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Rundbrief
  Rundbrief Nummer 23  
San Francisco, den 01.08.00
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Rundbrief


Abbildung [1]: Ein begeisterter Amerikaner trägt zweihundert Teelichter heim.

Abbildung [2]: Endlich: Ein IKEA in Oakland bei San Francisco.

Abbildung [3]: Begeisterte Amerikaner drängen in das schwedische Möbelhaus.

Vor dem Eingang hatte sich eine Menschenschlange gebildet. Um zu verhindern, dass sich die Leute drinnen tottrampelten, wurden die Menschen immer nur in kleinen Pulks vorgelassen und nur wenn welche den Laden verließen, durften neue nachrücken. Die Wartezeit betrug etwa ein bis zwei Stunden -- nur um in den Laden hinein zu gelangen. Das war uns dann doch zu doof und wir fuhren heim, um einige Wochen später, als sich der Wirbel etwas gelegt hatte, wieder zu kommen. Diesmal bekamen wir gerade noch einen Parkplatz, drangen sofort in den Laden vor und schlenderten durch die Gänge. Ikeas sehen ja auf der ganzen Welt gleich aus: Oben sind die Möbel aufgebaut, man sucht sich aus, was man will, um es dann unten abzuholen. Unten angelangt, findet sich statt des ausgesuchten Möbelstücks ein roter Zettel am entsprechenden Regal, der anzeigt, dass das Teil nicht vorrätig ist. Frustiert kauft man einen 100er-Sack Teelichter. Der Ikea in Oakland freilich setzte noch einen drauf: Unten angelangt, sahen wir nur vollständig leergefegte Regale -- ich erinnerte mich an einen Besuch in einem Kaufhaus in Ost-Berlin Mitte der 80er! Frustiert kauften wir zwar keinen 100er-Sack-Teelichter aber ein unnützes Holzkästlein mit viel zu kleinen Schubladen und fuhren heim. Auch die hiesige Presse hat sich schon des Themas "Ikea" angenommen -- in einem Artikel des San Francisco Examiners wurde vorgeschlagen, vor dem Eingang doch einfach Eintrittskarten zu verkaufen, um das ganze wenigstens nach Museumsbesuch aussehen zu lassen, wenn man schon keine Möbel fände.

Abbildung [4]: Sogar im Cabrio wird das Ikea-Klump heimgefahren.

Abbildung [5]: Die Rennstrecke des Bay-To-Breakers-Laufs quer durch San Francisco.

Der alte Rundbrief ist übrigens auf dem Internet unter der Adresse http://perlmeister.com/rundbrief.archiv/990603/index.html zu lesen. Ich lief locker durch und belegte mit 01:25:37 Platz 8.151 -- von 52.356 Läufern, die das Ziel erreichten. 01:25:37 ist nach wie vor nicht berauschend für 12km, aber ihr müsst natürlich eine Wartezeit von etwa 15 Minuten am Start mit einrechnen. Solange dauerte es, bis sich der Pulk von 70.000 Leuten an der Stelle, an der ich mich aufhielt, in Bewegung setzte.

Abbildung [6]: Zwei Läufer mit Körperbemalung.

Abbildung [7]: Auch Opa läuft mit dem Leiterwagen mit.

Wie immer ist das Ganze natürlich Online dokumentiert. Die Rennleitung hat folgenen Link veröffentlicht: www.baytobreakers.com , wo ihr nur ins Suchfeld "How'd I do?" den Namen "Schilli" eingeben müsst. Reuben Cheruiyot aus Kenia lief wie immer etwas schneller: Nur 34 Minuten und 54 Sekunden brachten ihm heuer Platz Eins.

Abbildung [8]: Bay to Breakers: Zielfoto, auf dem einer der Rundbriefschreiber sichtbar ist (ganz rechts)

Wie ich gerade in dem Buch Mein langer Lauf zu mir selbst gelesen habe, lief Außenminister Joschka Fischer anno 1998 den Marathon in Hamburg in 3:41:36 Stunden. Von den 42,195 Kilometern des Marathons auf 12km heruntergerechnet ergibt sich damit eine Zeit von ... ratter, ratter ... 01:03:01. Ja, da ist der alte Herr doch glatt schneller als ich, so eine Frechheit! Na, wartet nur, bis ich 50 bin ...

Amerikanisch sprechen mit den Profis

Und hier ist wieder die Rubrik "Lerne Amerikanisch sprechen mit den Profis"! Heute geht es los mit zwei Wörtern, mit denen man hohe Tiere, Wichtigtuer und Gschaftelhuber bezeichnet: "Bigwig" (wörtlich: "Große Perücke") und, was ich gerne sage, "Muckety-Muck" (sprich: "Mackettimack", Betonung auf dem ersten "a" und dem zweiten "a"). "The big muckety-muck decided otherwise again!" -- der Chef hat sich mal wieder umentschieden. Bei Netscape haben übrigens sieben Leute aus unserer Gruppe eine Basketballmannschaft gegründet, die im Netscape-internen Turnier mitspielt und die "Muckety-Mucks" heißt. Was natürlich ironisch gemeint ist! Und, weil wir vorher von Restaurants sprachen: Schafft man sein Essen mal nicht, und möchte es mit heimnehmen, fragt man "Could you get me a doggie-bag, please?" Eine Tüte für den Hund also, auch wenn man vor hat, das Zeug später selber zu essen. Und die Bedienung wird die Reste ohne mit der Wimper zu zucken in eine kleine Styropor- oder Plastikschachtel einpacken. Daheim wird's dann meist mit der Mikrowelle am nächsten Tag aufgewärmt. Oder auch nicht! Wir haben uns das allmählich abgewöhnt, weil das im Allgemeinen dazu führt, dass das Zeug zwei Wochen im Kühlschrank vergammelt und dann mit spitzen Fingern herausgeholt und weggeworfen wird.

