07.12.2003 Deutsch English

Bail Bonds

"Dad's Bail Bonds"
"Dad's Bail Bonds"

(Michael) Wird jemand in Amerika wegen eines Verbrechens verhaftet, gibt es -- wie in Deutschland auch -- die Möglichkeit, dass der Untersuchungsrichter den Gefangenen bis zur eigentlichen Gerichtsverhandlung auf Kaution freigibt. Besteht keine direkte Fluchtgefahr, ist das durchaus üblich. Wegen Kleinigkeiten wie Marihuana-Besitzes sind etwa 5.000 Dollar beim Gericht zu hinterlegen, bei schwereren Verbrechen kann die Summe aber schnell mal 100.000 Dollar erreichen. Bei Michael Jackson waren es kürzlich 3 Millionen Dollar. Die Kaution gibt's zurück, wenn der Angeklagte zur Gerichtsverhandlung erscheint.

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San Francisco Ansichten: Mission

Reger Betrieb auf der Mission-Street
Reger Betrieb auf der Mission-Street

(Michael) Eine der schönsten Errungenschaften in San Francisco ist die internationale Atmosphäre. Man kann innerhalb einer halben Stunde von Japan über Italien und China nach Südamerika fahren. Letzeres Viertel ist gleich bei uns um die Ecke und wenn man von unserem Noe Valley den Berg hinunter in die bunte mexikanische "Mission" steigt, glaubt man seinen Augen und Ohren nicht zu trauen: Alles spricht auf einmal spanisch, man fährt mit abgewrackten Autos, der Müll liegt auf der Straße und mexikanische Humpa-Dumpa-Musik tönt aus Wohnungen und Kneipen. Eine Taqueria neben der anderen bietet Tacos, Burritos, Fajitas und Chile Releno feil.

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Kopierschutz

"Copy-Controlled" schränkt Verbraucherrechte ein
"Copy-Controlled" schränkt Verbraucherrechte ein

(Michael) Und noch ein Kommentar zum Thema: Warum Deutsche auf Ihre Rechte als Verbraucher verzichten und sich am Gängelband der Industrie führen lassen. Die Schallplattenindustrie steckt zur Zeit weltweit ziemlich in der Bredouille, da die Leute statt CDs zu kaufen lieber kostenlose Raubkopien vom Internet herunterladen. Was ist die Antwort der deutschen Schallplattenvertreiber darauf? CDs, die man nicht mehr auf dem Computer speichern kann. "Copy-controlled" heißt diese Volksverarschung. Leute, okay, ich weiss, ihr seid noch nicht soweit, aber versucht trotzdem, mir zuzuhören: In ein paar Jahren wird niemand wird mehr mit Silberscheiben hantieren, um Musik zu hören. Lasst ihr eure Autos vielleicht mit einer Kurbel an? Sind eure Handies so groß wie Ziegelsteine? Genauso lächerlich wird euch in ein paar Jahren das Abspielen von Musik-CDs vorkommen. Ich spiele Musik schon seit einiger Zeit nur über den Computer auf der Stereoanlage ab. Und natürlich nur Musik, die ich vorher legal gekauft habe -- damit habe ich kein Problem. So kann ich auf Knopfdruck in zehntausenden von Songs wühlen, sie zufällig abspielen oder nach Schmuse- oder Hammerfaktor bewerten und meine Auswahl entsprechend der Situation treffen. Auf einem einzigen Computer lassen sich so mehr als 5000 CD-Scheiben abspeichern. Dafür müsstet ihr nach eurer Steinzeitmethode ein extra Zimmer anmieten. Ich kann Songs auf tragbaren Geräten abspielen, die so groß wie eine Streichholzschachtel sind (z.B. der MP3-Player MuVo ) und Stereoanlagen-Qualität liefern, selbst wenn man sie auf den Boden wirft -- weil keine rotierende Silberscheibe notwendig ist. Angelika hat so ein Teil, und ist sehr zufrieden damit. Oder hat jemand schon vom iPod gehört? Wer all das einmal erfahren hat, schaut nur noch lachend auf die offensichtliche Idiotie der armen CD-Abspieler herab.

