grad hält das dreilagige High-Tech-Material mollig warm.

Michael Einheimische Alaskaner würden niemals eine Gore-Tex-Jacke anziehen, sondern kleiden sich durchgehend im von mir so genannten Baustellenlook. Sie bestellen bevorzugt vom Internethändler Carhartt , der Arbeitskleidung für die diversen Berufszweige in der Fischerei-, Ölplattformschweißer- und Lastwagenfahrerindustrie verschickt.

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Das Nordlicht

Fachbuch zum Thema Nordlicht: "The Northern Lights" von Syun-Ichi Akasofu.
Fachbuch zum Thema Nordlicht: "The Northern Lights" von Syun-Ichi Akasofu.

Michael In Gegenden nahe oder nördlich des Polarkreises stellt sich nachts oft eine merkwürdige Himmelserscheinung ein: Ein grünes, manchmal auch rotes Licht, das oft auch in erstaunlichen Bewegungen, teilweise flächendeckend von Horizont zu Horizont, zu tanzen scheint. Die Rede ist vom Nordlicht, Fachterminus "Aurora Borealis", unter welchem selbst der sonst nicht gerade lateinfreundliche Amerikaner den Effekt kennt.

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Celsius und Fahrenheit

-6 Grad Fahrenheit: -21 Grad Celsius.
-6 Grad Fahrenheit: -21 Grad Celsius.

Michael Auch nach 13 Jahren Amerika kann ich immer noch nichts mit der Fahrenheitskala für Temperaturen anfangen. Gut, ich weiß mittlerweile, dass ein Fieberthermometer bei einem gesunden Patienten 100 Grad Fahrenheit Körpertemperatur anzeigt und an einem arktisch kalten Wintertag in Alaska 0 Grad Fahrenheit herrschen.

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Chena Hot Springs

An den Haarspitzen bilden sich Eiskristalle, während man bei -25 Grad (Celsius) im 41 Grad heißen Pool sitzt.
An den Haarspitzen bilden sich Eiskristalle, während man bei -25 Grad (Celsius) im 41 Grad heißen Pool sitzt.

Angelika In Alaska gibt es nicht nur Permafrost, sondern auch noch den einen oder anderen aktiven Vulkan. Deshalb verwundert es nicht, dass auch heißes Wasser aus Thermalquellen sprudelt. Und siehe da, in der Nähe von Fairbanks liegen die sogenannten Chena Hot Springs, also heiße Quellen, die zum gepflegten Eintauchen einladen. Praktischerweise sind die Quellen gut mit dem Auto über eine Landstraße zu erreichen, die im Winter sogar super geräumt war. 1905 entdeckten zwei Goldgräber die Quellen und schon bald wurde das heiße Wasser für touristische Zwecke genutzt. Die Reise zu den Quellen dauerte anno dazumal natürlich noch etwas länger. Mittlerweile bietet Chena Hot Springs neben dem Badespaß unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten und ein Restaurant. Allerdings weist alles nach wie vor den rustikalen Charme von Alaska auf. Es handelt sich keineswegs um ein schickes, neumodisches Wellness-Center.

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Die Ölpipeline von Prudhoe Bay nach Valdez

Die 1200km lange Alaska-Ölpipleline führt an Fairbanks vorbei. Links geht's 450 Meilen nach Prudhoe Bay, rechts 350 Meilen nach Valdez.
Die 1200km lange Alaska-Ölpipleline führt an Fairbanks vorbei. Links geht's 450 Meilen nach Prudhoe Bay, rechts 350 Meilen nach Valdez.

Angelika Alaska ist nicht nur mit Naturschönheiten gesegnet sondern auch reich an Bodenschätzen. Die Entdeckung von Erdöl Ende der 60er Jahre in der Prudhoe Bay brachte dem Bundesstaat einen unerwarteten Geldsegen und stützt seine Finanzen bis zum heutigen Tag. Doch auch manche Umweltsünde wurde begangen.

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Motorenwärmer für kaltes Klima

Der Plugin: Aus der Kühlerhaube spitzelt ein Kabel raus ...
Der Plugin: Aus der Kühlerhaube spitzelt ein Kabel raus ...

Michael Bei Temperaturen unter 20 Grad Minus springt ein kalter Motor oft schlecht an, und deshalb spitzelt bei den Autos in Alaska aus der Kühlerhaube das Stromkabel eines sogenannten "Plugins" heraus. Im Motorenraum führt dieses zu einem Heizelement, das den Kühler des Fahrzeugs mollig warm hält. Steckt im Auto dann noch eine recht neue Batterie, springt der Karren auch bei 50 Grad Minus an.

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Letzte Änderung: 26-Nov-2012