US-Warenkorb

Wir wohnen ja nun auch schon fast vier Jahre im Ausland! Immer wenn Besuch aus deutschen Landen bei uns in San Francisco eintrudelt, wird uns diese Tatsache bewusst. Ich glaube, diesen Sommer waren ungefähr 20 Leute da -- mal sehen, ob ich alle zusammenkriege: (Günter, Thomas & Helmut & Konrad, Matthias, Fritz & Traudl, Ursel & Peter, Heinz & Ursel & Bernd & Julian & Yves-Ole, Susanne, Christian, Markus).

Abbildung [9]: Immer wieder lustig: Touristen!

Beliebtes Dauerthema der deutschen Touristen ist natürlich, über den recht hohen Dollarkurs zu jammern! Ach, so teuer sind die Waren! Uns fiel dabei auf, dass wir überhaupt keine Vorstellung mehr davon haben, was das Zeug eigentlich in Deutschland kostet. Deshalb haben wir heute mal einen Rundbrief-Warenkorb zusammengestellt: Typische Dinge und Dienstleistungen und was man in San Francisco dafür zahlt (Stand: 1.6.2000). Bei einigen Dingen wird euch sicher die Klappe herunterfallen:

Ware/Dienstleistung $ (DM 2.09) DM
1 Liter Milch 1.33 2.78
1 Liter gutes (Microbrew) Bier (Supermarkt) 4.00 8.36
500g Emmentaler Käse 8.87 18.54
1 Hamburger bei McDonalds im Angebot 0.29 0.61
1 Mietauto für 1 Tag mit Versicherung 50.00 104.50
1 Burrito beim Mexikaner 5.00 10.45
1 belegtes Sandwich im Supermarkt 4.00 8.36
1 Schachtel Zigaretten 4.50 9.40
1 Flasche halbwegs trinkbarer Wein 10.00 20.90
1 Porsche Boxter mit Extras 48000.00 100320.00
30er Packung 'Twix' im Supermarkt 12.00 25.08
1 Liter Normalbenzin 0.48 1.00
1 Hand-Autowäsche innen/außen 12.00 25.08
Gut und billig chinesisch Mittag essen (pro Person) 5.00 10.45
Gut und billig Abend essen (pro Person) 20.00 41.80
Sehr gut und teuer essen gehen (pro Person) 100.00 209.00
Monatsmiete 2-Zimmer Wohnung in unserem Viertel 2000.00 4180.00
Billiges Motel (DZ) in San Francisco 85.00 177.65

Was Deutsche falsch machen in Amerika

Nun zu unserer neuen Rubrik: Was Deutsche immer falsch machen in Amerika. Sie setzen sich ins Restaurant, und, kommt der Kellner und fragt, was man bestellen will, sagen sie: "I take the steak". Aaah! Das entlarvt den Besteller natürlich sofort als deutschen Touristen, denn Amerikaner sagen "I'll have the Steak, please". Spätestens dann beginnt der Kellner mit seinen Kollegen zu tuscheln und mit den Augen zu rollen, denn Deutsche haben keinen guten Ruf in der amerikanischen Gastronomieszene. Grund: In Deutschland gibt's fünf Prozent Trinkgeld, wenn's hoch kommt, in Amerika erwartet der Kellner aber mindestens 15%, in besseren Restaurants sogar 20%.

Der Deutsche stöhnt: Oh weh, oh weh, der hohe Dollarkurs! Und in San Francisco kostet ein Essen für zwei in einem recht normalen Restaurant schnell mal 50 Dollar. Dann noch 8 bis 10 Dollar Trinkgeld geben -- das schmerzt den Deutschen arg im Geldbeutel. Was er jedoch nicht bedenkt: Der Kellner arbeitet für einen Mindestlohn, seine Einkünfte bezieht er aus den Trinkgeldern. Anders als in Deutschland, wo jede Bedienung per Gesetz renten-, kranken- und sozialversichert ist, müssen die Leute hier meist aus eigener Tasche für ihre Versicherungen aufkommen. Einem Kellner also das Trinkgeld zu streichen, nur weil man zu geizig ist, gilt als Todsünde, das würde ein Amerikaner niemals machen, das wäre so, wie einem Bettler den Hut wegzunehmen.