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TiVo Hacking

Eine Instant Message (AIM-Nachricht) erscheint im Fernsehkasten dank Tivo!
Eine Instant Message (AIM-Nachricht) erscheint im Fernsehkasten dank Tivo!

(Michael) Vor etwa zweieinhalb Jahren habe ich euch im Rundbrief 05/2001 den TiVo-Kasten vorgestellt, das Gerät, das in den USA einen zweiten Urknall in der Geschichte des Fernsehens verursacht hat. Ich würde mal schätzen, dass mittlerweile fast 50% aller Amerikaner wissen, was ein TiVo ist. Wisst ihr's? Falls nicht, würde ich vorschlagen, dass ihr schnell im alten Rundbrief nachlest, sonst verschlaft ihr die Revolution.

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Platte des Monats: Fountains of Wayne

Fountains of Wayne: "Welcome Interstate Managers"
Fountains of Wayne: "Welcome Interstate Managers"

(Michael) Die CD des Monats ist: "Welcome Interstate Managers" von "Fountains of Wayne". Darauf gekommen bin ich, weil hier im Radio gerade "Stacey's Mom" rauf und runtergespielt wird. Aber, Achtung: Wer nicht wie ich im Geiste 18 ist, dem kommt dieser Song der vier New Yorker wahrscheinlich unglaublich kindisch vor. Aber die Scheibe hat mehr: "Bought for a Song" oder "Supercollider" erinnern an die famose britische Combo Oasis, andere, wie "Fire Island", an die genialen Kompositionen von John Lennon. Megagut, sofort kaufen!

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Weihnachtsstollen auf Umwegen

Deutscher Stollen aus dem japanischen Laden in San Francisco
Deutscher Stollen aus dem japanischen Laden in San Francisco

(Michael) Bei unserem Japanbesuch letztes Jahr fiel uns mitten in Hiroshima die "Andersen Bakery" auf, die Backwaren deutschen Standards verkaufte. So etwas kommt in den USA ungefähr nur alle dreitausend Meilen vor. Um so erfreuter sahen wir zu, als in San Franciscos "Japantown" ebenfalls ein "Andersen" aufmachte. Die Verkäuferin dort gestand uns, selber gerne mal das Haupthaus in Hiroshima besuchen zu wollen.

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Zion National Park

Wasserfall im Zion National Park
Wasserfall im Zion National Park

(Angelika) Wir verreisen ja bekanntlich gern und dulden keine weißen Flecken auf unserer Landkarte. Wie manche von euch wissen, lernten wir uns anno dazumal in Las Vegas in einer Autovermietungsfirma kennen und fuhren mit einer spontan zusammengewürfelten Gruppe, bestehend aus 8 Leuten, durch die Nationalparks des amerikanischen Westens: Grand Canyon, Bryce Canyon, Canyonlands, Arches. Der Zion (sprich: "Sei-on") Nationalpark stand damals auch noch auf dem Programm, aber die Zeit wurde knapp und ein Wintersturm zog auf, sodass wir nur kurz durch den Park brausten. Ich glaube, wir schossen einige Fotos, aber die Erinnerung an diesen Park war mehr als verblasst. Das galt es zu ändern: Wir setzten uns also Anfang November ins Flugzeug nach Las Vegas, stiegen dort für zwei Nächte im Hotel MGM Grand ab, um dann von dort mit dem Mietauto zum Zion Nationalpark weiterzufahren.

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Bürgermeisterwahl in San Francisco

Die beiden Bürgermeisterkandidaten in den CBS News, links Gonzalez, rechts Newsom
Die beiden Bürgermeisterkandidaten in den CBS News, links Gonzalez, rechts Newsom

(Angelika) Nachdem wir uns gerade erst von dem Schock erholt hatten, dass "Mr. Terminator" den Staat Kalifornien regiert, brach in San Francisco der Wahlkampf aus. Die Stadt sucht einen neuen Bürgermeister, denn Willie Brown, der acht Jahre lang die Geschicke der Stadt lenkte, muss abdanken, so schreiben es die Wahlgesetze vor. Nun ist San Francisco von jeher eine Insel im amerikanischen Meer: liberal, ein wenig ausgeflippt, fest in demokratischer Hand, sozusagen eine Bush-freie Zone.

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Letzte Änderung: 14-Aug-2024