Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 62  
San Francisco, den 20.07.2006

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WM in Amerika

Abbildung [1]: Tausende sehen sich das Spiel im Dolores Park an.
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(Michael) Die Fußballweltmeisterschaft ist zwar lange vorbei, doch ich wollte noch berichten, wie so eine Veranstaltung in einem Land abläuft, in dem Fußball eine totale Exotensportart ist. Die Fußballspiele der WM wurden fast nur auf dem Sportsender ESPN übertragen, den wir aber leider wegen Geizes nicht haben. Doch zum Glück brachte der spanische Sender sie ebenfalls, und das hatte sogar den Vorteil, die ungebildeten Kommentare der amerikanischen Fußballkommentatoren nicht anhören zu müssen. In Rundbrief 07/2002 haben wir schon mal berichtet, dass Südamerikaner immer "Goooool!" schreien, wenn ein Tor fällt. Wollt ihr das live hören? Diesmal präsentieren wir euch den Torkommentar als MP3, hört rein: Fernsehton beim 1:0 im Spiel Deutschland gegen Portugal.

Bei Yahoo liefen die Spiele auf großen Flachbildschirmen in unserer Kaffee-Bar im Erdgeschoß. Die meisten fingen um 9:00 morgens oder um 11:00 Uhr vormittags an, und es fanden sich immer kleinere und auch mal größere Gruppen von Angestellten, die sich zwei Stunden freinahmen, um ein Match zu verfolgen. Sogar einige Amerikaner gesellten sich dazu! Beim Argentinien-Spiel haben übrigens die meisten für Deutschland gejubelt.

Großleinwände wie in Deutschland gab es in den USA nicht, und so dachte sich ein deutscher Einwanderer in San Francisco einen Plan aus: Er wollte einen großen Fernsehschirm mieten und das Spiel im Dolores Park in San Francisco zeigen. Im Hinterkopf hatte er wohl den Gedanken, dass die Deutschen im Finale spielen würden, aber das hat dann ja leider nicht geklappt.

Abbildung [2]: Dieser Mann sollte recht behalten.
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Abbildung [3]: Auch dieser Hund sollte Recht behalten
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Aber gesagt, getan, der deutsche Jens-Peter Jungclaussen holte die für die Veranstaltungen erforderlichen Genehmigungen von der Stadt San Francisco ein, mietete die notwendige Anzahl von Klohäuseln und sogar für die Sicherheit zuständige Polizisten mussten her.

Abbildung [4]: Der aufgehängte Fernsehschirm
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Alles in allem kostete der Spaß etwa $17.000, die er durch Würstlverkauf und freiwillige Spenden wieder reinholen wollte. Er hatte wohl mit ein paar Hundert Zuschauern gerechnet, aber was dann aufgrund von Mundpropaganda, einer E-Mail-Lawine im Internet und schließlich auch durch die Bekanntgabe in einer großen Zeitung passierte, war unglaublich: Etwa 7.000 Leute liefen ein! In San Francisco mangelt's nicht an Italienern und auch eine stattliche Anzahl Franzosen gibt's. Und sogar eine Deutschlandfahne wurde gesichtet! Soviele Menschen habe ich noch nie in dem doch recht kleinen Dolores Park gesehen, da saßen wirklich Mann an Mann auf dem Rasen.

Abbildung [5]: Nicht jeder kann gewinnen.
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Abbildung [6]: Freiwillige Spenden
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Die deutsch-amerikanische Handelskammer in San Francisco ließ sich nicht lumpen und beteiligte sich an den Kosten für's Fernsehen, und ich denke, dass die Spenden und der Würstlverkauf die Ausgaben gedeckt haben.

Abbildung [7]: Die Männer am Grill hatten alle Hände voll zu tun.
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In Amerika darf man ja in der Öffentlichkeit kein Bier trinken, und die Genehmigung für das Ergeignis im Dolores Park kam wohl nur unter der Auflage zustande, dass kein Alkohol konsumiert wird. Der Ansager wies per Durchsage darauf hin und auch die abgestellten Polizisten wiesen Biertrinker zurecht, aber schon mit Augenzwinkern. Insgesamt trotzdem eine berauschende Veranstaltung!

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Letzte Änderung: 06-Jul-2008