Aus Unwissen oder Unbelehrbarkeit benehmen sich aber viele deutsche Touristen daneben, lassen nur ein paar Dollar Trinkgeld liegen und ruinieren der Bedienung den Tag. Dieses Verhalten hat mittlerweile dazu geführt, dass Kellner in Touristenzentren sofort, wenn am Tisch deutsch gesprochen wird, auf die Rechnung am Ende 15% draufschlagen -- zuviele schlechte Erfahrungen mit den Damen und Herren aus Deutschland. Deswegen, Leute, wenn ihr hier in den USA seid, tut mir den Gefallen: Passt euch den örtlichen Gegebenheiten an und gebt gutes Trinkgeld. Nutzt die Freiheit, die euch das Restaurant gibt, nicht dazu aus, die Leute die dort arbeiten, über's Ohr zu hauen.

Deswegen nehmen wir heute mal durch, wie man in Amerika ein Restaurant betritt, bestellt, isst und anschließend mit Kreditkarte oder bar bezahlt. Man kommt rein, und da steht meistens ein sogenannter "Maitre d'", der einem einen Platz zuweist -- selbständig setzt man sich nur in Studentencafes hin. Er/sie fragt etwas wie "How are you today?", worauf man irgendwas wie "I'm pretty good, thank you!" sagt. Auf die Frage "How many?" antwortet man "Party of two" wenn man zu zweit ist und respektive "three", "four" etc. wenn man zu dritt oder zu viert ist. "Two for lunch" oder "Two for dinner" geht auch beim Mittag- oder Abendessen. Dann wird man zum Tisch geführt, setzt sich hin und kriegt die Speisekarte. Kommt der Kellner kurz darauf wieder, wird er etwas wie "Have you had a chance to decide yet?" fragen, ob man schon bereit zum Bestellen ist. Ist man noch nicht so weit, weil das Übersetzen der Speisekarte sich noch etwas hinzieht, sagt man einfach "Sorry, we're gonna need a couple of minutes". Was zu trinken kann man aber schon mal bestellen. Steht kein Bier auf der Speisekarte, fragt man "What kind of beer do you have on tap?", um herauszukriegen, welche Biere es denn vom Fass gibt. In Amerika gibt es übrigens fast überall Bier, auch beim schnöseligsten Luxusitaliener, auch wenn's nicht immer auf der Karte steht. Wie immer in Amerika: Immer fragen, nie schüchtern sein. Auch wird die Bedienung vielleicht noch fragen, ob man denn an den "Specials" interessiert sei, meist Speisen, die gerade heute besonders frisch oder empfehlenswert sind. Sagt man "Sure!", rattert sie daraufhin sofort los, und man muss aufpassen, dass man alles mitkriegt. Entscheidet man sich für eines der "Specials" oder etwas von der Speisekarte, bestellt man mit dem vorher durchgenommenen "I'll have"-Satz sein Zeug -- fertig.

Kommt das Essen, fragt die Bedienung dann meistens, ob man noch etwas möchte, Ketchup, Parmesan-Käse (auf pseudo-italienisch meist "Parmäschän" mit eigentlich mehr im französischen beheimateten Nasal-Lauten ausgestoßen) oder frisch gemahlenen Pfeffer ("fresh pepper") und dann darf man zu essen anfangen. Nach ein paar Minuten schneit die Bedienung dann wieder vorbei und fragt "Everything okay?", worauf man, wenn's gut ist, natürlich "Excellent!" sagt.

So, nun zum Bezahlen. Meist kommt der Ober vorbei und fragt: "Can I get you anything else?" Sagt man darauf "No, thanks, we're just fine", kommt er meist selbst mit der Rechnung daher. Manchmal, in preiswerteren Etablissements, legt die Bedienung auch gerne die Rechnung unaufgefordert auf den Tisch und sagt: "Whenever you're ready". Das ist durchaus nicht unhöflich gemeint, sondern Standard dort. Deutlicher kann man so nach der Rechnung fragen: "Could you get us the check, please?". Das hat nichts mit "Scheck" zu tun, so sagt der Amerikaner einfach zur Rechnung, wer "bill" in der Schule gelernt hat, vergisst das ganz schnell, das ist britisch und verpöhnt. Und schon rauscht die Bedienung mit einem kleinen Tablettchen oder Mäppchen an, auf/in dem die Rechnung liegt. Zahlt man mit Kreditkarte, was üblich ist, legt man einfach seine Karte auf das Tablettchen oder in das Mäppchen, aber so, dass sie noch ein bisschen rausspitzelt -- denn der Kellner soll's sehen, wenn er das nächste Mal vorbeizischt. Sieht er die Karte rausspitzeln, nimmt er das Tablettchen/das Mäppchen mit, bucht den Betrag von der Kreditkarte ab. Dann kommt das Ganze wieder zurück, diesmal mit einem sogenannten Kreditkarten-Slip, einer kleinen Rechnung wie ihr sie in Abbildung 10 seht.

