Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 62  
San Francisco, den 20.07.2006

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Ab in die Redwoods

Abbildung [1]: Ein mächtiger Redwood-Baum im Prairie Creek Redwoods State Park
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(Angelika) Und hier eine Quizfrage: Welches ist der amerikanische Feiertag (vom 25.12. und Neujahr einmal abgesehen), der immer am gleichen Datum gefeiert wird? Richtig, der Unabhängigkeitstag am 4. Juli, deshalb im Volksmund auch nur "4th-of-July" genannt. Andere amerikanische Feiertage orientieren sich am Wochentag in einem bestimmten Monat, z.B. "Labor Day" (Tag der Arbeit) am jeweils ersten Montag im September oder "Thanksgiving" am vierten Donnerstag im November.

Der 4. Juli 1776 wird sozusagen als die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten angesehen, denn durch die Unabhängigkeitserklärung befreite man sich von der Knute der Engländer. Heutzutage prägen den Unabhängigkeitstag vor allem etwas patriotisch anmutende Paraden, Feuerwerke und das obligatorische Grillen ("Barbecue") mit Freunden und Familie. In San Francisco verschwindet das Feuerwerk meist im Nebel. Tagsüber ist Bombenwetter und kurz vor dem Feuerwerk macht der beschriebene notorische Sommernebel seinem Namen alle Ehre. Dieses Jahr war es zur Abwechselung sogar einmal klar.

Wegen des begrenzten amerikanischen Jahresurlaubes nutzen wir ja jeden Feiertag zum Wegfahren und Yahoo! hatte auch den 3. Juli zum Urlaubstag erklärt. Also brausten wir mit unserem geliebten Auto "Perlman" hoch in den Norden Kaliforniens, in das so genannte Humbold County ("County" = Landkreis), Heimat des Redwood Nationalparks und diverser unter der Schirmherrschaft Kaliforniens stehender State Parks.

Die so genannten "Coast Redwoods" sind schon Bäume der ganz besonderen Art. Diese "Küstenrotholz-Mammutbäume" werden bis zu 2000 Jahre alt und ragen in einigen Fällen über 110 m in den Himmel. 60 Meter sind etwa der Schnitt. Es gibt nichts Besseres, als seine Wanderschuhe anzuschnallen und im Redwood-Wald zu wandern. Wie klein und unbedeutend man sich plötzlich vorkommt. Wir taten dies im "Prairie Creek Redwoods State Park".

Abbildung [2]: Der Perlman arbeitet sich durch ein kleines Flüsschen zu einem abgelegenen Wanderweg vor.
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Um zum Parkplatz des Wanderweges zu gelangen, mussten wir nicht nur einige Meilchen auf einer ungeteerten Straße fahren, sondern auch zwei kleine Flüsschen durchqueren. Der Perlman schaffte das aber Gott sei Dank mit links, obwohl er im Vergleich zu amerikanischen Autos recht tief liegt. Und obwohl auf dem Campingplatz, der direkt am Strand lag, der Bär los war, begegnete uns fast niemand auf dem sieben Meilen langen Rundweg.

Während unseres Wanderweges fanden wir immer wieder Tafeln vor, die kleine Waldabschnitte nach Familien benannten. Dort sind aber nicht etwa Leute beerdigt, die Tafeln tragen lediglich die Namen großzügiger Spender mit deren Geldern Redwood-Land gekauft wurde, um die Bäume vor kommerzieller Ausnutzung zu schützen. Die nach den Spendern benannten Haine gehören jedoch nicht den Spendern, die Tafeln sind nur als Anerkennung für ihre Spendenbereitschaft angebracht. Dieses "Save-the-Redwoods-League-Program" (= Rette die Redwoods) entstand schon 1921, um den Bestand der Redwoods für zukünftige Generationen zu erhalten. Auch heute noch gelten die Redwoods nämlich als eines der begehrtesten Nutzhölzer.

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Letzte Änderung: 06-Jul-2008