Anschließend entfernt eine altertümliche Maschine ungefähr drei Schichten Schale, so dass kleine Kerne überbleiben, die aussehen wie eine Mischung aus Haselnuss und Haferflocke. Oder ungesalzene Erdnüsse ohne Schale. Diese trocknet man dann und schließlich kommen sie in die Rösterei, die sie anbrutzelt und ihnen den typischen Kaffee-Duft entlockt.
Wegen des Schälens und Röstens werden aus 5 Pfund Kaffeefrüchten übrigens nur 1 Pfund Kaffee, deswegen, so die nicht dumme Fremdenführerin, wäre Kaffee so teuer. Auf der Farm gab es außerdem noch Macademia-Nüsse, davon kaufte ich mir auch gleich einen Sack. Doch dann fiel mir ein, dass man, um nach Kalifornien zurückzureisen, durch das sogenannte "Agriculture" muss. Obwohl man nur von einem US-Bundesstaat in den andern wechselt, gschafteln die Damen und Herren der amerikanischen Landwirtschaftsbehörde wichtig herum und kontrollieren, ob man Pflanzen mit Schädlingen einführt, die die kalifornische Landwirtschaft gefährden könnten. Also aß ich den ganzen Sack Nüsse, bis mir schlecht war! Da Nüsse bekanntlich Gehirnnahrung sind, widerlegte ich nebenbei noch schnell die Relativitätstheorie.
In Hawaii gibt es ein altes Gesetz und das heißt: Jeder Strand muß öffentlich zugänglich sein. Wenn eine Hotelkette sich in Strandnähe niederlässt, muss sie einen kleinen Zugang zum Strand offenlassen. Zähneknirschend lassen einen dann die livrierten Angestellten passieren, wenn man mit Badelatschen an ihnen vorbei zum Strand schlappt. Kein reicher Schnösel darf sich seine Burg an den Strand bauen und sie mit einem Zaun abriegeln -- der Strand ist für alle da. Das ist sehr ungewöhnlich im kapitalistischen Amerika, weil hier eigentlich Landeigentum unantastbar ist. Ich erinnere mich an Gegenden an der Ostküste, in denen man stundenlang mit dem Auto herumgurken musste, um an den Strand zu kommen, weil Haus an Haus am Strand entlang gebaut und alles abgeriegelt war.
Hawaii hat Strände für Touristen und auch welche für die Ansässigen. Touristenstrände sind ausgeschildert. Dort fahren alle Deppen hin. Strände der "Locals" sind geheim. Da stehen plötzlich fünf Autos ohne erkennbaren Grund auf dem Pannenstreifen einer Landstraße geparkt (das nimmt man auf Hawaii nicht so genau) und man muss sich einfach dazustellen, und dann durch eine Wildnis latschen, bis plötzlich Palmen auftauchen und ein paar Lümmels auf ihren Boards in den Wellen surfen und doof kucken, falls man als Tourist auftaucht.
An einem Strand brachte ich es fertig, einen Einheimischen versehentlich in einer Welle auszubremsen, weil wir zu nahe beieinander surften. Angelika hat das Ganze vom Strand aus beobachtet und berichtete mir hinterher, der Einheimische habe wütend mit der Faust aufs Wasser geschlagen, während ich schnell das Weite suchte. Was habe ich gelacht, als ich ein paar Minuten später durch einen blöden Zufall beinahe wieder in denselben Menschen hineinrauschte. Zum Glück konnte ich noch rechtzeitig unten in die Welle reinspringen und abtauchen, sonst hätte es einen bösen internationalen Zwischenfall gegeben!