Abbildung [10]: Kreditkartenabschnitt für das Lokal

Erst jetzt wird das Trinkgeld eingetragen. In Abbildung 10 seht ihr, dass das Essen $32.39 gekostet hat. 15% davon wären $4.86, weil ich nicht geizig bin, habe ich da $5.50 in das Feld "Tip" eingetragen. Dann wird zusammengerechnet, $37.89 ist die Gesamtsumme. Da ihr wahrscheinlich nicht immer einen Taschenrechner dabeihabt, gibt's folgende Faustregel: Teilt den Rechnungsbetrag durch 6, dann kommt ihr auf ein gutes Trinkgeld. Im vorliegenden Fall geht $32.39 zwar nicht genau durch 6, aber da 5 * 6 = 30 ergeben und 6 * 6 = 36, seid ihr mit 5.50 auf der sicheren Seite. Dann noch schnell unterschreiben -- fertig ist der Lack! Als Nachweis für später solltet ihr euch unbedingt die Kopie des Abschnitts einstecken, die meistens gelb gefärbt ist, während die Originalrechnung für das Lokal weiß ist. Manchmal steht auch auf dem Original "Merchant Copy" (Verkäufer-Ausdruck) und auf der Kopie "Customer Copy" (Ausdruck für den Kunden), wie in Abbildung 11 gezeigt. Die braucht ihr natürlich nicht zu unterschreiben, da sie nur für euch ist, aber ich nutze den Abschnitt zu Angelikas Leidwesen immer dazu, möglichst schwungvolle Unterschriften zu üben. Aber ich schweife ab.

Seid ihr soweit, müsst ihr nicht mehr warten, bis der Kellner zurückkommt, man lässt einfach den Abschnitt auf dem Tablettchen liegen, steht auf und verlässt das Lokal. So einfach geht das!

Abbildung [11]: Kreditkartenabschnitt für den Kunden (Kopie)

Noch eine Kleinigkeit: Ein hartnäckiger Fehler ist es, die Einsen mit Aufstrich zu schreiben, wie in deutschen Landen üblich. Dort schreibt man aber auch die Siebenen mit einem Durchstrich, was der Amerikaner nicht macht. Dies ist besonders auf Kreditkartenabrechnungen kritisch, da die Einsen nach deutscher Schreibweise von Amerikanern als Siebenen interpretiert werden. Auf Abbildung 11 seht ihr, wie im Betrag von $37.89 die Sieben ohne Durchstrich geschrieben wurde -- so ist das hier üblich. Sieht verblüffend wie eine Eins aus, oder? Also, wenn ihr "Eins" meint, schreibt bitte nur einen senkrechten Strich. Abbildung 12 illustriert das Ganze nochmal. Es handelt sich um einen Brief, den ich mal erhielt und der wie durch ein Wunder ankam, obwohl derartig falsch adressierte Briefe zu 90% verloren gehen, wie die Erfahrung gezeigt hat. Auch die Apartmentnummer ist nicht 16, sondern 6. Das bedeutet im Normalfall das Aus für den Brief, denn der Postbote kümmert sich nicht um die Namensschilder am Briefkasten, es geht rein nach Hausnummer und Apartmentnummer. Gibt's eine von beiden nicht, wandert der Brief sofort in die Mülltonne, ein Nachforschen wie bei der deutschen Bundespost gibt's hier nicht.

Abbildung [12]: Ein Brief an mich adressiert -- falsch, unbelehrbar & typisch Deutsch!

In Abbildung 12 sind alle Einsen mit Aufstrich geschrieben -- sie werden hier als Siebenen interpretiert und die Hausnummer 7765 gibt's auf der Church Street halt nicht. Abbildung 13 zeigt, wie's richtig geht: Einsen nur als senkrechte Striche, das kann der Postbote ohne Probleme lesen.

Abbildung [13]: So ist's richtig -- Einsen ohne Aufstrich

Noch etwas: Es ist völlig unmöglich, die Rechnung im Restaurant getrennt zu bezahlen. Die Bedienung hat keine Ahnung mehr, wer was hatte und wird auch nicht reihum gehen, um das herauszufinden, wie in Deutschland üblich. Was aber geht, ist, einfach z.B. zwei Kreditkarten reinzulegen und zu fragen, ob es möglich wäre, zu gleichen Teilen von beiden abzubuchen. Da muss auch jeder dann sein Trinkgeld getrennt eintragen. Eine weitere Möglichkeit ist es, bar zu bezahlen und das Geld zusammenzulegen, am einfachsten, in dem man den Gesamtbetrag durch die Anzahl der anwesenden Personen teilt. Zu sagen: "Aber ich hatte doch nur einen kleinen Salat und du das 2-Pfund-Rib-Eye-Steak!" und anteilsmäßig aufzurechnen, gilt als geizig, aber das müsst ihr unter euch ausmachen. Ihr müsst einfach immer das teuerste Gericht nehmen, dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Ich muss noch nachholen, wie das Bezahlen mit Bargeld geht: Man fragt auch hier nach der Rechnung und wenn das Mäppchen/Tablettchen kommt, gibt's wieder zwei Möglichkeiten: Entweder ihr habt den Betrag einschließlich (!) dem wie vorher ausgerechneten Trinkgeld passend da. Dann legt ihr das Geld passend hin, steht auf und geht. Wirklich, ihr könnt sofort das Lokal verlassen, die Bedienung wird erst, nachdem ihr auf der Straße seid, eure Scheine kontrollieren. Notfalls kommt sie euch dann schon nachgerannt, keine Angst.

