10.08.2026 Deutsch English

Erfunden in San Francisco: Der Mission-Burrito

Abbildung [1]: Mission-Burrito, Chips und Salsa-Tunke

Michael Unser Viertel Noe Valley grenzt an den mexikanischen Stadtteil Mission, und dort gibt's natürlich zuhauf leckeres mexikanisches Essen. Ich erinnere mich noch, dass wir Jahre vor unserem Umzug, noch in München einmal beim Mexikaner essen waren, und das war gut, aber teuer. Hier bei uns ist mexikanisches Essen preiswertes Fastfood. Ein Beispiel ist der sogenannte "Burrito", eine unterarmlange Rolle aus einer hauchdünnen Weizenmehltortilla (neudeutsch "Wrap"), gefüllt mit allerlei Zutaten wie Fleisch, Reis, Salat und Saucen.

Und so wie der Döner in Deutschland kein original türkisches Essen ist, sondern eine fremdländische Adaption, kreiert von türkischen Einwanderern für den deutschen Gaumen, ist der Mission-Burrito eine US-amerikanische Erfindung, abgeleitet von einem ähnlichen mexikanischen Gericht, aber aufgepeppt mit Reis, Guacamole und saurer Sahne. Wo wurde der Burrito erfunden? In San Francisco! Und zwar entweder in der "Taqueria La Cumbre" oder bei "El Faro"; da streiten sich die Experten. Beide Läden befinden sich aber im Stadtteil Mission.

Abbildung [2]: Am Tresen bauen Angestellte Burritos nach Wunsch zusammen.

Wichtig ist auch noch, dass man eine Taqueria nicht einfach betritt und sagt "Einen Burrito mit Alles" wie beim Döner (laut YouTube allerdings auch nicht mehr), sondern mit dem Verkäufer am Tresen entlang wandert und aus verschiedenen Zutaten auswählt. Allein die Bohnen gibt es als Pinto, Black oder Refried (Bohnenmus). Dann ist meist orangefarbener gebratener Reis dabei (aber nicht zwingend) und beim Protein darf der Kunde zwischen Rind (Carne Asada), Schwein (Pastor) und Huhn (Pollo) wählen. Diese Hauptkategorien teilen sich wiederum in Subkategorien auf, Rind kommt zum Beispiel meist in kleinen Steakwürfeln daher, die noch schnell angebraten werden. Falls es Huhn sein muss, ordere ich gerne die "Mole"-Variation in einer schwer zu beschreibenden, schokoladenbraunen, dicken und sehr, sehr leckeren Sauce. Insgesamt bietet eine normale Taqueria etwa 20 Sorten an Fleischfüllungen an.

Abbildung [3]: Der mexikanische Imbiss bei uns um die Ecke.

Beim normalen Burrito hören hier die Wahlmöglichkeiten auf, beim etwas teureren Super-Burrito kommen noch Guacamole (Avocadomus), Sour Cream (saure Sahne) und Salsa hinzu (typischerweise Pico de Gallo oder eine mit Chilischoten geschärfte pürierte Version). Dann kann man noch Salat haben oder Chilischoten oder Kräuter wie Cilantro (Koriander).

Ich gehe etwa einmal die Woche zum Laden "Casa Mexicana" bei uns um die Ecke und lass mir einen Burrito zum Mitnehmen einpacken. In dem Laden speisen übrigens auch viele mexikanische Tagelöhner, die im Viertel gerade an irgendwelchen Häusern herumwurschteln. Von dem ellenlangen Burrito esse ich zuhause die Hälfte und hebe den Rest für Angelika auf, die ihn dann am nächsten Tag zum Mittagessen an der Schule verspeist. Zu den Kosten: Anno 1997 kostete der Super-Burrito in dem Laden bei uns um die Ecke übrigens sechs Dollar. Heutzutage werden $16 fällig. Inflation! Ich habe schon von mehreren Leuten, die aus San Francisco weggezogen sind, gehört, dass eines der Dinge, die sie am meisten vermissen, die leckeren Burritos aus der Mission sind. In der Bay Area ist das Gericht noch einigermaßen verbreitet, in anderen Bundesstaaten sucht man es oft vergebens.

Grüße aus der Stadt der Leckerbissen:

Angelika und Michael


 
 
Impressum
Letzte Änderung: 10-Aug-2026