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Zwei Deutsche in San Francisco und ihre Sicht der Welt. |
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Lala LandMichael Auch nach zehn Jahren weist unsere Amerika-Landkarte immer noch sporadische weiße Flecken auf: Los Angeles war so ein Fleck. L.A. ist ja die amerikanische Monsterstadt schlechthin: 3.8 Millionen Leute wohnen dort und 13 Millionen Leute in den darum liegenden Vororten. Der Verkehr ist ein einziges Chaos, öffentlicher Nahverkehr praktisch nicht existent, ohne Auto ist man aufgeschmissen. Und wir sind in typischer US-Manier an einem langen Feiertagswochenende hingefahren: Freitagabend eingeflogen, Auto gemietet, zur Unterkunft gefahren, einem noblen Bed&Breakfast. Am Samstagmorgen schnappten wir uns Fahrräder, die dort zur Verfügung standen und radelten am Strand entlang nach Venice Beach und weiter hoch, fast bis nach Malibu.
Es fiel auf, dass auffällig viele Fahrradfahrer unterwegs waren an diesem schönen Wochenende, wer hätte das gedacht von der amerikanischen Monsterstadt! Der Strand wurde von durchtrainierten Volleyballspielern beherrscht, aber auch völlig normale Leute genossen dort den Tag und auf den Basketballplätzen hangen gar ein paar verwegen aussehende Gangsterrapper rum!
Am nächsten Tag ging es am Morgen ins Getty-Center, einem Museumskomplex von gigantischen Ausmaßen, das von der Stiftung des Industriellen J. Paul Getty gebaut wurde. Das Gelände liegt auf einem Berg und man fährt mit einer eigenen Bahn hoch. Alles ist architektonisch durchgestylt bis in die Ritzen. Und das Beste: Es kostet keinen Eintritt. Wer aber sein Auto dort parkt (ohne kommt man schlecht hin), zahlt 8 Dollar.
Wir waren früh aufgestanden (am Wochenende vor 11 Uhr morgens gehört einem in Amerika die Welt), gerieten aber kurz hinter der Autobahnabfahrt unmittelbar vor dem Museum in einen Ikea-gleichen Stau. Es dauerte etwa 15 Minuten, in denen wir etwa 500 Meter vorwärts kamen, dann wollte sich kurz vor dem Museum doch glatt ein dreister Autofahrer vor unserem Chevy Malibu in die Schlange drängen! Ich bin ja in solchen Fällen eisern und halte nicht mehr als 3cm Abstand zum Vordermann. Außerdem drückte ich mehrere Sekunden lang auf die Hupe und signalisierte dem Kasperlkopf mit "Husch! Husch!"-Bewegungen, dass er sich vom Acker machen solle, was er denn auch tat. Unglaublich, was sich manche Leute trauen, aber nicht mit mir! Das Museum war dann auch ganz nett, eine recht gute Fotoausstellung zum Thema "Where we live" und das Gemälde "Kreuz im Gebirge" von Caspar David Friedrich mit dem beklopptesten Bilderrahmen, den ich je gesehen habe. |
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Letzte Änderung: 27-Apr-2007 |