Mike Schilli Angelika Schilli
Zwei Deutsche in San Francisco
und ihre Sicht der Welt.

  Rundbrief Nummer 59  
San Francisco, den 15.02.2006

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Müll

Abbildung [1]: Drei Tonnen für Glas/Papier/Plastik, Normalmüll, und Kompost
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Unsere Besucher aus Deutschland wundern sich immer, dass auch in San Francisco recycelt wird. Amerika haftet einfach der Ruf des Verpackungswahns und der Wegwerfgesellschaft an. Und überwiegend stimmt das ja auch, so fortschrittlich wie die Deutschen recyclen die Amis noch lange nicht. Bei privaten größeren Festen finden es die meisten zum Beispiel immer noch ganz normal, von Papptellern und mit Plastikbesteck zu essen. Oder man denke nur daran, wieviel Papierkaffeetassen die Kaffeehauskette Starbucks täglich ausgibt.

Doch Mülltrennung gibt es in San Francisco, nur funktioniert sie hier anders. Papier, Pappe, Glas, Aluminium und Plastik: Alles kommt zusammen in eine große blaue Mülltonne oder Kiste, die an einem bestimmten Tag an die Straße zu stellen ist. Das Sortieren übernimmt das Müllwerk. Man will es dem Kunden so einfach wie möglich machen. Nur eventuell anfallender Kompost kommt gesondert in eine grüne Tonne.

Abbildung [2]: Diese recyclebare Plastikflasche ist vom Typ 1.
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Sachen aus Plastik sind hingegen auch hier eine Wissenschaft für sich. Nur Plastikflaschen mit den Nummern 1 bis 7 und Plastikbecher und Deckel mit den Nummern 2, 4, 5 kommen in die blaue Tonne. Die Nummer befindet sich eingestanzt am Flaschen- oder Becherboden -- der amerikanische grüne Punkt. Die Wasserflasche in Abbildung 2 führt zum Beispiel die Nummer 1 im eingestanzten Recycel-Dreieck auf dem Flaschenboden. Rein in die Tonne!

Deckel von Glas- oder Plastikflaschen sowie Kronkorken werden nicht recycelt, was Michael bis heute noch nicht begriffen hat, obwohl mittlerweile schon ein großes Poster bei uns am Kühlschrank hängt, das die Dinge zeigt, die in die blaue Tonne dürfen. Recyceln wird in Amerika immer populärer. Viele Städte haben ähnliche Blaue-Tonnen-Programme wie San Francisco. In abgelegeneren Gegenden muss man meist selbst Hand anlegen und das Papier, das Glas und die Dosen zu bereitgestellten Containern bringen. So fuhren wir während unseres letzten Urlaubs auf Kauai mit einem Haufen Altglas auf der Insel kilometerlang spazieren, bis wir endlich den einzigen Altglascontainer der Insel fanden.

Grüne Tonnen, die für kompostierbare Abfälle vorgesehen sind, tauchen ebenfalls immer häufiger vor den Häusern in San Francisco auf. An dem städtischen Kompost-Programm beteiligen sich viele Restaurants und Hotels. Die Bioabfälle werden von der Firma Jepson Prairie Organics zu Kompost verarbeitet. Weingüter in Napa und Sonoma streuen ihn zwischen ihre Rebstöcke, damit die feinen Trauben für kalifornischen Wein gut gedeihen. Und da wir gerade bei Grünzeug sind: Selbst Weihnachstbäume werden in San Francisco recycelt. Wir müssen nur den abgeräumten Baum Anfang Januar vor die Haustür legen.

Abbildung [3]: In die Altglastonne kommt auch Papier und Plastik mit rein
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Auch wenn das Recyceln allgemein kein amerikanisches Fremdwort mehr ist, so nimmt Kalifornien/San Francisco doch oft eine Vorreiterstellung ein, wenn es um Umweltschutz geht. Anfang Februar trat z.B. in Kalifornien ein Gesetz in Kraft, das es verbietet, alte Batterien, Neonröhren, Quecksilberthermometer und so genannten elektronischen Müll (Handys, Drucker, Computermonitore, Fernseher, Videorecorder) im Hausmüll zu entsorgen. Das mag euch jetzt als nicht besonders bahnbrechend vorkommen, aber das Gesetz gilt als eines der weit reichensten in den USA. Ab Juli müssen desweiteren Läden, die Handys verkaufen, alte zurücknehmen. Da gleichen wir uns doch einmal zur Abwechselung europäischen Bestimmungen an.

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Letzte Änderung: 12-Nov-2009