Falls ihr das Geld nicht passend habt, legt ihr einfach so viele große Scheine rein, dass diese Rechnung plus Trinkgeld abdecken. Übrigens eine hervorragende Methode, die großen 50er und 100er loszuwerden, die deutsche Banken gerne an Touristen aushändigen, welche diese dann nirgendwo loskriegen, weil kaum ein Laden größere Banknoten als 20er akzeptiert. Restaurants nehmen aber alles, weil sie die Scheine hinter den Kulissen kontrollieren können. Dann rauscht die Bedienung wieder an und, falls sie nicht sofort kapiert, was Sache ist, fragt ihr einfach "Can we get some change, please?". Dann nimmt sie das Tablettchen/Mäppchen mit dem Großgeld mit, und bringt dem Rechnungsbetrag entsprechend Wechselgeld mit. Aber Achtung: Da wurde noch kein Trinkgeld eingerechnet. Dieses habt ihr natürlich vorher schon ausgerechnet und nun nehmt ihr nur soviel von dem Wechselgeld, dass genau das ausgerechnete Trinkgeld übrigbleibt, das ihr im Mäppchen/Tablettchen liegen lasst, aufsteht und geht. Warum habe ich vorher gesagt, ihr sollt vorher soviel Geld reinlegen, dass Rechnung plus (!) Trinkgeld abgedeckt sind? Genau, damit ihr nachher auch das nötige Kleingeld habt, um das Trinkgeld liegen zu lassen. Sonst stellt ihr unter Umständen im Nachhinein fest, dass ihr nicht genug habt, müsst nochmal nachfragen, und das ist uncool. Es macht übrigens nichts, wenn die Scheine vorher den Rechnungsbetrag weit übersteigen oder sogar noch ein Extra-Schein drinliegt. Wenn zum Beispiel der Rechnungsbetrag 36 Dollar ist, ihr aber nur drei Zwanziger einstecken habt, legt ihr einfach die drei Zwanziger rein -- die Bedienungen sind schon so schlau, dass sie euch die 24 Dollar Wechselgeld so klein zurückgeben, dass ihr auch 6 Dollar Trinkgeld liegen lassen könnt.

In abgelegenen Gegenden oder ganz einfachen Kneipen kann es übrigens sein, dass man an der Kasse zahlen muss. Dann bringt die Bedienung die Rechnung, man steht auf, trägt sie zur Kasse, zahlt den Rechnungsbetrag ohne (!) Trinkgeld, geht zum Tisch zurück und lässt das Trinkgeld auf dem Tisch liegen. Ob man in einer Gaststätte an der Kasse zahlt oder ob die Bedienung das erledigt, kriegt ihr einfach raus, indem ihr die anderen Gäste beobachtet oder einfach nach der Rechnung fragt und eine halbe Stunde auf die Bedienung wartet. Dann ist es ziemlich sicher!

Weil ich schon mal dabei bin: Wie geht das in einer Bar? Meist ist es so, dass einer zum Tresen geht, Getränke für alle holt und sofort bar bezahlt. Man kriegt sofort das Wechselgeld zurück, von dem man etwas liegen lässt, 10% oder so. Getrennt Bier zu bestellen und zu bezahlen ist unüblich, das gilt als "dutch", also holländisch. Keine Ahnung warum, aber das macht der Amerikaner nicht. Einer gibt immer eine Runde aus.

Ich hoffe, ihr denkt jetzt nicht: "Mein Gott, der Alte spinnt ja völlig!". Euer rasender Rundbriefreporter hat jahrelang Restaurants und Kneipen in allen Gegenden Amerikas erkundet, von Texas bis Chicago, von Miami bis Seattle, um euch heute dieses Wissen zu unterbreiten und dafür zu sorgen, dass ihr überall gut durchkommt!

Ritschratschklick und Thump!

Angelika hat im Rahmen ihrer Fotografie-Kurse festgestellt, dass traditionelle Spiegelreflexkameras keineswegs die Bildqualität liefern, die die Dame sich vorstellt, hust, hust. In der Tat gibt es sogenannte Mittelformatkameras (medium format cameras), deren Negativ 6 mal 6 (oder auch 6 mal 7, je nach Modell) Zentimeter gross ist, also etwa die vierfache Fläche herkömmlicher Filme aufweist. Dies resultiert in doppelter Auflösung und bestechender Bildqualität -- die Kameras dafür sind allerdings ziemlich wuchtig und teuer. In San Francisco gibt es aber Fotoläden, in denen man sich eine solche Kamera für nur wenig Geld übers Wochenende ausleihen kann, und das taten wir dann auch, als wir letztens für ein verlängertes Wochenende runter nach San Luis Obispo (etwa auf halber Strecke zwischen San Francisco und Los Angeles) fuhren.

