Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 23  
San Francisco, den 01.08.00

Endlich Ikea    Bay to Breakers    Amerikanisch sprechen mit den Profis    US-Warenkorb    Was Deutsche falsch machen in Amerika    Ritschratschklick und Thump!    Abenteuer Spülmaschine    Mietbedingungen in San Francisco

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Endlich Ikea

(Michael): Im November 99 hatte ich ja schon einmal berichtet, dass in Oakland, direkt auf der anderen Seite der San-Francisco-Bay, ein großer Ikea aufmachen sollte. Als Europäer kann man es sich wahrscheinlich nicht vorstellen, was es bedeutet, ohne Ikea zu leben. Und der nächste hier war 600km weiter südlich in Los Angeles! Nun, es wurde wahr, mit großem Spektakel wurde die Eröffnung angekündigt. Während der ersten paar Tage wurde jede Stunde eine Kasse ausgelost, und wer gerade dort stand, gewann seine Einkäufe, ohne etwas bezahlen zu müssen. An einem Wochenende schafften wir es dann auch einmal, dort vorbei zu schauen. Von München, wo es am Wochenende in Eching regelmäßig den sogenannten "Ikea-Stau" auf der Autobahn gibt, waren wir ja einiges gewohnt, aber so etwas hatten wir noch nicht gesehen. Der neue Ikea in Oakland ist zwar riesig groß und hat so viele Parkplätze wie ein Fußballstadion, aber die andrängende Menschenmassen waren so groß, dass Sicherheitsbeamte teilweise den Parkplatz dichtmachen mussten. Die Fahrzeuge wurden dann mit roten Hütchen auf der Straße in ein undurchsichtiges Labyrinth gelotst, an dessen Ende sie, ehe sie sich's versahen, wieder auf die Autobahn auffahren mussten. Wir kannten die Gegend, fuhren in ein benachbartes Industriegebiet und gingen zu Fuß zum Laden zurück.

Abbildung [1]: Endlich: Ein IKEA in Oakland bei San Francisco.
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Abbildung [2]: Begeisterte Amerikaner drängen in das schwedische Möbelhaus.
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Vor dem Eingang hatte sich eine Menschenschlange gebildet. Um zu verhindern, dass sich die Leute drinnen tottrampelten, wurden die Menschen immer nur in kleinen Pulks vorgelassen und nur wenn welche den Laden verließen, durften neue nachrücken. Die Wartezeit betrug etwa ein bis zwei Stunden -- nur um in den Laden hinein zu gelangen. Das war uns dann doch zu doof und wir fuhren heim, um einige Wochen später, als sich der Wirbel etwas gelegt hatte, wieder zu kommen. Diesmal bekamen wir gerade noch einen Parkplatz, drangen sofort in den Laden vor und schlenderten durch die Gänge. Ikeas sehen ja auf der ganzen Welt gleich aus: Oben sind die Möbel aufgebaut, man sucht sich aus, was man will, um es dann unten abzuholen. Unten angelangt, findet sich statt des ausgesuchten Möbelstücks ein roter Zettel am entsprechenden Regal, der anzeigt, dass das Teil nicht vorrätig ist. Frustiert kauft man einen 100er-Sack Teelichter. Der Ikea in Oakland freilich setzte noch einen drauf: Unten angelangt, sahen wir nur vollständig leergefegte Regale -- ich erinnerte mich an einen Besuch in einem Kaufhaus in Ost-Berlin Mitte der 80er! Frustiert kauften wir zwar keinen 100er-Sack-Teelichter aber ein unnützes Holzkästlein mit viel zu kleinen Schubladen und fuhren heim. Auch die hiesige Presse hat sich schon des Themas "Ikea" angenommen -- in einem Artikel des San Francisco Examiners wurde vorgeschlagen, vor dem Eingang doch einfach Eintrittskarten zu verkaufen, um das ganze wenigstens nach Museumsbesuch aussehen zu lassen, wenn man schon keine Möbel fände.

Abbildung [3]: Sogar im Cabrio wird das Ikea-Klump heimgefahren.
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Letzte Änderung: 06-Jul-2008