Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 86  
San Francisco, den 09.05.2010

Amerikanische Waschmaschinen    Die Amerikaner wollen mein Blut nicht    Verrückte kalifornische Verkehrsregeln    Augentest und Verkehrsfalle    Autoreifen aus dem Internet    Calling Shotgun: Wer darf im Auto vorne sitzen?    Zündeln, aber nicht immer: Air Quality Forecast    Steuerfüchse aufgepasst: Der Washsale    Krankenkasse für alle    Volkszählung mit Werbespots

Aktuelle Diskussion im Forum
Baustellenmode in Alaska (Haenno, 08.03.2010)
Japaner und das Nordlicht (HelgeB, 08.03.2010)
Arbeit finden in L.A., San Diego oder S.Franciso (Claudia, 01.03.2010)

Amerikanische Waschmaschinen

Abbildung [1]: So weiß wird Wäsche in Amerika nur mit Bleichmittel.
Bild vergrößern
In neuem Fenster öffnen

Angelika Wir werden hier öfter gefragt, was wir denn aus Deutschland vermissen, und wenn ich dann antworte, die Waschmaschinen, kriege ich entweder Blicke zugeworfen, die an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln oder ernte unverständliches Gelächter. Aber es ist leider die traurige Wahrheit, amerikanische Waschmaschinen sind Schrott.

Bevor ich jetzt wieder böse Zuschriften bekomme, möchte ich nur darauf hinweisen, dass ich nicht fanatisch an deutschen Produkten festhalte. Wir fahren zum Beispiel seit Jahr und Tag japanische Autos. Außerdem bestätigen Umfragen bei deutschen Freunden, die ebenfalls in den USA leben, meine Beobachtungen. Amerikanische Waschmaschinen waschen einfach nicht heiß und lange genug, um die Wäsche sauber zu kriegen.

Abbildung [2]: Angelika stopft die Wäsche in die Münzwaschmaschinen unseres Mietshauses.
Bild vergrößern
In neuem Fenster öffnen

Das mag vielleicht umweltfreundlicher klingen, aber in der Regel muss jeder Fleck vorbehandelt werden oder chemikalische Keulen wie Bleichmittel ("Bleach") kommen zum Einsatz, um ein akzeptables Waschergebnis zu erzielen. Wer, wie wir, kein Bleichmittel benutzt, lebt mit vergrauten weißen Socken und Handtüchern. Ein Tomatensaucenfleck auf einem T-Shirt besiegelt meist dessen Schicksal, in die Altkleidersammlung zu wandern.

Auch wenn man Waschmittel ohne Bleichmittel (Bleach) verwendet, finden sich in der Buntwäsche nach dem Waschgang oft mysteriöse rosa Flecken. Zuerst dachten wir, dass das im Waschsalon schon mal passiert, wenn der Vorbenutzer exzessiv Bleichmittel reingeschüttet hat, aber auch auf Internetforen wundern sich die Leute über Bleichflecken. Neuester Stand der Wissenschaft: Auch Weißmacher-Zahnpasta, flüssige Seife und Aknesalben enthalten Bleichmittel, und wenn man die Hände nicht sorgfältig abwäscht und anschließend am Handtuch abtrocknet, bleicht dort die Farbe aus.

Abbildung [3]: Das schöne Joop-Handtuch hat leider einen Bleach-Fleck abbekommen.
Bild vergrößern
In neuem Fenster öffnen

Obwohl wir im Haus brandneue Gemeinschaftswaschmaschinen haben, brauchen diese nur gute 35 Minuten für den vollen Waschgang, einschließlich des Spülens und Schleuderns. Wenn ich die Wäsche aus der Maschine hole, fühlt sie sich oft noch klebrig an, so als ob das halbe Waschmittel noch in den Kleidungsstücken sitzt, obwohl ich schon immer ganz wenig Waschmittel benutze.

Abbildung [4]: Eine Toploader-Waschmaschine in einem Waschsalon.
Bild vergrößern
In neuem Fenster öffnen

Seit neuestem haben wir sogar Frontlader, die wenigstens den Vorteil bieten, dass sich die Waschmittelrückstände nicht mehr auf der dunklen Kleidung wiederfinden, wie das bei den Topladern, die wir vorher hatten, und die von oben beladen werden, oft der Fall war, weil das Waschmittel bei diesen Maschinen gleich mit in die Trommel gefüllt wird. Der Waschprofi lässt einen Toplader natürlich ohne Waschmittel anlaufen, öffnet dann nach zwei Minuten, wenn das Wasser hoch in der Trommel steht, todesmutig die Luke der laufenden Maschine und schüttet erst dann das Waschmittel rein.

Nun kann ich schon mit ein paar Flecken leben, aber neuerdings fingen dann auch noch unsere guten, kuscheligen Frotteehandtücher das Müffeln an. Kamen sie aus dem Trockner, rochen sie noch frisch gewaschen, trockneten wir uns aber nur einmal damit ab, verströmten sie einen eklig säuerlichen Geruch wie ein nasser Pudel.