Abbildung [14]: Der "Perlman" vor der Mission nahe der Stadt San Luis Obispo

Zuerst kam eine Mamiya 7 dran, eine klobige Sucherkamera, die etwa doppelt so gross wie eine normale Spiegelreflex ist und ein 6 mal 7 Zentimeter großes Negativ hat. Und, beim nächsten Ausflug in den "Lassen Volcanic National Park" war es eine Hasselblad 503, von mir liebevoll "Otzen" genannt. Ihr wisst schon, das sind diese ziegelsteingroßen Kameras aus Schweden, in die man von oben reinkuckt. Zum Filmeinlegen muss man genau die Bedienungsanleitung studieren, dann verschiedene Hebelchen drücken, Schräubchen drehen und Filmspulen hin- und her manövrieren. Unter 5 Minuten geht es kaum. Ein Film hat nur 12 Bilder. Aufgezogen wird der Film nach jedem Bild mit einer altmodischen Kurbel an der Seite der Kamera, an der man, wie an einem Leierkasten, einmal im Kreis dreht.

Abbildung [15]: Angelika mit der Mamiya 7

Drückt man auf den Auslöser, gibt der Verschluss ein dumpfes Geräusch von sich, das man noch im Umkreis von 50 Metern hört und das klingt, als boxte Mike Tyson in einen Sandsack. Jeder Profi hat so eine Kamera, und wenn ihr beim nächsten mal genau hinschaut, wenn die neue Kollektion von Karl Lagerfeld fotografiert wird, werdet ihr in der Hand des Fotografen einen dieser schwarzen Kästen mit chromblitzenden Rändern sehen. Ein Assistent wird wie wild damit beschäftigt sein, neuen Film nachzulegen und dem Herrn Fotografen stets mit frischem Film vollgeladene Kameras zu überreichen. Angelika wurde nicht müde, das schwere Trumm auf unseren Wanderungen mitzuschleppen und fotografierte fleißig. Als Angelika mit dem (separaten) Belichtungsmesser und der wuchtigen Kamera einmal in dem Nationalpark gschaftig herumhantierte, fragte doch glatt ein Tourist, ob sie eine Geologin sei. Haha! Bahn frei für Angelika!

Abbildung [16]: Die Frau Fotografin mit der Hasselblad 503

(Angelika:) So, jetzt aber, ich will schließlich auch noch einmal zu Wort kommen. Michael hat ja schon von meiner unermüdlichen Anstrengung berichtet, eine geeignete Mittelformatkamera für mich zu finden. Bis jetzt wurde noch keine Kaufentscheidung getroffen, aber ich arbeite daran. Neben dem Austesten von Kameras habe ich letztes Semester auch noch gelernt, wie man Farbbilder selbst entwickelt und vergrößert. Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografie sind doch erheblich unterschiedlich. Bei Farbe kommt, neben der Tatsache, dass die Farbbalance perfekt sein muss, nämlich erschwerend hinzu, dass man nicht unter Rotlicht arbeiten kann, sondern nur in totaler Dunkelheit. Nach einiger Zeit des Übens meisterte ich das Hantieren im Dunkeln aber ganz gut, und brachte stolz die ersten Farbvergrößerungen heim. Juhu!!!

Abenteuer Spülmaschine

Und von noch einem bahnbrechenden Ereignis will ich berichten. Wir haben uns nach fast vier Jahren eine Spülmaschine gekauft. Nun werdet ihr das vielleicht für nicht allzu spannend halten, aber ich sage euch, wer weiß, wie Michael und ich das Abwaschen hassen, und wer als Besucher hautnah erleben durfte, wie sich das Geschirr bei uns stapelt und in den Abwaschturnus mit einsteigen musste, wird sich nicht nur mit uns freuen, sondern uns auf Knien danken. He, stoppt das Augenrollen und Lästern. Jetzt kommt nämlich der lustige Teil der Geschichte. In unserer Küche ist es nämlich unmöglich, eine Geschirrspülmaschine einzubauen, weil die Schränke neben der Spüle so eingebaut sind, dass man sie nicht einen Zentimeter bewegen kann. Dies scheint übrigens ein sehr gängiges Problem in amerikanischen Mietwohnungen zu sein, denn es gibt rollende Geschirrspülmaschinen zu kaufen. Vielleicht könnt ihr euch darunter jetzt nichts vorstellen, aber wie der Name schon sagt, rollt man die Geschirrspülmaschine an die Spüle, schließt sie da an den Wasserhahn an, und los geht es. Das ist natürlich nicht gerade die eleganteste Lösung der Welt, da man die Maschine dann mitten im Weg rumstehen hat und in unserem Fall, da unsere Küche so klein ist, weder an den Kühlschrank geschweige denn an irgendwelche Schränke gelangt, wenn sie in Betrieb ist. Ja, lacht nur, ich frage mich auch täglich, wie es sein kann, dass man sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten manchmal ins Steinzeitalter versetzt fühlt, aber wir nehmen alles in Kauf, wenn wir nur nicht mehr abwaschen müssen. Zur Maschine sind wir übrigens durch Michaels Arbeitskollegen und Freund Greg gelangt. Der ist nämlich von Mountain View nach San Francisco gezogen und, oh Wunder, in seiner neuen Wohnung war bereits eine Spülmaschine eingebaut. So bot er uns seine rollende zum Verkauf an. Da er uns versicherte, dass sie leise ist und nicht das ganze Haus in Vibration versetzt (Das war unsere Angst, die uns bisher vom Kauf abgehalten hatte -- ihr wisst ja, wir wohnen in einem Holzhaus und die Nachbarin unter uns ist eine meckernde Ziege.), sind wir nun wieder stolze Besitzer einer Geschirrspülmaschine. HURRA!!!

