20.09.2001 Deutsch English

San Francisco, den 18. September 2001:

Viele Leute in San Francisco hängen Flaggen an ihr Haus.
Viele Leute in San Francisco hängen Flaggen an ihr Haus.

Auch eine Woche nach den Terroristenattentaten befindet sich Amerika weiterhin im Schockzustand. Leider werden die Stimmen, die Rache, Vergeltung und härtestes militärisches Vorgehen als angemessene Antwort auf terroristische Gewalt ansehen, immer lauter. San Francisco versucht, in die Normalität zurückzufinden. Schon am Mittwoch letzter Woche öffneten alle städtischen und staatlichen Gebäude wieder ihre Tore. Auch die Schulen und Universitäten blieben nur einen Tag geschlossen. Man spielt wieder Baseball, Konzerte finden statt, Menschen gehen zur Arbeit. Die Highways verstopfen wie eh und je zur Rush Hour. Der zweite Blick verrät allerdings, dass die Auswirkungen der Katastrophe tief sitzen. Obwohl New York und Washington doch meilenweit entfernt liegen, betrifft viele in San Francisco und Umgebung das Unglück ganz unmittelbar. Ein Teilnehmer aus einem meiner Fotokurse verlor zwei seiner Freunde, die im World Trade Center arbeiteten. Einige Kollegen von Michael sitzen immer noch in Dulles, dem AOL Hauptsitz, fest. Sie befanden sich am vergangenen Dienstag auf Geschäftsreise an der Ostküste und warten nun geduldig, bis sich der amerikanische Flugverkehr normalisiert.

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San Francisco, den 7. Oktober 2001

Eine kleine Flagge an der Autoantenne
Eine kleine Flagge an der Autoantenne

Was jeder hier schon lange befürchtete, trat heute ein: Die ersten amerikanischen Bomben fielen auf afghanischem Boden. Die Medien klärten uns darüber auf, dass Amerika sich nun im Krieg befindet. Die Fernsehbilder erinnern an Golfkriegszeiten: Grünliche Bilder, von Leuchtblitzen durchsetzt. In San Francisco und anderen Städten in der Bay Area formierten sich spontan Friedensdemonstrationen. Doch die Meinungen sind gespalten. Viele, die vor die Kameras treten, meinen, dass die Militäraktionen schon lang überfällig waren. Andere sorgen sich darum, was in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zukommt. Besorgnis macht sich breit, dass wieder unzählige Zivilisten sterben und leiden werden. Deutlich spürt man die Angst vor neuen terroristischen Anschlägen als Antwort auf die fallenden Bomben. Es gilt erneut die erhöhte Sicherheitsstufe für Flughäfen und staatliche und städtische Gebäude.

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Letzte Änderung: 26-May-2024