Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 61  
San Francisco, den 29.05.2006

Alaska    Kajak im Eismeer    Fischfang    Homesteading in der Wildnis    Bushlines    Alaska Permanent Fund    Gletschertouren    Bären    Schmelzende Gletscher    Killerwale zum Anfassen nahe    Elche

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Bären

Abbildung [1]: Ein Schwarzbär, etwa hundert Meter entfernt
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(Michael) Wie gesagt ist es ziemlich normal, in Alaska auf Bären zu treffen. Mit ihnen ist nicht zu spaßen. Sie hauen zwar normalerweise sofort ab, falls sie Menschen sehen, besonders wenn diese groß sind und/oder in Gruppen auftreten. Das setzt aber voraus, dass man den Bären nicht überrumpelt, denn das mag er nicht, da wird er grummelig. Wie etwa wenn man um eine unübersichtliche Ecke biegt und schwupp! steht ein Bär vor einem. Deswegen soll man dauernd Krach machen, und wem das auf die Nerven geht, der kann ein kleines Glöckchen ("Bear Bell") tragen, das dauernd leise bimmelt und so Bären in der näheren Umgebung laufend über die Position des Wanderers informiert und etwaige Überraschungen erspart. Der Bär geht Konfrontationen normalerweise weiträumig aus dem Weg, wenn ihm das ohne Mühe möglich ist. Aber Bären halten ja während der Wintermonate einen Winterschlaf und sind nach dem Aufstehen im Frühjahr einige Zeit lang noch total deppert im Kopf.

Abbildung [2]: Frische Bärenkacke auf dem Wanderweg!
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Abbildung [3]: Bärentatzenabdruck auf dem Wanderweg
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Wer den ausgezeichneten Film "Grizzly Man" (Regie: Werner Herzog) gesehen hat, weiß aber, dass Bären, wenn's ganz blöd läuft, Menschen durchaus töten und auffressen. Es gibt zwei verschiedene Bärenarten, den schwarzen "Black Bear" und den braunen "Grizzly". Sie werden bis zu einer halben Tonne schwer und reichen bis zu drei Meter hoch, wenn sie sich aufstellen. Der braune Grizzly ist berechenbarer, falls er doch einmal angreift, soll man sich totstellen, dann lässt er normalerweise von einem ab. Der "Black Bear" ist allerdings gemeiner, er verfolgt schon mal Wanderer, die dann alle möglichen Tricks anwenden müssen (groß machen, Rucksack aufn Kopf, schreien, fuchteln), um ihn zu vertreiben. Greift der "Black Bear" an, darf man sich keinesfalls totstellen, sondern muss ihm in die Schnauze boxen. Oder, wie uns ein Einheimischer erklärte: "A Grizzly will kill you. A Black Bear will kill you and then eat you".

Abbildung [4]: Eine Bärenklingel
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Abbildung [5]: "Counter Assault", das Anti-Bärenspray
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Zur Selbstverteidigung für den äußerst seltenen Ernstfall kann man entweder eine doppelläufige Flinte mit Riesenkaliber mitschleppen ("Bärentöter", siehe Karl May) oder ein speziell für die Bärenverteidigung hergestelltes Pfefferspray mit dem martialischen Namen "Counter Assault". Das Spray ist allerdings irre teuer ($37.95), zum Glück hatte es der Bergsteigersupermarkt REI in Anchorage gerade im Sonderangebot ($24.95). Angeblich wirkt es auf bis zu neun Meter Entfernung. Weht der Wind aber in die falsche Richtung, entwickelt sich das Spray zum Bummerang.

Abbildung [6]: Bärenfutter: Bergziegen
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Wir hatten die Dose entsichert und auf unseren Wanderungen stets griffbereit, mussten sie aber zum Glück nie anwenden, da uns auf unseren Wegen kein Bär überraschte. Allerdings sahen wir auf einer Bootstour schätzungsweise zehn (!) verschiedene Schwarzbären an verschiedenen Stellen, teilweise sogar an recht steilen Berghängen. Diese werden auch von Bergziegen frequentiert, der Leibspeise der Bären. Jedenfalls solange wie der Lachs noch nicht springt. Auch erfahrene Wanderer haben uns bestätigt, dass es laufend vorkommt, dass Bären den Weg kreuzen und auch die Dame, die uns ein Cottage vermietete, legte ein Bärenheft hinein und schrieb groß darauf, dass wir das ja durchlesen sollten, bevor wir irgendwelche Wanderungen unternähmen.

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Letzte Änderung: 06-Jul-2008