Abbildung [17]: Die neue rollende Geschirrspülmaschine

Mietbedingungen in San Francisco

Michael hat sich ja die Mühe gemacht und euch mit einem Warenkorb beglückt. Vielleicht habt ihr dabei im ersten Moment gedacht, bei dem Preis von $2000 für eine Zweizimmerwohnung in unserem Viertel handelt es sich um einen Druckfehler. Schön wär's! Nein, die schwindelerregend hohen Mieten sind leider bittere Realität in San Francisco.

Viele von euch wissen ja, dass wir für unsere Zweizimmerwohnung "nur" $1100 zahlen. Das liegt einzig und allein an der Tatsache, dass es in San Francisco so etwas Soziales wie eine Mietpreisbindung, "Rent Control" genannt, gibt -- was übrigens total unüblich ist im kapitalistischen Amerika. In der Regel bestimmt hier knallhart der Markt: Ist die Nachfrage groß, sind die Preise entsprechend hoch. "Rent Control" in San Francisco bedeutet nun schlicht und einfach, dass die Miete pro Jahr nur um einen gewissen Prozentsatz erhöht werden darf. Dieser Prozentsatz wird von der Behörde namens "San Francisco Rent Board" jedes Jahr neu festgelegt. Für das Jahr 2000 kann der Vermieter demnach die Miete um 2.9% erhöhen.

Allerdings gibt es einen entscheidenen Haken bei der Sache: Die Mietpreisbindung gilt nur für Gebäude, die vor Juni 1979 (unser Gebäude ist Gott sei Dank schon älteren Datums) gebaut wurden und allgemein nur für Wohnungen, die nicht kommerziell genutzt werden. Das heißt, dass unser Zeitungsladen um die Ecke nicht auf "Rent Control" hoffen kann. Auch darf der Vermieter Erhöhungen kumulieren lassen, d.h erhöht er die Miete in einem Jahr nicht, kann er im folgenden Jahr nicht nur um den in diesem Jahr gültigen Prozentsatz erhöhen, sondern den Prozentsatz des letzten Jahres dazu addieren. Zu katastrophalen Auswüchsen hat in San Francisco allerdings die Tatsache geführt, dass der Vermieter so viel verlangen kann, wie er will, wenn ein Mieter aus der Wohnung auszieht. Da der Wohnungsmarkt sich in den letzten Jahren in San Francisco so dramatisch verändert hat, passieren solche Sachen, dass beim Auszug eines Mieters, der lange in der gleichen Wohnung gelebt hat, Mieterhöhungen von 200%-300% oder mehr ganz normal sind. Unsere Nachbarin wohnt z.B. in einer Wohnung, die genau gleich groß wie unsere ist. Sie zahlt $400, wir zahlen schon $1100 und der Nächste, der einzieht, würde für die Wohnung mindestens $2000 hinblättern müssen.

Diese Wohnungspolitik führt natürlich dazu, dass Vermieter daran interessiert sind, dass Langzeitmieter mit niedrigerer Miete möglichst ausziehen. In San Francisco häufen sich demnach die Berichte, dass Vermieter Wohnungen total verkommen lassen, um so die Mieter zum Ausziehen zu zwingen, was übrigens in den Achtzigern in New York auch sehr beliebt war. In New York kennt man "Rent Control" ebenfalls -- aber das nur so am Rande. Auch kenne ich mittlerweile ziemlich viele Leute, die aus ihren Wohnungen mussten, weil die Häuser, in denen sie wohnten, verkauft wurden und der neue Besitzer Eigenbedarf anmeldete. Dies trifft vor allen Dingen Mieter, die in für San Francisco sehr typischen Zweifamilienhäusern wohnen. Traurig ist, dass viele gezwungen sind, aus San Francisco wegzuziehen. Bei Läden und Restaurants hat dies zur Folge, dass immer mehr Ketten in San Franciscos typische Viertel eindringen, da nur sie die hohen Mieten noch zahlen können. Das Klima in der Stadt hat sich mittlerweile deutlich verändert. Touristen wird das sicher nicht so auffallen, aber San Francisco hat ein paar hässliche Narben bekommen.

Versteht mich jetzt nicht falsch, wir finden immer noch, dass es eine der schönste Städte der Welt ist, aber gerade weil wir die Stadt so lieben, schmerzt es schon sehr, zu sehen, was sich momentan tut. Verantwortlich für die ganze Misere ist paradoxer Weise übrigens die boomende Internetindustrie, die ja eigentlich Wohlstand und Steuereinnahmen verspricht, die einer Stadt zugute kommen sollten. Problem ist eben nur, dass der Wohnraum begrenzt ist und sich immer mehr Firmen in San Francisco und im Silicon Valley ansiedeln wollen. Und Firmeneröffnungen bedeuten eben auch Mitarbeiter, die eine Wohnung brauchen. Nun sind die meisten Internetfirmen durchaus finanzstark, so dass sie ihren Mitarbeitern gute Gehälter bieten, mit denen diese wiederum absurd hohe Mieten zahlen können, um einen Teil des viel zu knappen Wohnraums zu ergattern.

