1.11.2000 Deutsch English

Supermarktketten

Abbildung [1]: Auch in Kailua-Kona gibt's 'nen Costco-Supermarkt
Abbildung [2]: Zum Vergleich: Der Costco in South San Francisco

Lustigerweise sind diese Läden innen immer gleich eingerichtet: Egal, ob man beim Safeway in New York, Chicago oder San Francisco vorbeischaut, das Brot ist immer ganz rechts neben dem Wein und das Gemüse liegt, wenn man reinkommt, links, schön mit Eiswasser besprüht, damit's frisch aussieht. Führt mich mit verbundenen Augen in den Safeway in Demoines/Iowa, wo ich noch nie war, und ich hole euch in 30 Sekunden ein Sixpack Bier aus dem Kühlschrank. Zweite Reihe von links, natürlich.

Dies hilft den Leuten hier, die ja viel öfter umziehen als zum Beispiel die Deutschen, sich in neuen Gegenden sofort zurechtzufinden. 5000 Meilen von zu Hause weg, aber wenigstens der Supermarkt erinnert an daheim -- der Mensch braucht Kontinuität. So zögerten wir auch nicht lange (bzw. ich traktierte Angelika so lange, bis sie zustimmte), auch auf Big Island zu unserem (genauergesagt meinem) Super-Supermarkt "Costco" zu gehen. Dort braucht man eine Mitgliedskarte (wie etwa beim "Metro" in Deutschland) und alles gibt's in Riesenpackungen und supergünstig. Und ich bin schier ausgeflippt, als dort ortsübliche T-Shirts mit Hawaii-Design und Surferhosen auslagen! Und das Mineralwasser war nicht "Crystal Geyser" wie daheim sondern hawaiianisches, sonst war alles gleich. Beinahe hätte ich mir das 48-teilige Autoreifenluftdruckset gekauft, aber in letzter Sekunde fiel mir ein, dass wir ja im Urlaub waren. Tja, schon völlig amerikanisiert eben ...

Was mir noch aufgefallen ist: Die unglaubliche Kälte, die in den Supermärkten auf Hawaii herrscht. Jeder Laden braucht, glaube ich, ein eigenes Atomkraftwerk, so kalt stellen die Leute dort die Klimaanlagen ein. Hat's draußen noch angenehme 25 Grad, kühlen sie drinnen auf 16 oder so runter, das gilt wohl als Luxussymbol. Dabei ist's in Hawaii auch in den Abendstunden noch herrlich warm, und wer aus San Francisco kommt, weiß wie wertvoll das ist. Als wir eines abends im Restaurant Roy's im T-Shirt draußen saßen und eine angenehme Brise einsetzte, kam gleich der Oberkellner an und brachte uns zwei weiße Küchenchef-Jacken zum Anziehen. Ein sehr guter Laden übrigens, das Roy's.

Eine weitere Spezialität auf Big Island ist der Kaffee aus Kona. Der wird tatsächlich dort angebaut, geerntet und geröstet. Das ist ungewöhnlich, weil Kaffee ein ganz besonderes Klima zum Gedeihen braucht.

Ein Pfund vom Besten kostet 25 Dollar! Wir schlossen uns einer Führung durch die Plantage an. Die Früchte, die auf Sträuchern wachsen und etwa wie Hagebutten aussehen, werden gepflückt, wenn sie rot sind.


 
 
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Letzte Änderung: 15-Jun-2026