Abbildung [5]: Weißer destillierter Essig: der Erzfeind müffelnder Handtücher.
Bild vergrößern
In neuem Fenster öffnen

Wir wollten uns nicht von den Handtüchern trennen, und ich begab mich im Internet auf die Suche nach Abhilfe. Und siehe da, müffelnde Handtücher scheinen hier in den USA ein gängiges Problem zu sein. Der Geruch entsteht nach meiner Recherche durch Bakterien, die beim Waschen nicht abgetötet werden. Ich sagte ja schon, dass die amerikanischen Maschinen nicht heiß genug waschen! Die Internetexperten rieten: Zwei Tassen destillierten weißen Essigs, den es in Supermärkten zu kaufen gibt, ins Waschmittelfach zur Wäsche geben. Und, siehe da, Problem gelöst, die Handtücher riechen auch nach wiederholtem Abtrocknen schön frisch. Auf der Packung des destillierten Essigs steht übrigens, dass Amerikaner ihn auch zum Färben von Ostereiern benutzen. Ein Topprodukt und spottbillig obendrein.

... weiterlesen


PDF Drucken
RSS Feed
Diskussion im
Forum
Mailing Liste
Impressum
Mike Schilli Monologues



Auf die Email-Liste setzen

Der Rundbrief erscheint in unregelmäßigen Abständen. Wer möchte, kann sich hier eintragen und erhält dann alle zwei Monate eine kurze Ankündigung per Email. Sonst werden keine Emails verschickt.

Ihre Email-Adresse


Ihre Email-Adresse ist hier sicher. Die Rundbrief-Redaktion garantiert, die angegebene Email-Adresse nicht zu veröffentlichen und zu keinem anderen Zweck zu verwenden. Die Mailingliste läuft auf dem Google-Groups-Service, der sich ebenfalls an diese Richtlinien hält. Details können hier eingesehen werden.
Alle Rundbriefe:
2010 85 86 87
2009 79 80 81 82 83 84
2008 73 74 75 76 77 78
2007 66 67 68 69 70 71 72
2006 59 60 61 62 63 64 65
2005 54 55 56 57 58
2004 49 50 51 52 53
2003 43 44 45 46 47 48
2002 36 37 38 39 40 41 42
2001 28 29 30 31 32 33 34 35
2000 20 21 22 23 24 25 26 27
1999 13 14 15 16 17 18 19
1998 7 8 9 10 11 12
1997 1 2 3 4 5 6
1996 0

Spezialthemen:
USA: Schulsystem-1, Schulsystem-2, Redefreiheit, Waffenrecht-1, Waffenrecht-2, Krankenkasse-1, Krankenkasse-2, Medicare, Rente, Steuern, Jury-System, Baseball, Judentum
Immigration: Visa/USA, Warten auf die Greencard, Wie kriegt man die Greencard, Endlich die Greencard, Arbeitserlaubnis
Touren: Alaska, Vancouver/Kanada, Tijuana/Mexiko, Tokio/Japan, Las Vegas-1, Las Vegas-2, Kauai/Hawaii, Shelter Cove, Molokai/Hawaii, Joshua Nationalpark, Tahiti, Lassen Nationalpark, Big Island/Hawaii-1, Big Island/Hawaii-2, Death Valley, Vichy Springs, Lanai/Hawaii, Oahu/Hawaii-1, Oahu/Hawaii-2, Zion Nationalpark, Lost Coast
Tips/Tricks: Im Restaurant bezahlen, Telefonieren, Führerschein, Nummernschild, Wohnung mieten, Konto/Schecks/Geldautomaten, Auto mieten, Goodwill, Autounfall, Credit Report, Umziehen, Jobwechsel, Smog Check
Fernsehen: Survivor, The Shield, Curb your Enthusiasm, Hogan's Heroes, Queer Eye for the Straigth Guy, Mythbusters, The Apprentice, The Daily Show, Seinfeld
Silicon Valley: Netscape-1, Netscape-2, Netscape-3, Yahoo!
San Francisco: SoMa, Mission, Japantown, Chinatown, Noe Valley, Bernal Heights
Privates: Rundbrief-Redaktion


 
Kommentar an usarundbrief.com senden
Lob, Kritik oder Anregungen? Über ein paar Zeilen freuen wir uns immer.

In der Textbox können Sie uns eine Nachricht hinterlassen. Wir beantworten jede Frage und jeden Kommentar, wenn Sie ihre Email-Adresse in das Email-Feld eintragen.

Falls Sie anonym bleiben möchten, füllen Sie das Email-Feld bitte mit dem Wort anonym aus, dann wird die Nachricht dennoch an uns abgeschickt.

Ihre Email-Adresse


Nachricht

 


Impressum
Letzte Änderung: 09-May-2010