Die Firmen wiederum siedeln sich mittlerweile in Vierteln an, in denen Künstler ihre Nische gefunden hatten. Meist sind das unattraktive Wohnviertel mit alten Fabrikgebäuden, die von den Künstlern zu Studios umfunktioniert wurden und bislang bezahlbar waren. Problem ist nur, dass die Internetfirmen viel höhere Mieten zu zahlen bereit sind und die Künstler damit aus diesen Vierteln vertreiben. Damit ihr mir das jetzt auch glaubt, noch ein kleines Beispiel: Meine Fotolehrerin hatte zusammen mit einem anderen Fotografen in einem älteren Firmengebäude ein Fotostudio von ca. 120 qm gemietet. Sie zahlten $2000 Miete pro Monat. Doch ab sofort wird das Studio ein Büro für eine Computerfirma sein und $12000 Miete im Monat kosten. Diesen Monat mussten in San Francisco auch die zwei einzigen Fotolabors schließen, in denen man seine eigenen Farbentwicklungen durchführen konnte. Die Miete wurde dort so erhöht, dass die Besitzer sie nicht mehr profitabel betreiben konnten. Alle namenhaften Fotografen San Franciscos entwickelten und vergrößerten dort ihre eigenen Farbfotos, da man eine Farbdunkelkammer nicht einfach so bei sich in der Garage oder im Keller unterbringen kann.

Mittlerweile rühren sich auch die ersten Proteste und Bürgerverbände bilden sich, um den Trend zu stoppen -- ein gutes Zeichen. Dotcom ist in San Francisco übrigens mittlerweile zum Schimpfwort erhoben worden. Mit Dotcom bezeichnet man hier im Allgemeinen Internetfirmen, weil die meist ein ".com" in ihrer Internetadresse führen, z.B. yahoo.com. "Dot" (engl. für Punkt) bedeutet dabei einfach der Punkt, der vor dem "com" steht. Ein "Dotcommer" arbeitet für eine Internetfirma, ist ein 25-jähriger Schnösel frisch von der Uni, verdient viel Geld, fährt ein tolles Auto, hängt immer nur am Handy und wohnt in San Francisco, weil es gerade "hip" ist.

Und da ich gerade schon Negativentwicklungen abhandle, muss ich doch noch unsere Bestürzung darüber loswerden, dass sich die rechtsradikale Gewalt gegen Ausländer und Obdachlose wie ein Geschwür in Deutschland ausbreitet und niemand etwas dagegen zu tun scheint. Selber als Ausländer in einem fremden Land lebend, schnürt es uns bei diesen Berichten immer die Kehle zu. Und das Argument, dass es sich bei den Tätern um einzelne radikale Verrückte handelt, zieht für mich nicht bei der Häufung der Fälle. Wir haben eher allgemein den Eindruck, dass sich in Deutschland eine extrem ausländerfeindliche Stimmung breit macht. Es wäre schön, wenn ihr dazu einmal eure Meinung und Eindrücke abgeben könntet. Wir sind hier ja auf deutsche Zeitungen und die Tagesschau über das Internet angewiesen, aber natürlich interessieren uns brennend eure persönliche Erfahrungen.

Also, schreibt fleißig!

Angelika und Michael

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Spezialthemen:
USA: Schulsystem-1, Schulsystem-2, Redefreiheit, Waffenrecht-1, Waffenrecht-2, Krankenkasse-1, Krankenkasse-2, Medicare, Rente, Steuern, Jury-System, Baseball, Judentum
Immigration: Visa/USA, Warten auf die Greencard, Wie kriegt man die Greencard, Endlich die Greencard, Arbeitserlaubnis
Touren: Alaska, Vancouver/Kanada, Tijuana/Mexiko, Tokio/Japan, Las Vegas-1, Las Vegas-2, Kauai/Hawaii, Shelter Cove, Molokai/Hawaii, Joshua Nationalpark, Tahiti, Lassen Nationalpark, Big Island/Hawaii-1, Big Island/Hawaii-2, Death Valley, Vichy Springs, Lanai/Hawaii, Oahu/Hawaii-1, Oahu/Hawaii-2, Zion Nationalpark, Lost Coast
Tips/Tricks: Im Restaurant bezahlen, Telefonieren, Führerschein, Nummernschild, Wohnung mieten, Konto/Schecks/Geldautomaten, Auto mieten, Goodwill, Autounfall, Credit Report, Umziehen, Jobwechsel, Smog Check
Fernsehen: Survivor, The Shield, Curb your Enthusiasm, Hogan's Heroes, Queer Eye for the Straigth Guy, Mythbusters, The Apprentice, The Daily Show, Seinfeld
Silicon Valley: Netscape-1, Netscape-2, Netscape-3, Yahoo!
San Francisco: SoMa, Mission, Japantown, Chinatown, Noe Valley, Bernal Heights
Privates: Rundbrief-Redaktion
 

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Letzte Änderung: 11-Mar-2017